Musikverein Onstmettingen
: Junger Vorstand stärkt Jugendarbeit

Der Musikverein Onstmettingen setzt den Fokus auf die Jugendarbeit und möchte dabei seine passiven Mitglieder nicht vergessen. So sieht sich der Verein für die Zukunft gewappnet.
Von
Rena Weiss
Albstadt
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  • Der Musikverein Onstmettingen bei den Proben zur Sommerserenade am 1. Juli.⇥

    Der Musikverein Onstmettingen bei den Proben zur Sommerserenade am 1. Juli.⇥

    MV Onstmettingen
  • Die Geehrten und die neue Vorstandschaft mit Dirigent Sebastian Rathmann sowie Gustolf Kohler (rechts), Vertreter des Blasmusikverbands Zollernalb (links).

    Die Geehrten und die neue Vorstandschaft mit Dirigent Sebastian Rathmann sowie Gustolf Kohler (rechts), Vertreter des Blasmusikverbands Zollernalb (links).

    Musikverein Onstmettingen
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Immer wieder müssen Vereine vermelden, dass sie keine Bewerber für die Vorstandschaft finden. Häufig lassen sich die bisherigen Amtsinhaber zu einer Übergangsphase überreden, doch das gelingt nicht immer und ist auch keine Dauerlösung. Warum aber tun sich viele Vereine so schwer, vor allem junge Menschen für ein solches Amt zu begeistern? Das hat viele Gründe. Mit Anfang 30 bauen sich viele Personen eine Familie auf, starten im Beruf durch oder befinden sich im Umbruch. Das scheint sich nicht mit einer Leitungsfunktion in einem Verein zu vereinen. Hinzukommt Verunsicherung, was mit einem solchen Amt überhaupt einhergeht.

Musikverein Onstmettingen hat einen neuen Vorstand

Der Musikverein Onstmettingen (MVO) hat dafür scheinbar eine Lösung gefunden. Patrick Hähnle ist 27 Jahre alt und seit etwa einem Monat der Vorsitzende (operatives Geschäft) des Vereins. Sein Partner an der Vereinsspitze (Finanzen) ist Jochen Zoller. Mit 36 Jahren gilt er bereits als erfahrenes Mitglied der Vorstandschaft, da er bereits eine Amtszeit als Finanzvorsitzender hinter sich hat. Doch Hähnle ist der Vorstandschaft ebenfalls kein Fremder, war er bereits Teamleiter Festwesen gewesen. „Für mich passt es“, sagt er über die operative Arbeit. Die nächsten zwei Jahre wird er dieser Arbeit für den MVO nachgehen.

Ein neues Gesicht in der Vorstandschaft, aber im Verein ein bekanntes, ist Julia Rotenhagen. „Ich wollte mich wieder mehr im Verein einbringen“, sagt sie über ihr Amt als Beisitzerin. „Aufgrund von Corona wurde einem bewusst, wie viel Zusammenhalt und Gemeinschaft ein Verein bringt.“ Die 29-Jährige möchte sich daher künftig nicht nur musikalisch, sondern auch organisatorisch engagieren. Dazu gehört auch die Öffentlichkeitsarbeit. „Mir liegt der Verein so am Herzen, ich kann ihn nicht allein lassen“, sagt Hähnle, und Rotenhagen pflichtet ihm bei.

Zudem sei ein Jugendausschuss eine Möglichkeit, bereits die jungen Mitglieder an die Vereinsarbeit heranzuführen, sagt Patrick Hähnle. Sowohl er als auch Rotenhagen haben erste Erfahrungen im Jugendausschuss sammeln können. Sind sie doch jeweils etwa 20 Jahre bereits Mitglied. Auch Hähnles Vorgänger Johannes Leichtle schnupperte Ausschussluft in seiner Jugend.

„Wir wollen die Jugendarbeit weiter vorantreiben“, betont Hähnle daher. Das umfasst nicht nur das Organisatorische: Zu der bereits bestehenden Bläserklasse in der Lutherschule wurde vergangenes Jahr eine Klasse in der Schillerschule gebildet. Dirigiert werden sie von Uwe Wagner, Musiklehrer an der Schillerschule. Dafür wurden extra Instrumente angeschafft.

Neues Vorstufenorchester

Zudem gibt es ein neu gegründetes, noch kleines, Vorstufenorchester. Dessen Leitung hat Dirigent Sebastian Rathmann inne. So steigt die Hoffnung, den Verein sukzessive zu verjüngen, um ihn weiterhin zukunftsfähig zu gestalten. „Wir stehen allerdings schon sehr gut da“, versichert Patrick Hähnle.

„Es herrscht eine ganz vertraute Atmosphäre und offene Kommunikation“, fügt Julia Rotenhagen hinzu. Die Mitglieder freuen sich beispielsweise auf eine Orchesterreise im nächsten Jahr. So schaffe man zusätzliche Zugehörigkeit, ist sich das Vorstandsteam einig. „Das Vereinsleben darf nicht außer Acht gelassen werden.“ Hähnle kennt Vereine, da beschränkt sich das Vereinsleben auf die Proben oder das Training. „Das ist nicht unser Anspruch.“ Beim MVO ist es eine Tradition geworden, danach einen Umtrunk anzubieten. „Bei uns gibt es eine tolle Gemeinschaft, und jeder gibt sich viel Mühe“, ergänzt die Beisitzerin. „Unser Verein ist mehr als nur unsere abendlichen Proben.“

„Die Nachwuchsarbeit bleibt die Herkulesaufgabe“

Jochen Zoller ergänzt: „Corona hat stark dazu beigetragen, dass viel liegen geblieben ist.“ Das merke man vor allem beim Vereinsleben und der Jugendarbeit. Deswegen ist der Nachwuchs die oberste Priorität für den MVO. Mit dem demografischen Wandel sei derzeit eine Lücke mit geburtenschwachen Jahrgängen, die es gilt zu überwinden, so der Finanzvorsitzende. „Die Nachwuchsarbeit bleibt die Herkulesaufgabe“, fasst er zusammen. So ist für das kommende Schuljahr eine Blockflötengruppe geplant und die bessere Integration der Bläserklassen in den Verein. „Derzeit wird es eher als rein schulisches Angebot wahrgenommen“, sagt Hähnle. Der Zuspruch und die Qualität der Schülerinnen und Schüler sei allerdings zufriedenstellend.

„Die Jugendarbeit ist in jedem Verein sehr herausfordernd“, sagt Julia Rotenhagen. Sie sieht sie allerdings als Möglichkeit, das Interesse und den Spaß am Musizieren bei Kindern und Jugendlichen herzustellen. Schon als Kind mit Gleichaltrigen zu musizieren und die unterschiedlichen Entwicklungsschritte in den Orchestern zu durchleben, Probewochenenden, Konzerte, Ausflüge – „das haben wir alle so erlebt“, sagt Rotenhagen über das Vereinsleben ihrer Vorstands- und Beisitzerkolleginnen und -kollegen. „Das wünsche ich mir für jedes Kind.“ Allerdings möchte der Verein, der seit 158 Jahren besteht, seine aktiven und passiven Mitglieder nicht vergessen: „Wir möchten wieder aktiver an die passiven Mitglieder herantreten“, sagt Patrick Hähnle. Denn auch hier sei der Trend weg von einer Mitgliedschaft.

Sommerserenade zum 1. Juli

Der Musikverein lädt am Samstag, 1. Juli, zum Open-Air-Serenadenkonzert im Pausenhof der Schillerschule (Grundschule) ein. Das Serenadenkonzert beginnt um 17 Uhr.

Das Große Blasorchester des unter der Leitung von Musikdirektor Sebastian Rathmann wird sein Programm mit bekannten Melodien der 1980er-Jahre präsentieren, darunter Hits wie „Kult(Tour)“, „El Camino Real“, „Belle of the Ball“, „Intermezzo Sinfonico“ und viele weitere. Bei der Sommerserenade werden auch die Bläserklassen unter der Leitung von Uwe Wagner sowie das MVO-Vorstufenorchester unter der Leitung von Musikdirektor Sebastian Rathmann mit einem ersten kleinen Auftritt ihr Können zeigen. Im zweiten Teil des musikalischen Abends wird die MVO-Jukebox das Publikum mit groovigem Big-Band-Sound unterhalten, während gleichzeitig kalte Erfrischungsgetränke und Grillwürste angeboten werden, um das sommerliche Flair abzurunden.

Der Eintritt zu diesem Sommerkonzert ist kostenlos, jedoch sind Spenden freilich willkommen, wie der Musikverein Onstmettingen mitteilt.

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aktive und 72 passive und 16 Ehrenmitglieder gibt es im MVO. Über Corona hat der Verein durch die Jugendarbeit sogar einen Zuwachs verbucht. Und das Durchschnittsalter bei den Aktiven liegt bei 34 Jahren.