Tote Fledermäuse in Bitz
: Jetzt meldet sich das Landratsamt Sigmaringen zu Wort

Der Vorfall schlägt hohe Wellen: Nachdem Unbekannte in einer Bitzer Höhle ein Feuerwerk gezündet haben, sind mindestens zwei Fledermäuse gestorben. Das Landratsamt Sigmaringen erklärt, warum die Lebensräume der Tiere nicht gestört werden dürfen.
Von
swp
Zollernalbkreis/Bitz
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Fledermäuse nutzen Höhlen für ihren Winterschlaf. Werden sie dabei gestört, wachen sie auf und verbrennen wichtige Fettreserven – was im Ernstfall ihren Tod bedeuten kann.

Fledermäuse nutzen Höhlen für ihren Winterschlaf. Werden sie dabei gestört, wachen sie auf und verbrennen wichtige Fettreserven – was im Ernstfall ihren Tod bedeuten kann.

Foto: Oliver Elsässer/Landkreis Sigmaringen
  • In einer Bitzer Höhle wurden Feuerwerke gezündet, mind. zwei Fledermäuse starben.
  • Höhlen sind wichtige Lebensräume, Fledermäuse dürfen bis 31. März nicht gestört werden.
  • Fledermäuse verbrennen im Winterschlaf Fettreserven, was tödlich sein kann.
  • Fledermäuse sind bedroht und wichtig fürs Ökosystem; ihre Störung ist strafbar.
  • Weitere Infos bei Naturschutzbehörde Sigmaringen und Naturschutzzentrum Obere Donau.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Karsthöhlen der Schwäbischen Alb sind in vielerlei Hinsicht echte Besonderheiten – sei es mit Blick auf die Geologie, die Flora oder die Fauna. Höhlen sind aber auch äußerst empfindliche Naturphänomene, die es zu schützen gilt, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamts Sigmaringen. Die jüngsten Störungen in Höhlen bei Bitz nimmt die untere Naturschutzbehörde deshalb zum Anlass, darauf noch einmal hinzuweisen: Bis zum 31. März dürfen Höhlen mit Fledermausvorkommen auch im Landkreis Sigmaringen nicht betreten werden.

Mit ihrer Ästhetik bringen Höhlen den Betrachter zum Staunen. Aus Sicht des Denkmalschutzes sind sie zudem ein wissenschaftliches Archiv der Vergangenheit, für Flora und Fauna ein wichtiger Lebensraum. In Höhlen überwintern Fledermäuse, die dort ihre Ruhe brauchen. Werden die Tiere im Winterschlaf gestört, wachen sie auf und verbrennen dabei Fettreserven, die sie dringend bis zum Frühjahr brauchen. Werden diese Reserven aufgrund von Störungen aufgebraucht, können die Tiere an Erschöpfung sterben.

Kein Kavaliersdelikt

Die heimischen Fledermäuse stehen bereits fast allesamt auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Auch deshalb sollten die Bestände nicht noch weiter geschwächt werden. Als Schädlingsbekämpfer leisten Fledermäuse aber auch einen wertvollen Beitrag zum Ökosystem, wovon beispielsweise die Landwirtschaft profitiert. Fledermäuse sind streng geschützt. Wer ihre Winterruhe stört, ihre Lebensstätte zerstört oder mutwillig Tiere tötet, begeht eine Straftat.

Werden Höhlen von Fledermäusen genutzt, weisen meistens Schilder darauf hin. Höhlenbesichtigungen sollten in diesem Fall auf den Sommer verschoben werden. Weitere Informationen zum Thema gibt es bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Sigmaringen, Telefon: (07571) 10 22 313, und beim Naturschutzzentrum Obere Donau, Telefon: (07466) 92 800, E-Mail: info@nazoberedonau.de.

Bereits Anfang Februar haben fünf Unbekannte im Hohlen Fels in Bitz ein Feuerwerk entzündet. Die Explosion hat wohl eine Fledermaus direkt getötet. Eine weitere Fledermaus wurde später tot in einer Felsspalte gefunden. Die Tat wurde von einer Wildkamera aufgenommen. Der Vorfall wurde erst kürzlich bekannt. Die Polizei ermittelt.