Kommunalwahl in Meßstetten
: Diese Änderungen stehen bevor

Noch sind es etwa fünf Monate bis zu den Kommunalwahlen. Doch in mehreren Meßstetter Stadtteilen zeichnen sich bereits jetzt Veränderungen ab. Einige Ortsvorsteher werden abdanken.
Von
Alexander Reimer
Meßstetten
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Die Kommunalwahlen sind am 9. Juni. (Symbolbild) ⇥

Bodo Schackow

Ein großer Wahltag steht am 9. Juni bevor. Dabei stimmen Bürger nicht nur über die „große Politik“ in Brüssel ab, sie entscheiden auch, wer vor Ort in den Gremien Platz nehmen wird. In Heinstetten und Hartheim zeichnet sich hierbei ein Novum ab. Erstmals wird es für beide Ortschaftsräte nur eine Wahlliste geben. Was sind die Gründe dafür?

2019 traten die Freien Wähler und die CDU in beiden Orten noch jeweils mit einer eigenen Liste an. „Bei uns wird es dieses Jahr nur eine ‚Heinstetter Liste‘ geben“, erklärt Ortsvorsteher Thomas Deufel. Genug Kandidaten für zwei Listen zu finden, sei dabei nicht das Problem gewesen. Vielmehr stehe bei diesem Entschluss der Fairness-Gedanke im Vordergrund.

Der Vorteil einer einzigen Liste

So sind bei der vergangenen Wahl im Jahr 2019 zwei Kandidaten von der CDU-Liste in den Ortschaftsrat gerückt, während eine FWV-Kandidatin, die mehr Stimmen hatte, leer ausging. Der Hintergrund: Die CDU hatte bei der Wahl insgesamt mehr Stimmen eingefahren und daher fünf Plätze im Gremium zugewiesen bekommen. Die Freien Wähler kamen auf vier Plätze.

„Dann stellt man sich natürlich die Frage, ob sich diese Leute bei der nächsten Wahl nochmal aufstellen lassen“, führt Deufel weiter aus. Gibt es nur eine einzige Wahlliste, stellt sich dieses Problem nicht. Diejenigen, die die meisten Stimmen haben, kommen ins Gremium.

Gemeinsam für den Ort

Aus Sicht des CDU-Mitglieds Deufel spielt die Parteizugehörigkeit für die Politik vor Ort ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. „Wir wollen gemeinsam im Dorf was bewegen, da ist die Partei letztlich egal.“

Deufel selbst tendiert derzeit dazu, sich für den Ortschaftsrat erneut zur Wahl stellen zu lassen. Ob er auch für den Gemeinderat wieder kandidieren wird, steht noch nicht fest. Er gibt allerdings an, dass er den Posten des Ortsvorstehers aufgeben werde.

Kandidaten sind rar gesät

In Hartheim sieht die Begründung für den Wegfall der zweiten Wahlliste etwas anders aus. „Es ist schwierig, Kandidaten zu finden“, sagt Ortsvorsteher Bodo Schüssler. Über die Ursachen hierfür könne er nur mutmaßen. Grundsätzlich sei aber in der Gesellschaft eine Entfremdung zur Politik zu beobachten. Außerdem werde es immer schwerer, die Menschen für ein ehrenamtliches Engagement zu begeistern. Das bekämen beispielsweise auch die Vereine zu spüren, so Schüsslers Vergleich.

Überall nur eine Liste?

Genug Namen für zwei Listen aufzutreiben sei bereits früher eine Herausforderung gewesen, nun habet man sich im Ort dazu entschlossen, nur eine Liste aufzustellen. In anderen Meßstetter Stadtteilen sei das schon gang und gäbe. Schüssler bezieht sich dabei auf Hossingen, Oberdigisheim und Unterdigisheim, wo es bei der letzten Wahl ebenfalls nur eine Liste gegeben hatte. Großes Bedauern löst diese Entscheidung beim Hartheimer Ortsvorsteher nicht aus. „Für kleinere Ortschaften macht das durchaus Sinn. Ich kann gut damit leben“, sagt Bodo Schüssler abschließend.

Bleibt als letzter Meßstetter Stadtteil noch Tieringen. Wie sieht die Lage hier aus? Laut Herbert Narr, stellvertretender Ortsvorsteher, sei die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. Derzeit tendiere man allerdings auch hier eher zu einer einzigen Wahlliste. Eine große Veränderung wird es in Tieringen auf jeden Fall geben. Wie Ortsvorsteher Jürgen Löffler auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE bekannt gibt, wird auch er sich nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen. Seine Zeit als Tieringer Ortsvorsteher wird nach 16 Jahren zu Ende gehen.

Kommunalwahlen am 9. Juni

Bei den Kommunalwahlen wählen die Bürger die Vertreter der Kreisräte, Gemeinderäte und Ortschaftsräte. Am selben Tag finden auch die Europawahlen statt.