Feuerwerk in Bitzer Höhle gezündet: Fledermäuse nach Explosion tot – Peta setzt Belohnung aus

Eine Fledermaus wurde tot auf dem Boden gefunden.
Privat/dpa- Unbekannte zünden Feuerwerk in einer Fledermaushöhle in Bitz, einige Tiere sterben.
- Peta bietet 1000 Euro Belohnung für Hinweise zur Verurteilung der Täter.
- Fledermausexperte Dieter Hoffmann macht das Ereignis auf Facebook publik.
- Fledermäuse kehren wegen fehlender Alternativen trotz Gefahr zur Höhle zurück.
- Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstößen gegen Naturschutz- und Tierschutzgesetz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine Wildkamera hat das Geschehen aufgezeichnet: Fünf Unbekannte betreten am Abend des 7. Februar den Hohlen Fels in Bitz und zünden dort einen Böller. Eine Fledermaus soll durch die heftige Explosion sofort gestorben sein. Die anderen Fledermäuse wurde aus der Höhle vertrieben. „Bei den Anfang Februar herrschenden Temperaturen leider ein Todesurteil für die Tiere“, schreibt Dieter Hoffmann in seinem Post auf Facebook.
Hoffmann ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst in Albstadt und Fledermausexperte. Er hat die Geschichte kürzlich in den sozialen Medien publik gemacht. Das Entsetzen unter den Menschen ist groß. Einige Nutzer der Plattform fordern in den Kommentaren Strafen für die Übeltäter, machen ihrem Unmut Luft und drücken ihre Fassungslosigkeit aus. „Die Bestie Mensch hat wieder ihre hässliche Fratze gezeigt“, heißt es da unter anderem.
Überlebende sind weiter in Gefahr
Die Befürchtung, dass das kalte Wetter bei den Tieren, die aus ihrem Winterschlaf gerissen wurden, sein Opfer fordern wird, hat sich bei einem Kontrollgang in der Höhle bewahrheitet. Es wurden zwei tote Fledermäuse gefunden. Eine der beiden Tiere sei vermutlich einige Tage nach der Explosion wieder in Höhle zurückgekehrt und dann gestorben. Sie wurde in einer Felsspalte gefunden. Ein Verhalten, das für Fledermäuse typisch ist, wie Hoffmann erklärt: Die Tiere versuchen auch kurz vor ihrem Tod, sich mit letzter Kraft in einer Spalte Schutz zu suchen. Die andere Fledermaus wurde tot auf dem Boden gefunden, was darauf hindeutet, dass sie wohl unmittelbar durch die Explosion gestorben ist.
Inzwischen seien auch weitere Fledermäuse wieder zur Höhle zurückgekehrt. „Ob diese die Störung überleben, hängt stark vom Wetter dieses Frühjahrs und den weiteren Störungen ab. Nach einer solchen Störung genügt vermutlich der leider übliche Publikumsverkehr in der Höhle, um noch mehr Tiere zu töten.“ Wohlgemerkt: Winterquartiere von Fledermäusen dürfen im Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. März nicht betreten werden! Dass die Tiere nach einer Explosion überhaupt zurückgekehrt sind, ist wohl der Verzweiflung geschuldet. Offenbar kennen die Fledermäuse in der Nähe kein Ausweichquartier, müssen also weiter mit dem Hohlen Fels vorliebnehmen.
Peta setzt Belohnung aus
Bei vier der fünf Täter handle es sich vermutlich um Jugendliche, mutmaßt Hoffmann in seinem Facebook-Beitrag. Das Landratsamt Zollernalb habe Anzeige erstattet, die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Dass es sich bei dieser Böllerei keinesfalls um einen Jugendstreich handelt, zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit. Laut Hoffmann habe es nach einer Silvesterparty 2004/2005 mehr als zehn Jahre gedauert, bis die ersten Fledermäuse zurückgekommen seien. Erst vor zwei Jahren hat die Fledermauspopulation wieder eine Größe erreicht, wie vor der Jahrtausendwende. In Deutschland gibt es 25 Fledermausarten. Doch ihre Habitate nehmen immer weiter ab. Immer wieder werden Lebensräume durch den Menschen bedroht. Viele der Arten sind gefährdet, einige stehen auf der Roten Liste und sind sogar vom Aussterben bedroht.
Am Montagnachmittag veröffentlicht die Tierschutzorganisation Peta eine Pressemitteilung und verpsricht eine Belohnung für die Überführung der Täter: „Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym“, heißt es darin.
„Wehrlose Tiere im Winterschlaf mit Feuerwerkskörpern zu töten, ist eine verstörende Grausamkeit“, wird Peter Höffken, Fachreferent bei PETA in der Mitteilung zitiert. „Die Täter müssen umgehend ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Wer fühlende Lebewesen so skrupellos misshandelt, ist eine Gefahr für die gesamte Gesellschaft.“ Peta verweist dabei auf Erkenntnisse aus der Psychologie, die einen Zusammenhang zwischen Gewalttätern und Tierquälerei aufzeigen. Die Organisation werde, so heißt es weiter in dem Schreiben, in den kommenden Tagen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Hechingen erstatten.
