Es gibt Apps, die den Müllkalender ersetzen, Apps als Navigationshilfe, MP3-Ersatz, Mediations-, Sport-, Finanz-Apps – es lässt sich so gut wie alles mit dem Smartphone oder Tablet erledigen. Das ist auch der Anspruch einer Generation, die vernetzt aufwächst. Gibt es keine passenden Informationen oder Funktionen im Internet, werden es das Produkt, das Unternehmen, die Kommune schwer haben. Denn die Digitalisierung ist auch eine Chance, Prozesse zu vereinfachen.

Effizienter dank Digitalisierung

Das zeigt sich in Albstadt beispielsweise beim Mängelmeldesystem. 2015 führte die Stadt dieses Online-Portal ein. „Die Idee war, einen einfachen Weg bereitzustellen, mit dem Bürgerinnen und Bürger Anliegen wie Müllablagerungen, Verschmutzungen oder defekte Straßenlaternen melden können“, erklärt Pressesprecherin Sarah Braun die Funktion. „Die ‚Augen‘ der Stadtverwaltung können nicht überall sein – so kann gemeinsam am Ziel einer sauberen Stadt gearbeitet werden.“ Durch das Meldesystem seien die Abläufe in definierte Bahnen gelenkt, digitaler und effizienter geworden. Das hat seinen Preis: 2015 kostete die Stadt die Programmierung des Mängelmeldesystems rund 12 500 Euro.
Doch ein solches Meldesystem schafft nur dann Abhilfe, wenn es auch ankommt. „Seit seiner Einführung wird das Mängelmeldesystem der Stadt Albstadt von Jahr zu Jahr mehr genutzt.“ In den Anfangsjahren seien nur etwa 100 Mängelmeldungen eingegangen, 2022 waren es bereits 560 Meldungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es auch mehr Fälle gab. Braun erklärt, dass im Verlaufe der vergangenen acht Jahre immer wieder Optimierungen vorgenommen worden sind, um die Nutzung zu vereinfachen.
Derzeit kann jeder über die WebApp der Stadt ein Problem melden. Dafür ist es nicht notwendig, selbst in Albstadt zu leben. Allerdings muss es sich um einen Mangel im Stadtgebiet handeln. Bevor es zur Meldung geht, muss sich ein Nutzer entweder registrieren oder als Gast anmelden. Dabei werden der Name, die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse abgefragt. Das sei notwendig, weil man die Personen über den Stand der Bearbeitung persönlich informieren wolle, so Braun. „Die Daten werden so lange gespeichert, wie diese für die Bearbeitung des Vorganges notwendig sind. Danach werden sie gelöscht.“

Mangel erledigt

Die eingegangene Meldung wird bei der Stadt gesichtet und an den zuständigen Mitarbeiter oder Mitarbeiterin zur Bearbeitung übertragen. „Dieser nimmt sich dem Mangel an und kümmert sich – sofern möglich – um dessen Beseitigung.“ Je nach Bearbeitungsstand wird derjenige, der den Mangel gemeldet hat, wieder informiert. Es gibt je nach Problem beispielsweise einen Zwischenbescheid, die Meldung „Mangel erledigt“ oder die Information, dass es an den Zollernalbkreis oder die Albstadtwerke weitergeleitet wurde.
Der Unterschied zwischen den registrierten Nutzern und den Gästen ist marginal: „Als registrierter Nutzer erhält man einen Überblick über seine bereits gemeldeten Mängel und deren Bearbeitungsstatus.“ Zudem gibt es noch die sogenannte Community, in der alle bisher gemeldeten Mängel enthalten sind. Diese ist allerdings online über www.albstadt.de/Community für jeden erreichbar.
Dort wird auch die Bearbeitungszeit angezeigt. Diese umfasst meist nur wenige Tage. Allerdings ist dort für einen Gast nicht erkenntlich, wo das Problem besteht. Wurde beispielsweise eine illegale Müllablagerung in Tailfingen gemeldet und beseitigt, erscheint diese nur als „Müll illegal abgelagert“ ohne Ortsangabe. Beim selben Problem in Onstmettingen ist dem Gast nicht bekannt, ob es sich dabei um besagte erledigte Meldung handelt. Das wiederum bedeutet im Zweifel Extraarbeit für die Stadtmitarbeiter, die jede Meldung prüfen müssen.
Am häufigsten werden illegale Müllablagerungen, defekte Straßenbeleuchtung, Schäden oder Verschmutzungen an/von Straßen, Fuß- oder Radwegen, oder Sichtbehinderungen durch Pflanzen gemeldet, so Sarah Braun. Darüber hinaus können eine Vielzahl anderer Probleme und Mängel gemeldet werden.

Albstadt in der Tasche – auch per App alle Informationen erhalten

Das Online-Tool für Störmeldungen ist ein Beispiel der Digitalisierung in Albstadt. Ein weiteres ist der städtische Auftritt bei „Region in der Tasche“. Diese App dient als mobile Informationsquelle für den Zollernalbkreis. Sie soll über Firmen, Städte, Vereine und deren Leistungen informieren. Albstadt ist seit 2018 in dieser App vertreten, so auch Balingen. Heute sind es alle 25 Kommunen des Zollernalbkreises.
Hier finden Nutzer beispielsweise Kontaktdaten der Stadtverwaltung, Bürgerservice und Notdienste. Weitere Informationen gibt es zu den verschiedenen Kinderbetreuungsangeboten, Kirchen, Musik- und Kunstschulen, Freizeit und Tourismus und Verkehr. Die Informationen ähneln eben denen der städtischen Homepage. Allerdings lässt sich über die App Albstadt bewerten. Zudem sind verschiedene Unternehmen, Restaurants, Dienstleister sowie die medizinische Versorgung vertreten.