Einen Abstand zwischen jungen und alten Menschen wird es immer geben. Die äußeren Umstände, in denen verschiedene Generationen aufwachsen, prägen einen Menschen. Doch wie sagt man gerne: In der Mode kommt alles zurück. Und ebenso wie neonfarbene Sportoutfits aktuell ein Comeback erfahren, kehren auch Denkmuster zurück. In der Nachkriegszeit war jeder Frau und jedem Mann der Wert von Lebensmitteln bewusst. Ein Verschwenden gab es nicht. Vom Tier wurde alles verwendet. Auch Strom und Wasser wurden gesperrt, die Heizung nur bei Minusgraden aufgedreht – und Türen und Fenster gehören dann gefälligst geschlossen. „Mir heizet et für dussa.“
Dieser bewusste Umgang mit Ressourcen ist in der heute jüngeren Generation wieder deutlich stärker ausgeprägt als noch vor zehn bis 20 Jahren. Die Gründe dafür mögen differenzieren, doch oft sind sich Jung und Alt näher als sie denken. Das Ergebnis der Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu „Ageismus“ überrascht daher. Ein Drittel der befragten jungen Menschen ist der Meinung, Ältere würden wenig zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen. Ein Irrglaube.

Sogar ein Beitrag zur Gleichberechtigung

Alle Aspekte, wie sich Senioren in der Gesellschaft einbringen, sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Wenn sie sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, verhindern sie damit, dass es noch größere Engpässe in der Pflegebranche gibt. Betreuen Großeltern ihre Enkelkinder, nehmen sie erheblich Druck aus Kindertagesstätten, die ohnehin zu wenig Personal haben. Und Großeltern leisten einen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen: Denn durch ihre Kinderbetreuung können Mütter wieder früher und mit mehr Prozent in den Beruf einsteigen. Allein dieser Wert für die Gesellschaft kann angesichts der Herausforderung für Kommunen in der Kinderbetreuung und Altenpflege kaum überschätzt werden.

Den Wohlstand erarbeitet

Sicher gibt es Senioren, die das gesellschaftliche Leben hinter sich gelassen haben. Diese Alleingelassenen gibt es aber in allen Altersschichten. Sie als Blockierer wahrzunehmen, ist der falsche Ansatz. Das sind Lebenssituationen, um die man niemanden beneiden kann.
Beim Klimaschutz sind die Jungen definitiv die Antreiber, weil sie den Druck auf die Politik erhöhen. Und das ist gut, der Umweltschutz ist die wohl größte Herausforderungen unserer Zeit. Doch die hiesige junge Generation kann sich nur deshalb so intensiv dem Klimaschutz verschreiben, weil die älteren Generationen einen Wohlstand erwirtschaftet hat. Das sollte man nicht vergessen.