Nabu in Albstadt: Am Naturfreibad wurden Ersatzlaichgewässer für Amphibien angelegt

Mathias Stauß (links) und Johannes Luippold am ausgebaggerten Laichbiotop. ⇥
Karl-Otto GaugelNach zweijähriger Planung des Nabu Albstadt rückte vor kurzem oberhalb des Tailfinger Naturbads, nur wenige Schritte von der Heusteigstraße entfernt, der Bagger an, um am Fuße des steil ansteigenden Waldgebietes im Abstand von 20 Metern vier etwa zwei Meter tiefe Gruben auszuheben.
Wie der Nabu und der Biber Kröten beim Laichen helfen
Zwei Wochen vor Beginn der Baggerarbeit hatte Mathias Stauß vom Vorstandsteam der Nabu–Ortsgruppe zusammen mit Eugen Seybold und Wolfgang Bitzer vom Albstädter Forst sowie Johannes Luippold vom Stadtplanungsamt bei einem Vor–Ort–Termin die Situation erkundet und grünes Licht für dieses aufwendige Projekt zum Schutze der heimischen Amphibien erteilt. Nachdem zwischenzeitlich das Gelände vom Albstädter Forst freigeschnitten worden war, konnte mit der Umsetzung begonnen werden.
Seit etlichen Jahren kommen an dieser Stelle zur Laichzeit im Frühjahr viele Amphibien durch den Stadtwald und die angrenzende private Hangwiese herab und gelangen nach dem Überqueren der Heusteigstraße sowohl ins Naturbad als auch in das direkt angeschlossene Retentionsbecken, das zur biologischen Reinigung des Badewassers dient, um dort abzulaichen. Das führte zu Störungen beim Betriebsablauf im Bad und zu Verunreinigungen des Wassers mit Keimen.
300 Meter langer Krötenzaun
Der Nabu versuchte die Situation mit einem 300 Meter langen Krötenzaun, der vom städtischen Bauhof vor der Laichzeit aufgestellt wird, zu entschärfen. In unzähligen Stunden haben Nabumitglieder mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer die am Zaun aufgehaltenen Amphibien eingesammelt und in Eimern über die Straße ins angrenzende Naturschutzgebiet Ried zwischen Tailfingen und Onstmettingen getragen. Von Mitte März bis Ende April wurden allein in diesem Jahr von Nabu–Einsatzleiter Jürgen Hölle und seinen vielen Helfern 2800 Kröten, 8000 Molche und etliche Salamander per Krötentaxi ins Ried transportiert.
Um den enormen Aufwand dieser personal– und zeitintensiven Krötentaxis zu verringern, plante der Nabu daher den Bau von mehreren Ersatzlaichgewässern oberhalb der Heusteigstraße. „Wir hoffen, dass sich die ausgehobenen Gruben bis zum Frühjahr mit Wasser füllen und die Amphibien diese Ersatzlaichplätze auch akzeptieren“, erklärt Mathias Stauß. Auch Johannes Luippold vom städtischen Planungsamt ist zuversichtlich, dass dieses Experiment funktionieren und damit das „Amphibien–Problem“ im angrenzenden Naturbad zumindest teilweise gelöst werden könnte.
Nur etwa eineinhalb Kilometer nördlich des Naturbads, schon auf Onstmettinger Gemarkung, ist Alexander Maurits aus Margrethausen mit seinem Bagger an diesem Tag noch bei einem weiteren Einsatz für den Nabu Albstadt aktiv. Neben der vom Nabu von der Stadt gepachteten Streuobstwiese im Hessental ist er im Feuchtgebiet am dort verlaufenden „Stettbächle“ gerade dabei, drei weitere größere Gruben auszuheben.
Kosten werden vom Landkreis und Nabu getragen
Hier sollen für den deutlich in die Jahre gekommenen und zunehmend verlandenden „Apfelteich“ Ersatzlaichgewässer geschaffen werden, damit den hier zu Laichzeit ebenfalls sehr zahlreich erscheinenden Fröschen und Co. auch zukünftig geeignete Laichbiotope zur Verfügung stehen.
Die Kosten, die noch nicht beziffert werden können, werden zu 70 Prozent vom Zollernalbkreis und mit 30 Prozent vom örtlichen Nabu finanziert.
