Versorgung in Obernheim
: Gebühren für Wasser und Abwasser angepasst

Die Gemeinde Obernheim passt die Wasser- und Abwassergebühren ab dem kommenden Jahr an. Was ändert sich dadurch für die Bürger?
Von
Alexander Reimer
Obernheim
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Die Obernheimer Bürger müssen sich ab 1. Januar bei den Wasser- und Abwassergebühren auf Änderungen einstellen. (Symbolbild)

Roland Weihrauch/dpa

Um satte 60 Cent sind die Wassergebühren 2017 erhöht worden. Seitdem mussten die Obernheimer 2,75 Euro (netto) für einen Kubikmeter Wasser berappen. Doch nun gibt es eine gute Nachricht: Zum neuen Jahr wird der Preis wieder sinken. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Die neuen Preise

2,29 Euro wird ab dem 1. Januar 2024 ein Kubikmeter Wasser in Obernheim kosten. Rechnet man die gesetzliche siebenprozentige Mehrwertsteuer noch hinzu, liegt der Preis bei 2,45 Euro. Bisher waren es 2,94 Euro.

Uwe Zöllner vom Büro Zöllner Kommunalberatung (Mössingen) legte den Gemeinderäten das Zahlenwerk dar, und erklärte, warum der Wasserpreis gesenkt werden muss. Die Gebühren für die beiden kommenden Jahre wurden anhand der Jahresabschlüsse 2020 und 2021 sowie anhand der Planzahlen berechnet. Die beiden größten Kostenpunkte in dieser Rechnung seien die laufende Unterhaltung des Wassernetzes (derzeit rund 25 000 Euro im Jahr), sowie die Zahlung an den Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe (derzeit etwa 95 000 Euro im Jahr).

Da in den vergangenen Jahren Überschüsse in Höhe von rund 68 000 Euro erwirtschaftet worden sind, Gemeinden bei der Wasserversorgung aber möglichst nur kostendeckend wirtschaften müssen, wird dieser Überschuss an die Bürger weitergegeben, indem die Gebühr gesenkt wird. „Das Wasser wird günstiger – in Zeiten der Inflation ist das eine gute Nachricht“, fasste Bürgermeister Alexander Hofer zusammen.

Wie gewonnen, so zerronnen

Anders sieht es hingegen bei den Abwassergebühren aus. Die Schmutzwassergebühr wird von 3,60 Euro auf 4,21 Euro pro Kubikmeter erhöht – ein Zuschlag in Höhe von 61 Cent. Die Niederschlagswassergebühr wird um 10 Cent auf 46 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche erhöht.

Für diesen Preisanstieg gibt es zwei Gründe. Den größten Posten stellen die Unterhaltungskosten und Kanalsanierungsmaßnahmen dar. Diese schlugen in 2021 mit knapp 150 000 Euro zu Buche. In 2023 und 2024 sind es immer noch jeweils rund 90 000 Euro.

„Friedensangebot an die Bürger“

Der zweite Grund ist die gestiegene Kostenbeteiligung am Klärwerk Meßstetten-Unterdigisheim, erklärte Zöllner. Die hohen Energiekosten treiben hier die Preise nach oben. Würde keine Anpassung der Gebühren erfolgen, müsste die Gemeinde das Defizit aus eigener Tasche ausgleichen. Doch auch hier muss die Gemeinde kostendeckend wirtschaften, sonst winken keine Fördermittel bei den bevorstehenden Kanalsanierungen. Um den Anstieg der Gebühren etwas zu entschärfen, wurde der Preisanstieg auf die Jahre 2024 bis 2026 verteilt. „Ein Friedensangebot an die Bürger“, sagte Uwe Zöllner.

Die Änderungen der Gebühren wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen.