Wildgehege Meßstetten: Helfer haben die Rübenkeller vor dem Winter prall gefüllt
Die Wintervorbereitungen im Wildgehege Meßstetten sind in vollem Gange, und ein wichtiger Teil davon ist die Einlagerung von Rüben. Die Zuckerrüben, die an die Hirschartigen wie Rotwild und Damwild verfüttert werden, „spielen eine entscheidende Rolle bei der Fütterung unserer Wildtiere in den kommenden Monaten“, schreibt Lisa Eberhard, Pressesprecherin des Wildgeheges. Etliche freiwillige Helfer waren kürzlich zugange, um tonnenweise Futter händisch in die Keller zu schaufeln – eine anstrengende Arbeit.
Die Rüben werden in der Nähe von Riedlingen sorgfältig angezogen. „Um sicherzustellen, dass sie von bester Qualität sind, kaufen wir die Rüben regional ein.“ Sobald die Rüben reif sind, findet im Herbst die Ernte statt. In der modernen Landwirtschaft werden spezielle Erntemaschinen wie Rübenroder oder Rübenvollernter eingesetzt. Diese Maschinen helfen, das Wurzelgemüse effizient aus dem Boden zu heben. Nach der Ernte werden die Zuckerrüben grob gereinigt und von Ernterückständen und Erde befreit.
Zwölf Tonnen Rüben
„Dieses Jahr haben wir insgesamt zwölf Tonnen Rüben bestellt, um sicherzustellen, dass unsere Tiere ausreichend Nahrung haben“, schreibt Eberhard. Die Firma Berger aus Meßstetten habe den Transport von Riedlingen ins Wildgehege übernommen. Die angelieferten Rüben werden dann sorgfältig im Wildgehege gelagert, damit sie frisch und schmackhaft bleiben. Hierzu gibt es im Wildgehege in den einzelnen Futterhäusern Keller.
18 ehrenamtliche Vereinsmitglieder wechseln sich nach einem Futterdienstplan wöchentlich ab. Die Tiere werden jeden Tag gefüttert. Eine Fütterung aller Gehege und Tiere dauert täglich etwa zwei Stunden. „Dies machen unsere Mitglieder neben ihrem Alltag mit Arbeit und Familie, wofür wir sehr dankbar sind.“ Nach einer Woche ist das nächste Mitglied dran. Jeweils zu Beginn des neuen Jahres wird ein neuer Dienstplan erstellt.
Kiosk derzeit geschlossen
Diese Rüben sind für die Winterfütterung der Wildtiere von entscheidender Bedeutung. Sie bieten wertvolle Nährstoffe und Energie, die in der futterarmen Zeit dringend benötigt werden. Große und kleine Besucher können derzeit die tägliche Fütterung beobachten. Von November bis April ist der Kiosk zwar geschlossen. Besucher dürfen dafür selbst Getränke und Speisen mitbringen.
Muss das riesige Futtergemüse noch zerkleinert werden zur Fütterung? „Nein, die Rüben füttern wir ganz“, erklärt Lisa Eberhard. Aus den Futterhäusern werden die Rüben aus dem Keller geschaufelt und in Tröge am Futterhaus gelegt. Je nach Anzahl der Tiere, Wetter und Wildart unterscheidet sich die Menge an Rüben, die täglich verfüttert werden.
Kein Winterschlaf im Gehege
Im Wildgehege Meßstetten leben Schwarzwild (Wildschweine), Rotwild, schwarzes und naturfarbenes Damwild, Pfauen, Kaninchen, Ziegen und Muffel. Keine der Tierarten macht einen ausgiebigen Winterschlaf oder eine Winterruhe. „Jedoch fahren alle Tierarten in der kalten Jahreszeit ihren Stoffwechsel herunter, legen im Herbst Vorräte an, legen sich ein Winterfell zu, passen sich an die kürzeren Tage an“, erklärt Eberhard.
Jährlich ablaufende Prozesse wie die Brunft, die Paarung, Geburten und Jungenaufzucht finden in der Regel im Frühjahr und Sommer statt. Ausnahme bildet hier das Schwarzwild. Wildschweine werden im Herbst/Winter brunftig.
Tiere selbst füttern mit Fallobst und Kastanien
Ein Besuch im Wildgehege ist ganzjährig kostenlos, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Besonders interessant ist es zu sehen, wie sich die Tiere und auch die Bäume im Laufe des Jahres entwickeln. Im Gehege gibt es einen kinderwagenfreundlichen Rundweg, der von der Stadt Meßstetten gebahnt wird, zudem einen Spielplatz. Die Wildtiere sind Besucher gewohnt und lassen sich besonders im Winter gut sehen und füttern. Im Gehege kann auch für einen Euro ein Futterpäckchen erworben werden. Besonders im Herbst können auch Fallobst und selbst gesammelte Kastanien an die Tiere verfüttert werden.




