Starkregen in Albstadt: Truchtelfingen und Ebingen haben Priorität in der Detailanalyse

In Ebingen wurden vier Bereiche festgestellt, die potenziell stark gefährdert für Hochwasser aufgrund von Starkregen sind.⇥
Ingenieurbüro HeberleDer Deutsche Wetterdienst rechnet für die Zukunft mit mehr extremen Regenfällen. Die Folgen solcher Ereignisse erlebten die Albstädter erst wieder im Sommer vergangenen Jahres: Gewitterregen, vollgelaufene Keller und Tiefgaragen sowie verstopfte Abwasserschächte. Doch welche Gebiete sind besonders betroffen? Dieser Frage geht die Stadt Albstadt bereits seit geraumer Zeit auf die Spur und hat nun den weiteren Verlauf beschlossen.
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Anhand einer Voruntersuchung des Ingenieurbüros Heberle aus Rottenburg ergab sich Handlungsbedarf in bestimmten Gebieten. Höchste Priorität haben die beiden südöstlichen Ortsteile Truchtelfingen und Ebingen. Das ist seit Juni 2022 bekannt. Um die Kosten für ein Starkregenrisikomanagement nicht allein zu tragen, stellte die Verwaltung einen Zuwendungsantrag. Der wurde Ende November bewilligt. So konnte der Technische Ausschuss am Dienstag den Auftrag für rund 125 000 Euro an das Büro Heberle einstimmig vergeben. Knapp 88 000 Euro werden dabei vom Regierungspräsidium Tübingen übernommen.
In der bisherigen Untersuchung wurde jeder Stadtteil begutachtet und Gefahrenstellen festgehalten. Nicht jedes Mitglied des Technisches Ausschusses war jedoch mit diesen Gefahrenstellen einverstanden. Thilo Frizenschaf (WSA) merkte in der Sitzung an, dass manche Gebiete markiert worden sind, in denen es die vergangenen Jahre keine Überschwemmung oder Ähnliches gab. Andere Gebiete sind indes immer betroffen und nicht als Gefahrenstelle markiert. Als Beispiel nennt er die Truchtelfinger Straße oder auch an der Unterführung beim Riedbach. „Mir ist klar, dass wir nicht jeden schützen können.“ Er bittet jedoch darum, dass historische Daten und die Feuerwehr mit ihren Einsatzorten und Erfahrungen zurate gezogen werden.
Nächster Schritt: Untersuchungen anhand Erfahrungsberichte
„Wir sind noch gar nicht so weit“, erklärt indes Bernd Michael Abt, Leiter des Amts für Bauen und Service. Die bisherigen Ergebnisse der Fließweganalyse basieren auf Karten- und Geodatendiensten, um eine Vorauswahl für bestimmte Gebiete zu treffen, da das gesamte Stadtgebiet nicht auf einmal untersucht werden könne, so Abt. Ziel dieser Priorisierung sei es, für das weitere Vorgehen erste Hinweise und Abschätzungen über den Umfang des Vorhabens sowie das weitere Vorgehen zu erarbeiten. Mit dem Beschluss des Ausschusses könne das Ingenieurbüro in die detaillierte Untersuchung gehen und unter anderem historische Daten mit einbeziehen.
Freie-Wähler-Stadtrat Peter Landenberger interessierten zudem die Finanzen. Nachdem die weiteren Untersuchungen des Ingenieurbüros bezuschusst werden, wollte er wissen, ob für die konkreten Maßnahmen ebenfalls finanzielle Unterstützung erhalten werden könne. Dies bejahte Bürgermeister Udo Hollauer, ob die Anträge bewilligt werden und in welcher Höhe könne zum derzeitigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.
Leitfaden des Landes für Starkregen
2016 hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg eine landesweite Strategie zum Umgang mit Hochwasser entwickelt und einen Leitfaden herausgegeben. Im Leitfaden wird die Erstellung sogenannter Starkregengefahrenkarten empfohlen, anhand derer eine detaillierte Bestandsanalyse ermöglicht wird. Die Berechnung der Überflutungsflä-chen und Fließgeschwindigkeiten erfolgt anhand eines zweidimensionalen, instationären, hydraulischen Berechnungsmodells. Anhand der Bewertung des Überflutungsrisikos kann ein Handlungskonzept erarbeitet werden und konkrete bauliche und nicht bauliche Maßnah-men können abgeleitet werden.
