Energiewende in Obernheim: Wann wird die neue Hackschnitzelanlage fertig?

Die Arbeiten an der neuen Heizanlage sind in vollem Gange. Die als Brennstoff nötigen Hackschnitzel werden in einem unterirdischen Bunker gelagert, der derzeit errichtet wird.⇥
Alexander ReimerMit der neuen Hackschnitzelanlage soll die Halle, das Schwimmbad, die Schule und das Feuerwehrgerätehaus beheizt werden. Die bisher hierfür genutzte Ölheizung soll dann der Vergangenheit angehören. In der jüngsten Sitzung des Obernheimer Gemeinderats wurde der Stand der Arbeiten und das weitere Verfahren vorgestellt.
Planer informieren
Die Planer Gustav Mauthe und Klaus Weingärtner waren hierfür am Dienstagabend zur Sitzung gekommen. Derzeit werde der Bunker für die Hackschnitzel errichtet. Dieser soll nach der Fertigstellung rund vier Meter hoch sein.
Über einen rund 3,5 Meter breiten Einlass im Boden soll das zerkleinerte Holz dann später per Laster in den unterirdischen Bunker hineingeschüttet werden können. Die Heizanlage wird nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch moderner. Die Steuerung soll auf den neuesten Stand gebracht werden. Das Heizsystem könne dann auch von außen per Smartphone gesteuert werden, so Mauthe. Der Abbau der alten Ölkessel ist denkbar einfach: Sobald die neue Anlage in Betrieb ist, wird die Ölheizung abgestellt und könne innerhalb einer Woche abgebaut werden, so der Planer.
Und wie sieht nun der Plan für die kommenden Monate aus? Der Gemeinderat könnte in seiner Sitzung Ende Januar über die Vergabe der restlichen Arbeiten (unter anderem Elektroinstallation und Heizungsbau) entscheiden. Dieser Vorschlag sorgte bei den Räten für Bedenken. Unternehmen müssten bis zum 19. Januar ihre Angebote einreichen. Da zwischen Ausschreibung und Submission die Betriebsferien liegen, hätten die Firmen nur wenige Tage Zeit.
Vergabe Ende Februar
Das Gremium sprach sich deshalb dafür aus, lieber in der Sitzung Ende Februar über die Vergabe zu entscheiden, in der Hoffnung, dass dadurch mehr und bessere Angebote eingehen. Zeitnah nach der Vergabe würden dann die weiteren Arbeiten beginnen. Mit einer Fertigstellung sei dann Mitte des Jahres zu rechnen.
Für Besorgnis sorgt auch die Lage in der Heizungsbranche. Weingärtner und Mauthe konnten zumindest etwas Entwarnung geben. Die Situation habe sich im Vergleich zum vergangenen Jahr wieder etwas entspannt. Aufgrund der Auslastung der Unternehmen sei es damals äußerst schwierig gewesen, Angebote einzuholen. Dennoch seien die Auftragsbücher der Firmen immer noch gut gefüllt, die Auslastung immer noch höher als noch vor einigen Jahren.
Kostenanstieg befürchtet
Was die Kosten angeht, warnte Klaus Weingärtner die Ratsmitglieder allerdings schonmal vor: Im Heizungsbereich verzeichne man im Vergleich zu 2020 einen Preisanstieg von etwa 30 Prozent. Die Gesamtkosten des Projekts (inklusive der bereits begonnenen Erd- und Stahlbetonarbeiten) werden im Haushalt 2024 mit 700 000 Euro veranschlagt. Zuschüsse in Höhe von 500 000 Euro wurden hierfür bewilligt. Alle Gemeinderäte nahmen den aktuellen Sachstand zustimmend zur Kenntnis.
30
Prozent beträgt der Preisanstieg im Heizungsgewerbe seit dem Jahr 2020. Die Gemeinde Obernheim wird unter Umständen tiefer in die Tasche greifen müssen.
