Württembergisches Kammerorchester
: Das bietet das WKO im Ulmer Kornhaus in der Saisoin 26/27

Viele Werke von Komponistinnen, barocke Trompeten, ein Jungstar an den Tasten und ein scharfes Finale mit Songs von Jacques Brel.
Von
Jürgen Kanold
Ulm
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Putzig: Das Württembergische Kammerorchester (WKO) aus Heilbronn, der "Grünen Hauptstadt Europas" 2027.

Das Württembergische Kammerorchester (WKO) aus Heilbronn, aus der "Grünen Hauptstadt Europas" 2027.

Fotostudio M24
  • WKO spielt fünf Abokonzerte im Ulmer Kornhaus – Fokus auf Werke von Komponistinnen.
  • Saisonstart am 25. September mit Clyne, Petterson-Uraufführung und Bruch; Joost dirigiert.
  • „YoungStar“ am 20. November: Justus Eichhorn spielt Beethoven 4; Skryleva dirigiert.
  • „Barocke Weihnacht“ am 17. Dezember mit Trompetenstars Gábor Boldoczki und Selina Ott.
  • 2027: Eberle mit Mendelssohn am 25. Februar; „Old, New and Spicy“ am 22. April mit Brel.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Putzig, koboldhaft stehen sie im Grünen, die Musikerinnen und Musiker des Württembergischen Kammerorchesters (WKO). Eine fröhliche Fotomontage fürs Cover des Saisonbuchs 2026/27. Denn Heilbronn darf kommendes Jahr den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ tragen. Derart blüht's im Ulmer Kornhaus naturgemäß nicht, aber das WKO liebt diesen Konzertsaal: „der schönste Ort für uns“, sagt Chefdirigent Risto Joost. „Ein Glücksfall, Holz hilft immer.“

Na ja, aber er meint die Akustik. Was man verstehen kann. Das WKO spielt oft Tourneen, doch seine Heilbronner Heimat ist die „Harmonie“: Der Heuss-Saal fast rund 2000 Zuhörer – eigentlich eine Zumutung für ein Kammerorchester. Meistens kommt das WKO am Tag nach dem Heilbronner Konzert nach Ulm – und es atme angesichts des ganz anderen Klangs erleichtert auf, sagt Intendantin Katrin Kirsch.

Das Ulmer Publikum kommt auch gern ins Kornhaus, zum WKO  – und jetzt haben Kirsch und Joost das Programm der fünf Abonnement-Konzerte in der „wichtigen Partnerstadt Ulm“ vorgestellt. Was man grundsätzlich feststellen kann: Die Abende haben eine sehr weibliche Note, Werke zahlreicher Komponistinnen erklingen, darunter von Anna Skryleva, Fanny Hensel und Britta Byström. Und schon beim Saisonstart des WKO am 25. September stehen Anna Clynes „Sound and Fury“ und die Uraufführung „Stories“ für Hardangerfiedel und Kammerorchester von Agnes Ida Pettersen auf dem Plan. Die norwegische Solistin Ragnhild Hemsing greift aber auch zur Violine und spielt Max Bruchs g-Moll-Konzert. Risto Joost dirigiert zudem Mendelssohns „Schottische“, die 3. Sinfonie. Das wäre dann aber auch schon das einzige Ulmer Konzert mit dem Chefdirigenten gewesen.

16-jähriger Jungstar an den Tasten

„YoungStar“ ist der zweite Abend am 20. November betitelt, aus gutem Grund: Der gerade mal 16-jährige Justus Eichhorn, der auch bereits 200.000 Follower auf Instagram hat, ist dann der Solistin im 4. Klavierkonzert von Beethoven. Anna Skryleva führt zudem nicht nur ihr eigenes „Prelude“ auf, sondern dirigiert auch Werke von Weinberg und Haydn (die „Feuersinfonie“). Im Übrigen verjüngt sich auch das WKO, ein Generationswechsel läuft, mehrere Akteure gehen in Pension.

Eine „barocke Weihnacht“ bietet das Württembergische Kammerorchester am 17. Dezember. Und  mehr barock geht auch nicht: Gleich zwei Trompeten-Stars treten auf, Gábor Boldoczki und Selina Ott, die zudem die Leitung übernehmen und Festliches rauf und runter spielen, von Tartini bis Locatelli.

Im neuen Jahr 2027, am 25. Februar, gastiert die Geigerin Veronika Eberle mit den „Heilbronnern“ in Ulm: mit Mendelssohns Violinkonzert. Der Schweizer Altmeister Mario Venzago, bald 80, dirigiert den Abend: auch die 1. Sinfonie des Beethoven-Zeitgenossen Ferdinand Ries. „Old, New and Spicy“ heißt es dann am 22. April 2027 im Kornhaus, wenn der niederländische Trompeter Jeroen Berwaerts ein außergewöhnliches musikalisches Menü serviert: von Bach über eine Uraufführung der Schwedin Byström („Pischop“) bis Rameau. Das heißt, Berwaerts verschränkt Stücke aus Rameaus Barockoper „Dardanus“ mit Chansons von Jaques Brel, arrangiert für Kammerorchester! Wirklich scharf.

Saisonfinale im Kornhaus

Noch ist die aktuelle Saison 2025/26 nicht vorbei. Das Württembergische Kammerorchester spielt am 19. Juni, 19.30 Uhr, im Kornhaus das Saisonfinale der „Ulmer Konzerte“, und zwar in großer Besetzung unter der Leitung von Chefdirigent Risto Joost. Auf dem Programm: die 2. Sinfonie von Johannes Brahms und die Es-Dur-Ouvertüre von Louise Farrenc. Pascal Schumacher ist der Solist in Judd Greensteins „Watershed“ für Vibraphon und Orchester.

Informationen zum Abo des WKO: wko-heilbronn.de und telefonisch unter 07131/2710956.