Glaube in Albstadt
: Neuer Pater aus Indien singt auch auf Youtube

Pater Manu Sebastian ist in der Seelsorgeeinheit Ebingen-Lautlingen-Margrethausen angekommen und wurde am Samstag im Gottesdienst begrüßt. Was er als Musiker drauf hat.
Von
Hans Raab
Albstadt
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Pater Manu Sebastian wurde in der Seelsorgeeinheit Ebingen-Lautlingen-Margrethausen als neuer Seelsorger willkommen geheißen und suchte nach dem Gottesdienst beim Stehempfang gleich das Gespräch mit den Menschen.⇥

Hans (Johannes) Raab

Sehr zur Freude von Pfarrer Uwe Stier hat die Seelsorgeeinheit Ebingen-Lautlingen-Margrethausen seit Anfang Februar einen neuen Priester und die Kirchengemeinde Margrethausen mit Pfeffingen und Burgfelden wieder einen pastoralen Ansprechpartner. Am vergangenen Samstag wurde Pater Manu Sebastian mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Stehempfang in der Pfarrkirche St. Margareta herzlich begrüßt.

Das Pastoralteam mit Pfarrer Stier und den Diakonen Michael Weimer und Thomas Vogler, welches Pater Manu nach dem Weggang von Kaycee McDonald nun wieder komplettiert, zelebrierte mit dem aus dem indischen Kerala stammenden Pater die heilige Messe; dazu auch knapp 20 Ministrantinnen und Ministranten aus allen fünf Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit. Außer diesen waren auch viele Gottesdienstbesucherinnen und Besucher gekommen. Für die gewählten Vorsitzenden begrüßte Petra Graf den neuen Priester mit einem Geschenk und wohlwollenden Worten, und der Chor Effata gab der Feier einen gebührenden Rahmen. Interessant für alle war wohl der abschließende Segen, den Pater Manu in seiner Muttersprache Malayalam spendete.

„Wer ist denn nun der ‚Neue‘ bei uns?“, fragten sich nicht nur die Gläubigen, die regelmäßig den Gottesdienst besuchen, sondern auch viele, die nicht unbedingt eng mit der Kirche verbunden sind. In einem Gespräch vorab erzählte Pater Manu Sebastian in hervorragendem Deutsch aus seinem Leben und seinem priesterlichen Wirken, das er bei uns umsetzen möchte.

Mit 15 in Orden eingetreten

Geboren wurde er 1986 in Kerala und wuchs zusammen mit zwei Brüdern bei seinen Eltern auf. Er besuchte bis zur 10. Klasse eine dortige Schule. Bereits im Alter von 15 Jahren trat er in den Orden „Heilige Theresa von Kirche Jesu in Indien“ ein. Für den jungen Manu war bereits damals klar, dass er Priester werden wollte. Folgerichtig absolvierte er die 11. und 12. Klasse im Priesterseminar seines Ordens, und zwar im Missionsgebiet in Nordindien.

In Kerala studierte er drei Jahre lang Philosophie und erwarb den Bachelor in Theologie. In seiner Heimatgemeinde wurde er im Jahr 2014 zum Priester geweiht. In den folgenden drei Jahren unterrichtete er am Priesterseminar und war dort als Konrektor tätig, ehe er für ein Jahr als Schulleiter in Nordindien arbeitete. Set 2018 ist Pater Manu in Europa. Zunächst war er für zwei Jahre im belgischen Leuven, wo er den Master in Theologie erwarb. Bereits damals lernte er Deutsch und weilte mehrmals als Urlaubsvertretung in Deutschland. 2020 trat er eine Stelle in Wurmlingen im Kreis Tuttlingen und später in Tuttlingen selbst an und beendete im Dezember des vergangenen Jahres seine Ausbildung für ausländische Priester.

Eucharistiefeier wichtig

Was ist denn nun für Pater Manu in seiner seelsorgerischen Tätigkeit wichtig? „Ich möchte“, so erzählt er, „den Mitmenschen auf Augenhöhe begegnen und für sie da sein. Wichtig für mich sind natürlich die Gottesdienste, aber auch Gespräche sind für mein Wirken von großer Bedeutung.“ Die Feier der Eucharistie hat für ihn zentrale Bedeutung, „denn die hat große Wirkung auf unser Leben. Hier teilt sich uns Jesus mit, gibt uns Lebenskraft.“ Seine Aufgaben als pastoraler Ansprechpartner sieht er in der Spende der Sakramente. Jugendliche und Kinder liegen ihm besonders am Herzen. So ist er in der Seelsorgeeinheit zusammen mit Pfarrer Uwe Stier für die Ministrantinnen und Ministranten zuständig.

Bleibt noch die Frage nach den Hobbys und seinen kulinarischen Vorlieben. Fußball ist für ihn weniger reizvoll, dafür liebt er aber Basketball über alles. Darin war er auch schon im Priesterseminar aktiv. Klar, dass er indisches Essen besonders mag, aber inzwischen gehören Kartoffeln und – wie könnte es anders sein – das schwäbische Nationalgericht Linsen und Spätzle (allerdings ohne Saiten) zu seinen Lieblingsspeisen. Pater Manus Leidenschaft ist aber mit weitem Abstand die Musik. Als Kind spielte er die Tabela, eine indische Art des Schlagzeugs. Inzwischen spielt er Keyboard und komponiert eigene, meist christliche Lieder, die er auf der Plattform YouTube veröffentlicht hat. Ansonsten genießt er indische Musik und Klassik und hört gerne Konzerte.

Gut eingelebt in Margrethausen

Pater Manu hat sich inzwischen in Margrethausen und in seiner Wohnung im Klostergebäude gut eingelebt. „Ich finde es als etwas Besonderes, hier in einem Dorf zu leben mit netten und friedlichen Menschen. Die Umgebung ist auch sehr schön und ruhig“, resümiert er seine ersten Wochen.

Er wurde 1986 im indischen Kerala geboren. Mit 15 Jahren trat er dem Orden „Heilige Theresa von der Kirche Jesu in Indien“ bei. Nach dem Priesterseminar studierte er und machte den Bachelor in Theologie. Im Jahr 2014 wurde er zum Priester geweiht. Später wurde er Konrektor am Priesterseminar und danach Rektor in Nordindien. Im Jahr 2018 zog es ihn für zwei Jahre nach Belgien, wo er den Master in Theologie erwarb. Seit dem Jahr 2020 ist Pater Manu in Deutschland.