Vesperkirche in Albstadt
: Ein Kompass für viele Menschen in stürmischen Zeiten

Die ökumenische Vesperkirche in Ebingen ist am Dienstag zu Ende gegangen. Der Heilige Geist und seine Wirkung fand sich im „Wort auf den Weg“ wieder und stand letztlich für die gesamte Veranstaltung.
Von
Vera Bender
Albstadt
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  • Diakon Tobias Bender (rechts) hält am letzten Tag der Vesperkirche die Andacht.⇥

    Diakon Tobias Bender (rechts) hält am letzten Tag der Vesperkirche die Andacht.⇥

    Vera Bender
  • Doris Burgmann, Dr. Petra Graf, Dekanatsreferent Achim Wicker und Diakon Michael Weimer (von links) verteilen Rosen.

    Doris Burgmann, Dr. Petra Graf, Dekanatsreferent Achim Wicker und Diakon Michael Weimer (von links) verteilen Rosen.

    Vera Bender
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„Bis wir uns wiedersehen, möge Gott dich schützend in seiner Hand halten“, beschloss Diakon Tobias Bender seine Kurzandacht am letzten Tag der ökumenischen Vesperkirche in Ebingen, als er über den Heiligen Geist vom „Kompass in stürmischen Zeiten“ sprach. Ein Wiedersehen wird es definitiv nächstes Jahr geben. Das versicherten Diakon Michael Weimer und Dekanatsreferent Achim Wicker unisono.

Die Vesperkirche im katholischen Marienheim in Ebingen wird auch im Jahr 2025 fortgesetzt, wobei man sich jetzt schon Gedanken über die Räumlichkeiten und das Angebot machen muss. Am Dienstag war um 12 Uhr schon kein Platz im Saal mehr zu bekommen. Durch ein ständiges Kommen und Gehen wurden aber letztlich alle Gäste bewirtet. Und auch das ist ein positives Signal des kirchlichen Mittagstisches. „Niemand wird nach Hause geschickt“, erklärte Diakon Michael Weimer. Wenn man zehn Minuten wartet, wird immer irgendwo ein Platz frei, so die Erfahrung der Organisatoren.

Familiäres Miteinander

Kurzerhand hatten gestern ein paar Gäste einen Tisch und Stühle auf dem Flur zusammengeschoben. Man saß mit fremden Leuten am Tisch und hatte nach dem gemeinsamen Essen und einer angeregten Unterhaltung das Gefühl, als sei man alte Bekannte. Freundliche Worte, gegenseitige Unterstützung und ein respektvoller Umgang – das ist das Wesen der ökumenischen Vesperkirche.

„Wir hatten genau die Gäste, die wir mit unserem Angebot ansprechen wollten“, äußerte Dekanatsreferent Wicker. Nämlich einen Querschnitt durch die Gesellschaft – Berufstätige, Rentner und Arbeitslose, Menschen mit kleinem und großem Geldbeutel, solche, die sonst alleine zu Hause vor ihrem Teller sitzen, und Leute verschiedener Kulturen mit unterschiedlichen Lebensläufen. Es war nicht nur von der Atmosphäre her ein schönes und gutes Miteinander, sondern die Vesperkirche hat die Zahl der ausgegebenen Essen im Vergleich zur Premiere im vergangenen Jahr praktisch verfünffacht.

Ehrenamtliche legen sich ins Zeug

Man hatte von fünf auf zehn Tage aufgestockt. Durchschnittlich gingen pro Tag heuer 150 Mahlzeiten über die Theke. Täglich waren 15 bis 20 Ehrenamtliche im Einsatz – und das in einer Küche, die eigentlich für dieses Ausmaß viel zu klein ist. Am letzten Tag erzielten alle Helfer als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung eine Rose. In eine Halle will man künftig trotzdem nicht wechseln, denn die Menschen sollen nicht das Gefühl einer Massenabfertigung erhalten. Die Organisatoren wollen das familiäre Ambiente im Mariensaal aufrechterhalten; und die Tatsache, dass die Gäste am Platz bedient werden. Dank vieler Unterstützer und Helfer wurde die diesjährige Vesperkirche ein voller Erfolg für die Organisatoren.

150

Essen an je zehn Tagen wurden bei der ökumenischen Vesperkirche ausgegeben. Die vielen Gäste waren sichtlich zufrieden und nahmen das Angebot auf Spendenbasis gerne an.