Bis zum 4. Februar sind es noch 25 Tage. Genug Zeit, um aus einer blauen Mülltonne ein Renngefährt zu bauen. „Es gibt Teams, die sitzen drei Monate an ihrer Tonne und feilen an jedem Detail – und es gibt Teams, die sind nach einem Tag fertig“, sagt Markus Reichenberger. Er organisiert das „Blue Tupper Race“ (BTR), kennt die Historie des wohl ungewöhnlichsten Rennens in der Region.
Das BTR ist bekannt, beliebt und begeistert Zuschauerinnen und Zuschauer ebenso wie die Fahrerinnen und Fahrer. Die Piloten müssen für das größte Wintersportevent im Zollernalbkreis ihre ausrangierten (oder neu beschafften) Blauen Tonnen so umbauen, dass diese auf Schnee fahren können. Ob Ski- oder Schlittenunterbau, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wegen der Sicherheit: keine Kompromisse

Doch noch benötigt man etwas Fantasie, um sich eine dicke weiße Schicht auf der Abfahrt in Bitz vorzustellen. Eine Piste ohne Schnee bedeutet: kein Rennen. Da lässt Markus Reichenberger keine Kompromisse zu. „Als reines Seifenkistenrennen ist die Veranstaltung zu gefährlich. Es gibt zwar entsprechende Sicherheitskonzepte, aber da müssten die Zuschauer so weit von der Strecke entfernt stehen, dass es keinen Sinn mehr macht.“

Viele Anfragen für das Rennen

Sollte am 4. Februar kein Schnee auf dem Hang liegen, wird das Event auf den 25. Februar verschoben – liegt dann immer noch kein Schnee, fällt das Blue Tupper Rennen aus. Das ist in den vergangenen Jahren häufiger passiert, zum Leid von Reichenberger und seinem Orga-Team. Der Aufwand ist enorm. 300 Tonnen Schnee müssen auf die 300 Meter lange Strecke verfrachtet werden.
Damit sich das lohnt, müssen genügend Rennteams bei der Mutprobe mitmachen – aber das sollte für die 2023-Auflage kein Problem sein. „Zwölf Teams sind offiziell angemeldet, drei bis vier sind in Lauerstellung. Da mache ich mir keine Sorgen“, sagt Markus Reichenberger. Platz hat das Starterfeld für bis zu 20 Mannschaften, danach wäre der Aufwand zu hoch. Denn jedes Gefährt muss von der Rampe wieder nach oben gezogen werden. Bei der Gestaltung der Renntonnen können sich die Teams austoben. Was Reichenberger auffällt: Wie bei der Fasnet werden die Motive politischer. Beispielsweise widmen sich Mannschaften dem Thema Umweltschutz.
Newcomer sind ebenso am Start wie Traditionsteams. Für Kinder ist das Rennen in den blauen Papiertonnen nicht geeignet – um Kinder dennoch selbst am Spaß teilhaben zu lassen, hat das Organisationsteam ein spezielles Gefährt gebaut: den Sea Schepprad. Der große Blauwal wird von erfahrenen BTR-Fahrern gezielt geführt, sodass die Kinder gefahrlos aktiver Teil des Events werden.

So wird der Sieger ermittelt

Der Bau der Tonnen ist herausfordernd, weil die Teams mehrere Aspekte beachten müssen. Nur auf Schnelligkeit gehen? Reicht nicht. Nur cool aussehen? Das reicht ebenso wenig. Die Sieger-Gefährte müssen alles kombinieren. Die Gesamtwertung wird aus dem Zeitfaktor, der Gestaltung der Tonne und der Originalität der Piloten ermittelt. Dass die Bewertung subjektiv ist, gibt Markus Reichenberger natürlich zu. „Es ist eine Fun-Veranstaltung. Wer das Rennen gewinnt, ist doch zweitrangig.“
Kurzentschlossene können sich noch für das Blue Tupper Race in Bitz anmelden. Alle Informationen und das Kontaktformular finden Interessierte online unter www.blue-tupper.de.

Der Zeitplan für das Event am Samstag, 4. Februar

Das einzigartige Show-Race in Bitz, das Blue-Tupper-Race, wird von den beiden Vereinen IHC Bitz und Lift und Loipe Bitz am Samstag, 4. Februar, veranstaltet. Um 13.30 Uhr ist die „Tupper-Prämierung“, um 15 Uhr der erste und um 18 Uhr der zweite Durchgang. Gegen 20.30 Uhr ist die Siegerehrung geplant, anschließend laden die Veranstalter zur Race-Party.
Mehr als 2500 Zuschauer sorgten beim Blue-Tupper 2019 für einen neuen Zuschauerrekord und für ein Spektakel. Damit die Sicherheit der Fahrer gewährleistet ist, besteht beim Rennen Helmpflicht. Auch Handschuhe und Rückenprotektoren werden vom Veranstalter empfohlen. Umrahmt wird die Veranstaltung mit einer großen Raceparty, die um 20 Uhr beginnt. In den Bars im „Race-Gelände“ sind heiße Getränke und kleine Speisen erhältlich. Für die richtige Stimmung vor Ort sorgt ein DJ, der Fahrern und Zuschauern einheizt. swp