Meßstetter Schulleiter verabschiedet: Was die Tour de France und den SC Freiburg verbindet

Auf der Abschiedsfeier am Gymnasium Meßstetten: (v.l.n.r.) Arne Jessen (stellvertretender Schulleiter), Bürgermeister Frank Schroft, Susanne Pacher (Regierungspräsidium Tübingen), Gabi und Norbert Kantimm, Oswin Angst und Jens Körner (ehemalige Schulleiter).
Stadt Meßstetten/Volker Bitzer- Zwei Meßstetter Schulleiter gehen zum Schuljahresende in den Ruhestand.
- Ernst Steffen leitete fast 13 Jahre die Wilhelm-Busch-Schule – Lob für Herz und Verstand.
- Er ist Tour-de-France-Fan und blickte dankbar auf vier Dienst-Jahrzehnte zurück.
- Norbert Kantimm führte das Gymnasium Meßstetten seit 2011, ruhig und verlässlich.
- Er setzte Impulse bei Digitalisierung und Integration Geflüchteter – „GZDZ“ prägte sein Fazit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit Ende des laufenden Schuljahres gehen gleich zwei Meßstetter Schulleiter in den Ruhestand: Ernst Steffen leitete fast 13 Jahre lang die Wilhelm-Busch-Schule, einer Förderschule mit einem sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungsauftrag. Norbert Kantimm war seit 2011 erster Mann am Meßstetter Gymnasium.
Auf der Zielgeraden
Ernst Steffen, passionierter Radfahrer und großer „Tour-de-France“-Fan, blickte bei seinem Abschied sozusagen im Gelben Trikot vom Montmartre in Paris auf die Zieleinfahrt des Champs-Élysées. Sein Berufsweg endete, ebenso eine Ära, in der Schule noch anders gelebt wurde und Sonderpädagogik erst so langsam den Kinderschuhen entwachsen sollte.
Die leitende Schulamtsdirektorin Claudia Ostertag würdigte Steffen als Pädagogen mit Herz und Verstand, der nicht nur Werte vermittle, sondern diese lebe. Ein Mann mit positiver Weltsicht, Hilfsbereitschaft, humanistisch geprägtem Menschenbild und humoristischem Zug. Nicht von ungefähr sei die Meßstetter Wilhelm-Busch-Schule heute so aufgestellt, wie sie sich präsentiere.

Ernst Steffen unterzeichnet die Entlass-Urkunde, die seine Chefin, die Leitende Schulamtsdirektorin Claudia Ostertag, mitgebracht hatte und ihm nach ihrer Laudatio zum Unterschreiben vorlegte.
Stadt Meßstetten/Volker Bitzer„Ich bin etwas sprachlos“
Die Kooperation mit der Stadtverwaltung sei sachlich, vertrauensvoll und unkompliziert verlaufen, berichtete Bürgermeister Frank Schroft. Die Stadt ist Schulträger der Förderschule. „Als Bürgermeister wird man meistens eingebunden, wenn es Schwierigkeiten gibt oder Konflikte zu lösen sind – bei der Wilhelm-Busch-Schule war das erfreulich anders.“ Und das trotz tiefgreifender Veränderungen im Schulalltag, etwa der Weiterentwicklung der Inklusion sowie neuer Formen des Lernens und vernetzten Arbeitens.
Etwas sprachlos sei er und wolle es deshalb kurz machen, sagte Ernst Steffen – was im Publikum für Lacher sorgte, denn gerade für besondere Kürze ist er bekannt. Dennoch habe er sich in seinem gesamten Berufsleben die erforderliche Zeit genommen, Dinge zu meistern. „Die Begeisterung hat mich stets bei meiner Arbeit getragen“, sagte er und blickte auf viele prägende Ereignisse seiner vier Dienst-Jahrzehnte zurück.
Großer Fan des SC Freiburg
Eine knappe Woche später stand die Abschiedsfeier für Oberstudiendirektor Norbert Kantimm an. Susanne Pacher, Abteilungspräsidentin für „Schule und Bildung“ am Regierungspräsidium Tübingen, hielt die Laudatio. Sie wusste, dass Norbert Kantimm ein begeisterter Fan des SC Freiburg ist, und so zog sie in ihrer Würdigung geschickt Parallelen zwischen ihm und der südbadischen Trainerlegende Christian Streich. Beides Menschen, die auf keine große Inszenierung angewiesen seien und langfristiges und nachhaltiges Denken für wichtiger hielten als reine Zurschaustellung von Professionalität.
Das sei auch am Gymnasium Meßstetten, liebevoll GymMe genannt, erkennbar. Kantimm habe das Gymnasium mit ruhiger Hand von der Seitenlinie aus dirigiert. Solch bedachtes Handeln habe sich unter anderem während der Coronakrise ausgezahlt, als der Fernunterricht schnell etabliert werden musste. Bestens gelungen sei in Meßstetten außerdem die Integration und Teilhabe zahlreicher Geflüchteter mit sogenannten Vorbereitungsklassen.
Ein Schulleiter, der Impulse setzte
An der Spitze einer Schule zu stehen, bedeute vor allem, Verantwortung für deren Bildungsauftrag zu übernehmen, sagte Bürgermeister Frank Schroft und zählte in seinem Grußwort einige Maßnahmen der vergangenen Jahre auf, etwa die Digitalisierung, das erneuerte Kleinspielfeld und das topmoderne Sportzentrum Geißbühl. Für viele dieser Projekte habe Norbert Kantimm Impulse gegeben und die Interessen des Gymnasiums beharrlich vertreten. „Was Sie als Schulleiter ausgezeichnet hat, waren Ihre Klarheit, Geradlinigkeit und Verlässlichkeit“, sagte Schroft.

Mit einem rhythmischen Abschiedsgruß sagte die Tanz-AG des "GymMe" ihrem Schulleiter adieu.
Stadt Meßstetten/Volker BitzerGute Zeiten, dankbare Zeiten
Das Schlusswort gebührte Kantimm selbst. Er sei tief bewegt, ob dieser zahlreichen wertschätzenden Worte. „GZDZ“ war in Großbuchstaben auf der Leinwand im Hintergrund zu lesen – Glück, Zweifel, Dankbarkeit und Zufriedenheit. Schlagworte für sein bisheriges Leben, die oft im gegenseitigen Zusammenspiel miteinander standen. Etwa bei der Frage nach seiner Berufswahl: Bauingenieur oder Lehrer? Oder einst die Entscheidung für Meßstetten, das, wie er gestand, nicht seine erste Wahl gewesen sei.
„Die Qualität einer Schule messe sich nicht zuvorderst am Gebäude oder der internen Ausstattung, sondern an den Menschen, die sie mit Leben füllen“, betonte Kantimm und bedankte sich bei seinen Weggefährten. Wenn er darüber nachdenke, könne GZDZ auch für „Gute Zeiten, dankbare Zeiten“ am GymMe stehen.

