Wasserversorgung wieder stabiler
: Hohenberggruppe lockert das Bewässerungsverbot

Fußballrasen, Tennisplätze und kommunale Grünflächen dürfen wieder bewässert werden. Die Lage bleibt dennoch angespannt – vor allem die Pegelstände der Tiefwasserbrunnen und Quellen sind weiterhin niedrig.
Von
swp/gon
Meßstetten
Jetzt in der App anhören
Sattgrün auch ohne Wasser: Kunstrasen wie dieser beim modernen Sportzentrum Geißbühl in Meßstetten muss nicht explizit bewässert werden. Um ihn zu pflegen, die Verletzungsgefahr zu minimieren und Spieleigenschaften zu optimieren, tut auch ihm eine Beregnung bisweilen gut.

Sattgrün auch ohne Wasser: Kunstrasen wie dieser beim modernen Sportzentrum Geißbühl in Meßstetten muss nicht explizit bewässert werden. Um ihn zu pflegen, die Verletzungsgefahr zu minimieren und Spieleigenschaften zu optimieren, tut auch ihm eine Beregnung bisweilen gut.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer
  • Hohenberggruppe lockert Bewässerungsverbot: Seit Freitag, dem 3. September, gilt die Aufhebung.
  • Fußballrasen, Tennisplätze und kommunale Grünflächen dürfen wieder bewässert werden.
  • Versorgungslage entspannt sich, doch Brunnenpegel und Quellschüttung bleiben niedrig.
  • Verband bittet weiter um sparsamen Trinkwasserverbrauch – Starkregen hilft nur begrenzt.
  • Notfallplan sieht bei Engpässen Tankwagen vor, da keine Netzverbindungen vorhanden sind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe signalisiert Entspannung: Die Situation bei der Trinkwasserversorgung im Versorgungsgebiet habe sich gebessert. Das Bewässerungsverbot vom Juli kann somit wieder gelockert werden, teilt der Verwaltungsrat mit. Die Aufhebung gilt seit Freitag, dem 3. September.

Fußballrasen dürfen somit wieder bewässert und Tennisplätze beregnet werden. Ebenso müssen kommunale Grünflächen im Versorgungsgebiet des Zweckverbandes Wasserversorgung Hohenberggruppe nicht länger auf das wertvolle Nass verzichten.

Begründet wird der Schritt mit der wieder entspannteren Versorgungslage und aktuellen Wetterprognosen, sodass nicht mit weiteren Engpässen bei der Wasserbereitstellung zu rechnen ist. Gleichwohl appelliert der Verband, mit dem kostbaren Trinkwasser weiterhin sparsam und verantwortungsbewusst umzugehen.

Kurzzeitiges Bewässerungsverbot

Aufgrund der lange Zeit anhaltenden Trockenheit, hoher Temperaturen und infolgedessen erhöhter Wasserabnahmen durch die Verbraucher war die Wasserversorgung der 28 Mitgliedskommunen im Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe immer wieder am Limit angekommen.

Schon in der dritten Juniwoche appellierte die Verbandsleitung vorsorglich, Trinkwasser zu sparen. Weil es weiterhin sehr trocken und heiß blieb, verschärfte sich die Situation zusehends, bis schließlich die Leistungsgrenze bei der Versorgung erreicht war. Der Verwaltungsrat reagierte und empfahl seinen Mitgliedskommunen als Ergebnis einer außerplanmäßigen Sitzung Mitte Juli drastischere Maßnahmen: Öffentliche Sport- und Freizeitanlagen sowie kommunale Grünanlagen durften nicht mehr bewässert werden.

Was tun im Notfall?

Noch gibt es keine Rückfallebene, sollten die Wasservorräte der Hohenberggruppe zur Neige gehen – etwa eine Anbindung an andere Versorgungsnetze wie das der Bodenseewasserversorgung. Zwar werde laut Verband auch auf Landesebene daran gearbeitet, die Wasserversorger stärker miteinander zu vernetzen. Die dafür notwendigen Leitungen existieren derzeit jedoch nicht. Sollte es tatsächlich zu einem Engpass kommen, sieht der Notfallplan die Versorgung der einzelnen Ortsnetze per Tankwagen vor. Damit es zu diesem Szenario gar nicht erst kommt, hatte der Verwaltungsrat des Zweckverbands im Juli das Bewässerungsverbot empfohlen.

Christian Berger und Christoph Müller von der Netze BW veranschaulichten in einem Gespräch mit unserer Redaktion im Juli, wie drastisch die Lage zwischenzeitlich war. Zu dieser Zeit lag die Quellschüttung bei 18 Litern in der Sekunde. Zum Vergleich: Im Winter sind es bisweilen mehr als 45 Liter pro Sekunde.

Um das zu kompensieren, gibt es im Verbandsgebiet drei Tiefenbrunnen, aus denen Wasser gepumpt wird. Aber auch diese Pegelstände waren im Juli deutlich niedriger – bei fünf statt sieben Metern. Und irgendwann ist eben Ende, erklärten die Experten. „Wir können nur so lange pumpen, bis es kein Wasser mehr gibt“, stellte Müller damals klar.

Pegelstände immer noch niedrig

Die konsequente Umsetzung des Bewässerungsverbots hat dazu beigetragen, dass sich die Versorgungslage spürbar entspannt hat. Der Verbrauch an Trinkwasser sei in den Kommunen zurückgegangen und auf niedrigerem Niveau stabil, so der Verband in seiner Pressemitteilung.

Die Wasserstände in den Hochbehältern konnten sich zwischenzeitlich erholen. Das gilt jedoch nicht für die Tiefwasserbrunnen, deren Pegel weiter recht niedrig sind. Und auch die Quellen schütten noch lange nicht wie gewohnt. Um hier in normale Regionen zurückzukehren, fehle weiterhin eine länger andauernde Regenperiode. Denn: Kurzer Starkregen füllt die Grundwasserspeicher zwar etwas auf, doch die vom schnell abfließenden Wasser mitgerissenen Partikel trüben das Wasser so stark ein, dass es erst mal nicht verwendet werden kann.