Ortsbegang in Unterdigisheim
: Neue Bauplätze und ein Lost Place

Wo drückt den Meßstetter Ortschaftsräten der Schuh, was brennt den Bürgervertretern in den Stadtteilen auf den Nägeln? Das wurde nun in Unterdigisheim beim Ortsbegang herausgefunden.
Von
swp
Meßstetten
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Beim Ortsbegang durch Unterdigisheim besprachen die Ortschaftsräte mit der Stadtverwaltungs-Delegation um Bürgermeistre Frank Schroft ihre Anliegen.

Beim Ortsbegang durch Unterdigisheim besprachen die Ortschaftsräte mit der Stadtverwaltungs-Delegation um Bürgermeister Frank Schroft ihre Anliegen.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer
  • Unterdigisheim: Drei Bauplätze im Gebiet „Oberdigisheimer Straße“ ab sofort zum Verkauf.
  • Geforderte Fußgängerampel in der Appentalstraße soll bald vom Landkreis umgesetzt werden.
  • Heimbergstraße: Generalsanierung wird geprüft, basierend auf städtischem Straßenzustandskatalog.
  • Burtelbach: Anwohner müssen Mindestabstände zu Gewässerrandstreifen einhalten.
  • Leerstand Buchstraße 20/22: Ehemaliges Gasthaus bleibt ungeklärt, wem das Gebäude gehört.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Vor Kurzem waren Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft und weitere Vertreter der Stadtverwaltung in Unterdigisheim unterwegs, um die Anliegen des Ortschaftsrates bei einem Rundgang durch den Ort zu besprechen. Dabei zeigte sich: Das Meiste ist am Laufen oder in der Pipeline, wie es laut Pressemitteilung der Stadt heißt. Zumindest jene Projekte, bei denen die Stadtverwaltung Herr des Verfahrens ist. Ein Beispiel sind die drei Bauplätze im Baugebiet „Oberdigisheimer Straße“. Dieses Areal, auf dem einst noch die Textilfirma Blickle stand, war nicht nur einmal auf der Liste des Ortschaftsrates Unterdigisheim bei Ortsbegängen in den zurückliegenden Jahren. Mittlerweile hat die Stadtverwaltung Meßstetten das Gelände mit einer Zufahrtsstraße erschlossen und randseitig einige Parkplätze anlegen lassen; die drei angrenzenden Bauplätze stehen nun zum Verkauf. Erst in der Meßstetter Gemeinderatssitzung Anfang Juli hatte das Gremium die Verkaufsbedingungen dafür einstimmig beschlossen.

Ein Thema, das die Unterdigisheimer Bevölkerung seit längerer Zeit beschäftigt, ist die vom Ortschaftsrat geforderte Fußgängerampel in der Appentalstraße. Etwa 50 Meter vom Rathaus entfernt in Richtung Bäratal soll diese platziert werden. In dieser langgezogenen Kurve kommen Autos oft recht zügig ums Eck und obendrein für Fußgänger spät erkennbar, teilt die Stadt mit. Gerade für Kinder sei deshalb das Überqueren der Straße an dieser Stelle besonders gefährlich, jedoch ist es für sie der nächste Weg zur Bushaltestelle oder zum Kindergarten. Das Projekt soll demnächst durch die Straßenmeisterei des Landkreises umgesetzt werden.

Abstände müssen eingehalten werden

Ein Schmerz, der die Unterdigisheimer plagt und ebenfalls zusammen mit der Kreisbehörde in Angriff genommen werden müsste, betrifft die sogenannten Gewässerrandstreifen des Burtelbaches. Hier müssen Anwohner auf direkt angrenzenden Grundstücken einen vorgeschriebenen Mindestabstand für Lagerplätze einhalten. Dieser ist aktuell nicht an allen Stellen gegeben.

Die Heimbergstraße ist in Unterdigisheim jene, die nicht mehr im allerbesten Zustand ist. Der ein oder andere Rohrbruch in den zurückliegenden Jahren wurde behoben, ebenso reparierte der Bauhof winterbedingte Risse in der Fahrbahn. Nun wünschen sich die Ortschaftsräte aber gerne eine Generalsanierung. Stadtbaumeister Claus Fecker klärte auf, dass es für die gesamte Stadt bereits seit gut acht Jahren einen Straßenzustandskatalog gibt, in dem sämtliche Straßen gemäß der Qualität ihrer Fahrbahnoberfläche und des Kanalzustandes gelistet sind. Nach Dringlichkeit einer Sanierung wird diese Liste abgearbeitet. Bürgermeister Schroft sagte zu, die Heimbergstraße hinsichtlich ihrer Priorisierung prüfen zu lassen.

Einst Kindergarten, heute leerstehendes Gasthaus

Zum Abschluss des knapp einstündigen Ortsbegangs, bei dem Ortsvorsteher Alexander Maurer übrigens all seine Ratskollegen begrüßen konnte, wurde es noch ein wenig geheimnisvoll. Als ein „Lost Place“ könnte das seit vielen Jahren leerstehende Gebäude Buchstraße 20/22 bezeichnet werden. Hier, wo einst das Gasthaus Alb-Linde beheimatet war, tut sich seit Jahrzehnten nichts mehr. Es ist nicht einmal bekannt, wem Grundstück und Gebäude überhaupt gehören. Alle bisherigen Recherchen blieben ergebnislos. Ortsvorsteher Maurer hat aber einen Schlüssel dafür, denn der ist seit einer gefühlten Ewigkeit im Rathaus deponiert. Und so konnten die Bürgervertreter und die Rathaus-Delegation auch mal ins Innere und die ehemalige Wirtsstube blicken. Geschichte erwachte. Der ein oder andere erinnerte sich, als Kind noch hier gewesen zu sein. Erzählungen gehen sogar noch weiter in die Vergangenheit; so weiß Meßstettens Bauhof-Leiter Michael Mayer, ebenfalls Unterdigisheimer: „Das war sogar mal ein Kindergarten, mein Vater ging hierher, und man sprach noch vom Schwesternhaus.“