50 Jahre Sozialstation Meßstetten
: Ein leuchtendes Beispiel für Nächstenliebe

„Hilfe kommt ins Haus“ – diesen Leitspruch hat sich die Meßstetter Sozialstation auferlegt. Und der gilt seit nunmehr 50 Jahren. Der runde Geburtstag wurde gefeiert.
Von
swp
Meßstetten
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Die heutigen und ehemaligen Verantwortlichen rund um die Meßstetter Sozialstation (von links): Geschäftsführer und Stadtkämmerer Daniel Bayer, Nusplingens Bürgermeister-Stellvertreter Peter Reiser, Meßstettens Ex-Schultes Lothar Mennig, Landkreis-Sozialdezernent Georg Link, die heutige Sozialstation-Leiterin Ingrid Klaiber und deren Vorgängerin Rose Pfersich, den einstigen und langjährigen Geschäftsführer Johannes Ritter, den Altenhilfevereins-Vorsitzenden Harald Eppler sowie Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft.

Die heutigen und ehemaligen Verantwortlichen rund um die Meßstetter Sozialstation (von links): Geschäftsführer und Stadtkämmerer Daniel Bayer, Nusplingens Bürgermeister-Stellvertreter Peter Reiser, Meßstettens Ex-Schultes Lothar Mennig, Landkreis-Sozialdezernent Georg Link, die heutige Sozialstation-Leiterin Ingrid Klaiber und deren Vorgängerin Rose Pfersich, den einstigen und langjährigen Geschäftsführer Johannes Ritter, den Altenhilfevereins-Vorsitzenden Harald Eppler sowie Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft.

Stadt Meßstetten/Volker Bitzer
  • Sozialstation Meßstetten feiert 50 Jahre Einsatz für Nächstenliebe und häusliche Pflege.
  • 122 Mitarbeitende, 21 Fahrzeuge, 432 Kunden – wichtige Säule in der Seniorenbetreuung.
  • Angebote: Pflege, Haushaltshilfe, Essen auf Rädern, Palliativpflege, Sterbebegleitung.
  • Bürgermeister Schroft ehrt Gründungsvater Erwin Gomeringer und langjährige Wegbereiter.
  • Prognose: Demenzfälle könnten sich in 30 Jahren verdoppeln – Herausforderungen wachsen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die offizielle Feier im Rathaus von Meßstetten bildete mit mehreren Dutzend geladener Gäste einen vergleichsweise kleinen Rahmen für einen so wichtigen Anlass. Das liegt laut städtischer Pressemitteilung daran, dass es aus organisatorischen Gründen für die 122 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im November gleich zwei weitere Feiern geben wird. Denn der wichtige Arbeitsalltag, die Betreuung der Meßstetter Senioren im Schichtbetrieb, kann freilich auch für ein Jubiläumsfest nicht pausieren. Und weil jede und jeder Helfende mitfeiern soll, gibt es eben zwei weitere Termine im Kalender.

Frank Schroft, als Meßstetter Bürgermeister auch an der Spitze der Sozialstation, rückte in seiner Ansprache den hohen Stellenwert dieser Einrichtung in den Fokus. 50 Jahre Sozialstation bedeute 50 Jahre Anteilnahme, Solidarität, Fürsorge und tätige Hilfe. Auch namens des Gemeinderates zollte das Stadtoberhaupt dem großen Mitarbeiterteam Anerkennung und höchsten Respekt. Die Frauen und Männer der Sozialstation seien ein leuchtendes Beispiel für Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. Schroft verband seine Würdigung aber auch mit Erwin Gomeringer, einem seiner Amtsvorgänger, der als Schultes von 1946 bis 1978 die Gründung der Meßstetter Sozialstation im Jahre 1975 maßgeblich mit auf den Weg gebracht hatte.

Nicht der Normalfall

Eine kommunale Sozialstation ist in Deutschland nicht der Normalfall, meist übernehmen Kirchen oder karitative Einrichtungen diese Aufgabe. Auch im Landkreis gibt es nicht viele gemeindliche Träger und vor allem keinen, der diese Aufgabe schon seit fünf Jahrzehnten schultert. Darauf verwies Georg Link, Leiter des Sozial- und Rechtsdezernats im Landratsamt Zollernalbkreis, in seinem Grußwort. Aktuell sind seinen Angaben zufolge im Landkreis rund 12.000 Menschen pflegebedürftig, versorgt werden sie von 34 ambulanten Pflegediensten. Die Meßstetter Sozialstation gehöre mit dazu und liefere einen hochgeschätzten Beitrag mit ihrer ausgeprägten häuslichen Pflege. Bürgermeister Schroft sprach von Geborgenheit zu Hause und einem unschätzbaren Wert, wenn alte Menschen nicht „entwurzelt“ werden müssen. Deshalb komme die Sozialstation Meßstetten nach Hause mit einem umfassenden Aufgabenfeld: Ob Begleitung oder Betreuung, Pflege, Wundversorgung oder Haushaltshilfe, rollender Mittagstisch oder 24-Stunden-Rufbereitschaft. Die Aufgaben gehen auch über Palliativpflege bis hin zur Sterbebegleitung in Kooperation mit der ökumenischen Hospizarbeit Großer Heuberg.

So galt der Dank des Schultes all jenen, die in den zurückliegenden 50 Jahren zum Gelingen beigetragen und an der Erfolgsgeschichte der Meßstetter Sozialstation mitgeschrieben haben. Beispielsweise Johannes Ritter, der als Geschäftsführer 1980 die Sozialstation übernahm und dieses Amt über seinen Ruhestand 2015 hinaus bis 2018 bekleidete. Dann sind es die langjährige Leiterin Rose Pfersich, die 1995 auf Schwester Elisabeth Leute folgte, Lioba Gerstenecker (Pflegedienstleitung von 2010 bis 2019), ebenso wie Gabriele Wagner und Andrea Ast von der Nachbarschaftshilfe. Last but not least Bürgermeister Lothar Mennig, der gesamtverantwortlich von 1991 bis 2015 die Geschicke der Sozialstation lenkte.

Demenzfälle könnten sich verdoppeln

Heutzutage besteht die Führungsebene aus Ingrid Klaiber als Pflegedienstleitung der Sozialstation sowie ihrer Stellvertreterin Barbara Weber, dazu kommen Alexandra Sauter als Leitung der Nachbarschaftshilfe und ihre Stellvertreterin Monja Mauch. Dankesworte des Bürgermeisters gebührten ebenso ihnen, wie den involvierten Rathaus-Kollegen, Stadtkämmerer Daniel Bayer als Geschäftführer und Lisa Graf als Sachgebietsleiterin. In ihren Grußworten bedankten sich neben Georg Link auch Peter Reiser als Bürgermeisterstellvertreter von Nusplingen und namens der Gemeinde Obernheim sowie Altenhilfevereins-Vorsitzender Harald Eppler für die Leistungen und Dienste der Meßstetter Sozialstation.

Keiner weiß, was die nächsten 50 Jahre bringen. Dass aber sowohl die Gesellschaft mit ihrem demografischen Wandel, als auch die politischen Entscheidungsträger vor großen Herausforderungen stehen, das ist kein Geheimnis. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Fälle an Demenz in den nächsten 30 Jahren verdoppeln könnten, so die Ausführungen von Sozial-Dezernet Georg Link, der sich dabei auf eine soziale Prognose stützt. Eine funktionierende Sozialstation in der eigenen Stadt zu wissen, „das ist beruhigend und gibt viel Mut“, schließt die Meßstetter Mitteilung.

50 Jahre Sozialstation Meßstetten – eine Zeittafel

1975 – Die Meßstetter Sozialstation wird aus der Taufe gehoben. Für eine Kommune war das Mitte der 1970er-Jahre eine Pionierleistung.

1. Juli 1977 – Das Portfolio der Sozialstation wird um das Angebot „Essen auf Rädern“ erweitert.

1979/1982 – Das Einsatzgebiet der Sozialstation wird erweitert. 1979 tritt die Gemeinde Obernheim bei, 1982 gliedert sich die Gemeinde Nusplingen an.

1992 – Die Nachbarschaftshilfe wird wieder eingeführt. Über die Erledigung von klassischen Aufgaben im Haushalt umfasst deren Leistungsspektrum auch die Begleitung bei Arzt- oder Ämterbesuchen, beim Spazierengehen oder der Entlastung pflegender Angehöriger.

1. April 1995 – Mit der Einführung der Pflegeversicherung stieg die Nachfrage merklich an. Damit einher gingen regelmäßige personelle Aufstockungen.

2007 – Weil der Bedarf stieg, wurden die Räume aus der Gründungszeit im Wilhelm-Hauff-Weg zu klein. Der Neubau am jetzigen Standort in der Hangergasse wurde dann 2007 bezogen.

2025 – Heute erwirtschaftet die Meßstetter Sozialstation inklusive Nachbarschaftshilfe und „Essen auf Rädern“ mit insgesamt 122 Mitarbeitern und einer Fahrzeugflotte von 21 Autos einen Jahresumsatz von knapp 3,5 Millionen Euro. Alleine die Sozialstation fährt täglich 19 Touren und versorgt dabei pro Tour im Schnitt 16 Personen. Die Nachbarschaftshilfe kommt aktuell auf 43 Einsätze täglich und zirka 100 Menschen werden vom Team „Essen auf Rädern“ mit Mittagessen versorgt. Der Kundenkreis im Verwaltungsraum Meßstetten-Nusplingen-Obernheim umfasst gegenwärtig 432 Menschen.