Wildgehege in Meßstetten
: Feuerwerk für „hartgesottene“ Tiere kein Problem

Silvester steht vor der Tür. Für Tiere bedeutet das laute Feuerwerk meist Stress. Im Wildgehege Meßstetten besteht aber kein Grund zur Sorge.
Von
Alexander Reimer
Meßstetten
Jetzt in der App anhören

Die Ehrenamtlichen kümmern sich um die Tiere im Park. (Archivbild)⇥

Esther Lehnardt

Der Silvesterkrach versetzt viele Haus- und Wildtiere in Panik und Angst. Tierschützer plädieren vielerorts für einen Böller-Verzicht. Die rund 80 Tiere im Meßstetter Wildgehege sind in dieser Hinsicht allerdings ziemlich hartgesotten.

In dem rund 200 000 Quadratmeter großen Gelände treiben sich Hirsche, Rehe, Wildschweine, Mufflons, Ziegen und Pfauen herum. Eine Besonderheit: Seit Ostern gibt es im Gehege neue Tiere: Schwarzes Dammwild. „Für diese Tiere wird es die erste Silvester-Nacht in Meßstetten sein“, sagt Lisa Krauß vom Wildgehege-Verein. „Aber wir machen uns auch da keine Sorgen.“

Truppenübungsplatz in der Nähe

Denn das Wildgehege befindet sich nur wenige Hundert Meter entfernt vom Truppenübungsplatz. Von lauten Knallgeräuschen lassen sich die Bewohner nicht so leicht aus der Ruhe bringen. „Die sind abgehärtet. Dort knallt es regelmäßig. Unsere Tiere stecken das locker weg“, sagt Krauß. Der Silvesterkrach habe in den vergangenen Jahren dementsprechend keine Probleme bereitet. Und auch das schwarze Dammwild dürfte sich durch die regelmäßigen Schießübungen mittlerweile an die Lärmbelastung gewöhnt haben – auch wenn das Lichtspektakel dann doch etwas ungewohnt sein werde, so Krauß.

Besucher erschrecken

Zahlreiche Besucher konnten sich von der Gelassenheit der Tiere überzeugen, wie Krauß erzählt. Denn wenn es mal unter dem Jahr in der Nähe des Wildgeheges knallt, dann erschrecken in erster Linie die Besucher und nicht die Tiere. Die 18 aktiven Helfer des Vereins sind demzufolge ebenso entspannt wie die Tiere selbst. Besondere Vorbereitungen mussten nicht getroffen werden.

Diese Gelassenheit dürfte sich aber nicht nur auf die Bewohner des Meßstetter Geheges beschränken, vermutet Krauß. Die frei laufenden Wildtiere seien auch durch die regelmäßigen Schießübungen abgehärtet. Diese Eigenart lasse sich auf „gewöhnliche“ frei laufende Wildtiere nicht übertragen, stellt Krauß klar. Denn grundsätzlich verursache der Silvesterkrach bei diesen Stress.

Mit Abstand Böllern

Das baden-württembergische Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz empfiehlt daher, beim Böllern auf Tiere und die Umwelt Rücksicht zu nehmen. Gerade die Winterzeit stelle für Wildtiere eine besondere Herausforderung dar, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Aufgrund der erschwerten Futtersuche müssen Wildtiere in dieser Zeit mit ihren Kräften haushalten und fahren ihren Stoffwechsel herunter.

„Mit Einsetzen des Feuerwerks geraten Wildtiere in Panik, rennen los und verbrauchen überlebenswichtige Energiereserven. Zudem können Wildtiere, die in Panik losrennen, schwere Verkehrsunfälle verursachen“, wird Minister Peter Hauk in der Mitteilung zitiert. In Bereichen, wo Tiere leben, sollte daher kein Feuerwerk gezündet werden, so Hauk weiter.

80

Tiere leben in etwa im Wildgehege Meßstetten. Darunter Hirsche, Rehe, Wildschweine, Mufflons, Ziegen und Pfauen. Das Gelände ist rund 200 000 Quadratmeter groß.