Schlichemhalle in Tieringen: Erste Kostenschätzung schlägt mit 800.000 Euro zu Buche

In der sonnenlichtdurchfluteten Schlichemhalle machen sich der Tieringer Ortschaftsrat mit Ortsvorsteherin Isabella Merkt, Bürgermeister Frank Schroft und weitere Vertreter der Stadtverwaltung Gedanken über die Sanierung dieses Sport- und Veranstaltungsgebäudes.
Volker Bitzer/Stadt Meßstetten- Ortschaftsrat Tieringen priorisiert die Modernisierung der Schlichemhalle.
- Erste Kostenschätzung liegt bei annähernd 800.000 Euro – ohne Boden, Heizung, Decke.
- Wichtigste Wünsche: feste Bühne, bessere Küche, neues Foyer, modernere Duschen und Umkleiden.
- Bürgermeister mahnt: keine Salamitaktik, zuerst Fördermöglichkeiten prüfen.
- Zwischenzeitlich wurden Außenbereich und Parkplätze mit helleren LED-Lampen ausgeleuchtet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bevor es zur Schlichemhalle ging, machte die Delegation einen Umweg in Richtung Kindergarten. In der Kriegäckerstraße und der Straße „Harrgart“ begutachtete sie den geteerten, eher schmalen Gehweg. Dieser weist Risse und Bodenwellen auf, verursacht durch die eng am Trottoir stehenden Bäume, die Wurzeln ausgebildet haben.
Wie ist Abhilfe möglich? Weitere Bäume entfernen? Das städtische Bauhofteam hat bereits einige herausgenommen. Neu asphaltieren? Hilft vielleicht nur kurzfristig. Welche Lösung ist nachhaltig? Der Ortschaftsrat Tieringen wird nun in einer der nächsten Sitzungen darüber befinden, welchen Weg er einschlagen möchte, teilt die Stadt Meßstetten mit.
Bühne steht ganz oben auf der Liste
Im Fokus stand jedoch die Schlichemhalle. Seit einigen Wochen sind die dortigen Parkplätze und das Umfeld ausgeleuchtet. Das, nachdem der städtische Bauhof moderne, sparsame und dennoch hellere LED-Lampen aufgestellt hatte – und damit einen Wunsch des Ortsbegangs 2025 erfüllt hat. Auf der Wunschliste steht weiter die Modernisierung der Schlichemhalle, die, wie viele Hallen aus den 70er-Jahren, nach Jahrzehnten intensiver Nutzung baulich und technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.
Vertreter der Tieringer Vereine und der evangelischen Kirche, die allesamt die Schlichemhalle regelmäßig nutzen, haben sich Gedanken gemacht, Ideen gesammelt und ihre Vorstellungen artikuliert. Was der Schlichemhalle seit jeher fehlt, ist eine feste Bühne. Jedes Mal, wenn etwa der Musikverein auftritt oder andere Vereine das erhabene Podium benötigen, muss eine Bühne aufgebaut und wieder demontiert werden. Das kostet Zeit und Mühen. Eine richtige Bühne – das ist deshalb das priorisierte Anliegen.
Sportler duschen lieber zu Hause
Weiter stehen auf der Wunschliste: eine leicht abgewandelte Küchenaufteilung mit einem direkten Zugang nach außen zur besseren Belieferung, eine Umgestaltung des Foyers, verbesserte Umkleiden und sanitäre Anlagen – die Sportler, wie es ein Ortschaftsrat formulierte, nach schweißtreibenden Übungseinheiten lieber zu Hause duschen lassen.
Stadtbaumeister Claus Fecker brachte Informationen zu den Kosten mit, außerdem die Vorstudie des Büros „Mauthe Architekten + Ingenieure“ Balingen. Diese sieht sechs Bausteine vor: die Erweiterungen von Bühne, Sanitäranlagen, Küche und Eingangsbereich, die Sanierung von Duschen und Umkleiden sowie einen Hallenumbau für Heizungsverkleidungen und Kantenschutz-Stützen.
Fast 800.000 Euro
Zusammengerechnet kommt man auf einen Bruttobetrag von annähernd 800.000 Euro. Vor allem die Anbauten für die Bühne (fast 70 Quadratmeter) und die Sanitäranlagen (etwa drei Meter hangseitig) schlagen mit allein über 600.000 Euro am stärksten zu Buche. Selbst bei Modernisierung all dieser Segmente hat die Schlichemhalle noch keinen neuen Boden, keine neue Heizung und keine neue Decke. Dass all dies eines Tages nötig werden wird, da waren sich alle Beteiligten des Ortsumgangs sicher.
Vor diesem Hintergrund sah Bürgermeister Frank Schroft eine übereilte Vorgehensweise nach „Salamitaktik“ kritisch. Zudem verwies er auf die grundsätzliche Maßgabe des Gemeinderats, dass keine Baumaßnahme angegangen wird, ohne dass zuvor geprüft wurde, ob Zuschüsse aus Fördertöpfen generiert werden können. Bekanntlich dauern solche Antragstellungen ihre Zeit.
Zeit, die die Ortschaft nutzen könnte, um ihre Wünsche zu überdenken und für eine gewisse Dauer hintenanzustellen, um in einigen Jahren – und möglicherweise mit vorliegenden Fördermittelzusagen – eine umfangreiche Generalsanierung der Schlichemhalle anzugehen. Tatsächlich offenbarte die ausgiebige Diskussion, dass sich das Tieringer Gremium mit dieser Marschroute anfreunden könnte. Konkret darüber beraten wird es in einer der nächsten Sitzungen.