Ortsbegang in Oberdigisheim
: Sie wollen den Jugendraum wieder herrichten

Den Abschluss der Ortsbegänge 2026 in Meßstetten machte dieses Jahr der Stadtteil Oberdigisheim. Ortsvorsteher Alexander Marquart hat sich einige Punkte auf seiner Liste notiert.
Von
red
Meßstetten
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Die jungen Leute von Oberdigisheim möchten gerne den Jugendraum (Bild) im Untergeschoss des Kindergartens wiederbeleben. Jacky Moser, Luis Clesle und Theo Huber (von links) waren beim Ortsbegang mit dabei und brachten im Namen aller ihren Wunsch vor – ideenreich und mit dem wohlvernommenen Versprechen, vieles in Eigenleistung und Elternunterstützung herrichten zu wollen.

Die jungen Leute von Oberdigisheim möchten gerne den Jugendraum (Bild) im Untergeschoss des Kindergartens wiederbeleben. Jacky Moser, Luis Clesle und Theo Huber (von links) waren beim Ortsbegang mit dabei und brachten im Namen aller ihren Wunsch vor – ideenreich und mit dem wohlvernommenen Versprechen, vieles in Eigenleistung und Elternunterstützung herrichten zu wollen.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer
  • Oberdigisheim beschließt Ortsbegänge 2026: Viele Bürger kamen, darunter drei 16-Jährige.
  • Jugendliche wollen den Jugendraum im UG des Kindergartens reaktivieren – mit Eigenleistung.
  • Brandschutz, Heizung und Sanitär müssen geprüft werden. Entscheidung steht noch aus.
  • Der Jugendraum war seit zehn Jahren ungenutzt. Ein Verein existierte seit Juni 2002.
  • Ortschaftsrat plant entlang der „kleinen“ Breitenstraße Ersatz alter Bäume durch klimaresiliente.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Meßstetter Ortsbegänge in den Stadtteilen sind öffentliche Veranstaltungen; im Grunde mobile Ortschaftsratssitzungen, bei denen interessierte Bürgerinnen und Bürger stets willkommen sind. Die Realität, so zeigte es sich auch in diesem Jahr, ist eine andere. Meistens waren die Ortschaftsräte mit der kleinen Stadtverwaltungsdelegation alleine unterwegs, nur vereinzelt schloss sich ein kommunalpolitisch gewogener Zeitgenosse an, berichtet die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

Umso mehr erstaunte es, dass sich in Oberdigisheim gleich mehrere Leute am Rathaus einfanden, um mit dabei zu sein; darunter sogar drei junge Kerle, gerade mal so 16 Jahre alt, bei denen man eine ausgesprochene Affinität zu Lokalpolitik auf Ortsebene jetzt nicht zuvorderst vermutet hätte, die aber an diesem Abend eine Schlüsselrolle spielten.

Recht groß war die Gruppe von Ortschaftsrat, Stadtverwaltung und einigen Bürgern, die beim Ortsbegang in Oberdigisheim durch den Ort marschierte. Direkt beim Rathaus freute man sich über den gelungenen Sitzkreis aus Holzbänken. Ebenso war die nicht mehr korrekt schließende Tür zum Feuerwehranbau ein Thema.

Recht groß war die Gruppe von Ortschaftsrat, Stadtverwaltung und einigen Bürgern, die beim Ortsbegang in Oberdigisheim durch den Ort marschierte. Direkt beim Rathaus freute man sich über den gelungenen Sitzkreis aus Holzbänken. Ebenso war die nicht mehr korrekt schließende Tür zum Feuerwehranbau ein Thema.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer

Von Anbeginn bis zum Schluss waren die Jungs dabei, marschierten mit dem Tross durch den halben Ort, um an verschiedenen Stellen Dinge zu begutachten. Dabei ging es um ihre Herzensangelegenheit erst bei der letzten Station, dem städtischen Kindergarten. In dessen Untergeschoss befindet sich der einstige Jugendraum von Oberdigisheim.

Er ist bis auf die eingebaute Theke, einen Feuerlöscher und ein wenig Krimskrams leergeräumt; ein an die Wand gepinselter Uhu, ein knallrotes, grafisch-markantes „Jugendraum-Logo“ und unzählige Bieraufkleber einer Bremer Brauerei zeugen von einer einst geselligen UG-Location, wo sich die jungen Leute gerne trafen und sicherlich die ein oder andere Party schmissen. Lange ist’s her. Sogar bei einigen Ortschaftsräten blühten jedoch Erinnerungen an früher auf.

Seit zehn Jahren Stille

Aber geht es nach den Wünschen von Jacky, Luis und Theo und vielen weiteren Jugendlichen in Oberdigisheim, dann dürfte der Dornröschenschlaf des Jugendraums alsbald vorbei sein. Sie möchten ihn gerne wieder reaktivieren. Es war im Juni 2002, als offiziell ein Verein „Jugendraum Oberdigisheim“ eingetragen wurde; der Betrieb des alten Jugendraums reicht aber bestimmt noch weitere zehn Jahre zurück, wie Ortsvorsteher Alexander Marquart grob ausfindig machen konnte. Genauso lange dürfte nun Ruhepause sein.

Prinzipiell stießen die jungen Leute mit ihrem Wunsch bei der Ortsbegangs-Delegation auf offene Ohren. Nicht zuletzt, weil der Ortsnachwuchs auch bereit wäre, selbst kräftig mitanzupacken, wenn es darum geht, den Jugendraum wiederzubeleben und aufzuhübschen. Jacky, Luis und Theo zeigten sich voller Tatendrang. Am liebsten hätten sie – zusammen mit rund 20 anderen Kumpels und Mädels im Rücken – gleich anderntags losgelegt. Aber so schnell geht es natürlich nicht, selbst dann nicht, wenn Schultes, Ortsvorsteher und Ortschaftsrat ihnen den Rücken stärken.

Alte Bäume sollen weg

So ist zunächst zu prüfen, ob der Heizkessel die erforderliche Kapazität hat, um neben dem Kindergarten im EG auch die Räumlichkeiten darunter zu wärmen; die sanitären Anlagen sollten erneuert werden; eine zusätzliche Fluchttür wäre zwar vorhanden, aber ist die ausreichend dimensioniert? Entscheidend sind vor allem aber verschiedene Faktoren des Brandschutzes, die auf den Prüfstand müssen. Ergo sind noch einige Fragen zu klären. Aber aufmunternd ist für die drei Jungs schon einmal das grundsätzliche Placet der Runde.

Riesig sind manche Linden und Ahorn, die an der Bach-Böschung zwischen Breitenstraße (links) und deren Ableger stehen. Nach und nach sollen nach dem Ansinnen des Ortschaftsrates Oberdigisheim die alten Bäume weg und durch klimaresiliente junge ersetzt werden.

Riesig sind manche Linden und Ahorn, die an der Bach-Böschung zwischen Breitenstraße (links) und deren Ableger stehen. Nach und nach sollen nach dem Ansinnen des Ortschaftsrates Oberdigisheim die alten Bäume weg und durch klimaresiliente junge ersetzt werden.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer

Parallel zur Breitenstraße, der vielbefahrenen Verbindungsstraße zwischen Oberdigisheim und Obernheim, verläuft westlich, vom Kohlstattbrunnenbach samt Grünstreifen getrennt, eine kleine Anliegerstraße ohne eigenen Namen, also quasi die „kleine“ Breitenstraße als Ableger. Hier stehen viele alte Linden, Eschen und Ahornbäume, manche davon bestimmt an die 80 Jahre alt. Entsprechend ausladend sind ihre Kronen und manche großen Äste kratzen beinahe schon an den Obergeschossen der Häuser. Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen,würde der Ortschaftsrat hier sukzessive alte Bäume gerne entfernen lassen.

Klimafeste Jungbäume sollen kommen

Aber natürlich nur mit gleichzeitiger Verjüngung, wie Alexander Marquart ausdrücklich betonte. Weil es bislang noch keine Wurzelschäden an den Fahrbahnen gibt, wäre es aus Sicht des Ortschaftsrates sinnvoll, zeitig alte Bäume zu fällen. Nicht alle auf einmal, sondern nach und nach. An deren Stelle sollen dann Jungbäume kommen, die möglichst klimaresilient sind. Wie das Oberdigisheimer Baumkonzept nun konkret aussehen könnte, darüber wird das Stadtteilgremium in einer der nächsten Sitzungen beraten.