Stadtverwaltung Albstadt
: Hauptamtsleiter verabschiedet sich nach vier Jahrzehnten

Nach 39 Jahren verlässt Josef Klaiber als Hauptamtsleiter das Rathaus in Albstadt und geht in Ruhestand. Zwei Wirtschaftskrisen hat er mitgemacht.
Von
Vera Bender
Albstadt
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Hauptamtsleiter Josef Klaiber geht nach knapp 40 Jahren bei der Stadtverwaltung Albstadt in Ruhestand.⇥

Josef Klaiber

Fast vier Jahrzehnte hat er die Geschicke im Rathaus in Ebingen an verschiedenen Stellen mit bestimmt — nun verlässt er die Stadtverwaltung Albstadt: Hauptamtsleiter Josef Klaiber. Bei der Gemeinderatssitzung wird er offiziell verabschiedet. Am 22. Dezember hat er seinen letzten Arbeitstag. Eine Ära geht zu Ende.

Kurzarbeit bei Groz–Beckert

Es war am 1. Dezember 1984, als Josef Klaiber als Sachbearbeiter im Amt für öffentliche Ordnung, die der Straßenverkehrsbehörde angegliedert ist, im Ebinger Rathaus angefangen hat. Bereits drei Jahre später hat der damalige Finanz–Bürgermeister Hermann Steinhart einen neuen Referenten gesucht und bei Klaiber angefragt. Die Antwort war positiv. Von Herbst 1987 bis zum Jahr 1991 agierte Josef Klaiber dann als persönlicher Referent des Finanzbürgermeisters.

Wieder stand ein Wechsel an. Bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 1991 wurde Hans–Martin Haller verpflichtet. Hauptamtsleiter war zu jener Zeit Axel Pflanz. Und genau dieser fragte jetzt bei Josef Klaiber an. Es ging um die Stelle des Personalamtsleiters innerhalb des Hauptamtes. Keine Frage, Klaiber sagte zu. Das nächste Mal kam der Oberbürgermeister höchstpersönlich auf den Personalamtsleiter zu. Er wollte ihn im Jahr 1997 als Abteilungsleiter der Zentralen Verwaltung und EDV sehen.

Steter Karriereaufstieg

Der Aufstieg hatte kein Ende. Nur zwei Jahre später schied Steinhart als Finanzbürgermeister aus und der damalige Hauptamtsleiter Axel Pflanz bewarb sich auf diese Stelle, wurde vom Gemeinderat gewählt und war fortan Finanzbürgermeister. Somit war die Stelle des Hauptamtsleiters Ende 1999 frei. Der Gemeinderat wählte Josef Klaiber in dieses Amt, welches er Anfang 2000 antrat — und seither innehat.

Personalwechsel an oberster Stelle

„In knapp 40 Jahren habe ich einiges mitgemacht“, blickt der künftige Ruheständler zurück. Schließlich war er lange Zeit für das gesamte Personal und die Organisation verantwortlich. Bei seinen sogenannten Querschnittsaufgaben hat er auch die Personalwechsel an oberster Stelle mitgemacht — die Oberbürgermeister Hans Pfarr, Hans–Martin Haller, Jürgen Gneveckow, Klaus Konzelmann kommen und gehen sehen und bisher mit Oberbürgermeister Roland Tralmer eng zusammengearbeitet. „Die Finanzbürgermeister und Baubürgermeister waren Partner in meinem alltäglichen Geschäft“, verdeutlicht Klaiber.

Ohne PC und Kopiergerät

Für ihn war es eine spannende Geschichte, die Entwicklung der Stadtverwaltung und der Stadt als solcher innerhalb der letzten 40 Jahre hautnah mitzuerleben. Er kennt noch die Zeiten, als man nichts von Kopiergeräten wusste und mit Matrizen gearbeitet hat, als man die Schreibmaschine nutzte, weil der PC noch nicht Einzug gehalten hatte. Den gesamten Wandel in der Arbeitswelt hat er mitgemacht — sowohl technologisch als auch als Arbeitgeber.

„Man hatte damals als Arbeitgeber noch eine andere Haltung als heute in Zeiten des Fachkräftemangels“, gibt der Hauptamtsleiter zu bedenken. „Es war immer spannend. Auch kommunalpolitisch als Schnittstelle zwischen Oberbürgermeister und Gemeinderat sowie mit den Ortsvorstehern als Partner. Und es war eine permanente Herausforderung, sich den Rahmenbedingungen und Entwicklungen zu stellen“, so Klaiber.

Herbe Zeiten der Wirtschaftskrise

Vor allem die Jahre der Wirtschaftskrisen 2003 und 2008 haben für die Stadtverwaltung „herbe Zeiten“ mit sich gebracht, weiß der Hauptamtsleiter. Es ging um Haushaltskonsolidierung, um Straffung der Organisation und letztlich um Einsparung an Personalkosten. „Das war nicht immer angenehm, wenn man Stellen streichen musste. Aber es gehört zum Job.“

Diesen Job hat Josef Klaiber offensichtlich gut gemacht, denn sonst hätte er in vier Jahrzehnten nicht einen permanenten Aufstieg auf der Karriereleiter gemacht. Und was heute immer seltener vorkommt: Er war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand bei ein und demselben Arbeitgeber. Klaiber ist der Stadt Albstadt stets treu geblieben.