Die Sneaker kleben am Boden und geben bei jedem Schritt ein schmatzendes Geräusch von sich. In der Luft liegt ein besonderer Geruch, gemischt aus Tequila und Schweiß. Man muss den Gesprächspartner anbrüllen, um überhaupt ein Wort wechseln zu können – ach, wie herrlich.
Die Partyzeit war eine der schönsten meines Lebens. Allein schon das Anstehen als 17-Jähriger in der Schlange vor dem Eingang in die Disco war den späteren Eintritt wert. Die Nervosität, als Minderjähriger erkannt zu werden. Das Hoffen, dass sich die Barthaare gegen Ende der Woche doch noch rechtzeitig durchsetzen, um die letzten Monate an Alterserscheinung rauszukitzeln. Als um 5 Uhr nachts die Lichter angingen, ging ein Raunen über die Tanzfläche – die Nacht soll schon zu Ende sein? Nicht mit uns. Spätis gab es nicht, aber der DB-Shop könnte schon offen haben.
Dass sich die heute junge Generation – mit 31 Jahren darf ich die heute 17- bis 23-Jährigen so bezeichnen – nicht mehr so sehr fürs Ausgehen begeistern lässt, ist aus persönlicher Sicht schwierig nachzuvollziehen. Nicht, dass ich den aktuellen Trend nicht wertschätze. Dass sich die Jungen dermaßen für Politik, natürlich allen voran für den Klima- und Umweltschutz engagieren, ist hervorragend und absolut notwendig. Diese Weitsicht hatte ich damals (noch) nicht. Doch andererseits: Nur ernst geht auch nicht.

Studierende haben keine Lust auf Arbeiten in der Gastro

Für Discobetreiber wie Dominique Brandt, Inhaber der Kulturfabrik in Albstadt, bedeutet dieses geänderte Partyverhalten eine Herausforderung. Aber deswegen schwarz malen? Nein. Brandt hat die richtige Einstellung. Besondere Events und bekannte DJs einladen – so muss der Weg aussehen.
Doch klar; die Zukunft birgt einige Herausforderungen. Die Zeit der Großraumdiskotheken ist vorbei. Beim Personal ist die Kulturfabrik laut Brandt gut aufgestellt, weil er sich auf ein loyales Team verlassen kann. Neue Angestellte zu finden, die sich die Nächte hinter der Theke um die Ohren schlagen, dürfte aber nicht einfach werden. Studierende haben kaum mehr Lust auf Jobs in der Gastro – die gehen lieber in den Semesterferien zu großen Unternehmen und verdienen dort in wenigen Wochen so viel, wie über mehrere Monate im Nebenjob.

Geht feiern – bevor ihr freitagabends auf der Couch schlummert

Zuletzt noch ein Rat an die Jungen: Geht ruhig mal aus und das bis in die frühen Morgenstunden. Wenn ihr Anfang der 30er freitagabends auf der Couch sitzt, im kuschligen Schlafanzug-Overall und gegen 21 Uhr bei einer Folge Inspector Barnaby schlummernd, werdet ihr euch an die glorreichen Zeiten erinnern können.