Shishabar Albstadt
: Lieber Cocktails statt Shisha

Der Trend des Shisha-Rauchens ebbt wieder ab. Unter anderem durch die gesetzlichen Vorgaben mit kleineren Verpackungseinheiten. Deshalb setzt man in Ebingen auf Cocktail-Bar.
Von
Vera Bender
Albstadt
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  • Gökhan Korkmaz (links) und Deniz Kayisli haben im Dezember 2023 die Shisha-Lounge „Empire“ in Ebingen übernommen und arbeiten an einem neuen Konzept, das auf gemütliche Abende mit und ohne Alkohol setzt.⇥

    Gökhan Korkmaz (links) und Deniz Kayisli haben im Dezember 2023 die Shisha-Lounge „Empire“ in Ebingen übernommen und arbeiten an einem neuen Konzept, das auf gemütliche Abende mit und ohne Alkohol setzt.⇥

    Vera Bender
  • Es werden Cocktails gemixt.⇥

    Es werden Cocktails gemixt.⇥

    © 5ph /adobe.stock.com
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Jeder Trend hat einen Anfang und ein Ende. Das ist naturgemäß so. Und der Trend „Shisha“ neigt sich so langsam dem Ende zu. Wie viel die neuen gesetzlichen Regelungen dazu beigetragen haben, kann man nur mutmaßen.

Fördergeld für Projekte

Seit September 2022 darf Shisha-Tabak nämlich nur noch in kleinen Verkaufseinheiten zu 25 Gramm verkauft werden. Damit wollte der Gesetzgeber verhindern, dass vor allem Shisha-Bars aus einer 200-Gramm-Dose Tabak mehr sogenannte „Köpfe“ für eine Shisha herausholen und damit unterm Strich zu wenig Tabaksteuer zahlen. Das Gegenteil hat man erreicht. Wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2022 noch 893 Tonnen Shishatabak verkauft, so waren es im vergangenen Jahr nur noch 727 Tonnen.

Denn vor allem private Käufer ärgern sich über die kleinen Packungseinheiten. Etwa vier Euro müssen sie für das Päckchen pro Pfeifengenuss zahlen. Dazu kommt noch der enorme Verpackungsmüll, da jedes Päckchen einzeln in Folie eingewickelt und mit einer Steuerbanderole versehen ist. So mancher junge Erwachsene ist seit dem Jahr 2022 auf den neuen Trend „Vape“ umgestiegen, was der Umwelt aber noch weniger zuträglich ist. Inzwischen dampft man mit einer elektronischen Zigarette vor sich hin, die mit Liquid gefüllt und mit Batterien betrieben ist. Verpackungsmüll und kein Ende für jede einzelne Vape.

Bar mit neuem Konzept

Und gerade weil der Shisha-Trend sich dem Ende zuneigt, haben die beiden Freunde Deniz Kayisli und Gökhan Korkmaz im Dezember letzten Jahres zwar die bestehende Shisha-Bar „Empire“ in der Ebinger Johannes-Maute-Straße übernommen, betreiben sie aber mit einem neuen Konzept – als Cocktailbar. Ein Treffpunkt für alle Altersgruppen, Schichten und Nationalitäten. Für Geschäftsleute ebenso wie für Mädelscliquen oder Freunde.

Viele wollen gar nicht rauchen

Wer eine Shisha bestellt, bekommt diese, denn eine moderne Lüftungsanlage ist ja vorhanden und zieht im Nullkommanichts den Qualm aus dem Innenraum. Für elf Euro plus vier Euro für den Tabak, also zum Gesamtpreis von 15 Euro, kann man sich seine bevorzugte Geschmacksrichtung aussuchen und genüsslich Shisha rauchen. „Aber es gibt immer mehr Gäste, die überhaupt nicht rauchen wollen“, ist die Erfahrung der beiden neuen Inhaber, die übrigens selbst Nichtraucher sind. Sie wollen in Ebingen einfach eine Bar betreiben, in der es Cocktails genauso gibt wie Kaffee, Tee oder andere Getränke. Wo es gemütlich ist und man gerne hinkommt.

Anbau mit Dachterrasse geplant

„So etwas fehlte bislang in Ebingen. Da ist Balingen viel besser aufgestellt“, meint Gökhan Korkmaz. Und er ergänzt, dass man auf längere Frist plant, einen Anbau zu erstellen, in dem überhaupt nicht geraucht wird, und die Terrasse nebenan dann einfach auf dem Dach des Anbaus zu platzieren. Aber auch ohne die Dachterrasse haben die Inhaber, die beide Familie haben, die bestehenden Räume schon sehr einladend und gemütlich eingerichtet.

Gemütliches Ambiente

Kein Wunder, dass sich immer mehr neue Besucher zu den Stammgästen gesellen. Manchmal kommt eine ganze Truppe Mädels vorbei und hat einen schönen und ausgelassenen Abend. Einmal pro Monat gibt es sogar einen „Ladys Day“. Doch auch so sorgen die Inhaber dafür, dass niemand belästigt wird und sich jeder willkommen fühlt. Täglich hat das Empire ab 18 Uhr geöffnet. Den Namen der Bar haben die beiden Geschäftsleute absichtlich beibehalten.

Korkmaz und Kayisli wissen, wovon sie reden. Sie sind beide in Deutschland geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und haben hier studiert. Junge Leute, und nicht nur sie, brauchen einen Ort, an dem sie sich in ungezwungener Runde treffen können. Der Trend „Disco“ ist ebenfalls Geschichte, und ins Restaurant geht man zum Essen. Da bleibt also nicht mehr viel übrig, wenn man nicht als „Couch-Potato“ zu Hause vor der Spielekonsole sitzen will. Im Empire läuft gute Musik, das Ambiente ist modern und gemütlich zugleich, auf dem großen Fernseher knistert das digitale Kaminfeuer und die Atmosphäre ist einladend.

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Gramm darf die Verpackungseinheit von Shisha-Tabak nur noch beinhalten. Früher gab es Tabakdosen mit 200 Gramm bis einem Kilogramm Inhalt für mehrere Shisha-Köpfe.