Wiley Open Air: Roland Kaiser und Lea unter freiem Himmel in Neu-Ulm

Deutschlands Kultschlagersänger Roland Kaiser konzertiert am Donnerstag, 10. August, in Neu-Ulm.
Frank EmbacherIn seinen Songs geht es um Verführung, Seitensprünge und Sehnsüchte. Oft kommen seine Texte zweideutig daher („Manchmal möchte ich schon mit dir eine Nacht das Wort Begehren buchstabieren“). Und das kommt an: Roland Kaiser (71) begeistert damit Schlager-Fans über Generationen hinweg. Nun kommt der Grandseigneur des deutschen Schlagers am Donnerstag, 10. August, 20 Uhr, auf seiner „Alles o.k.!“-Tour, die ihn von Mai bis September durch Deutschland und Österreich führt, auch in den Neu-Ulmer Wiley-Sportpark. Der Konzertveranstalter Carlheinz Gern ist überglücklich: „Wir wollten Roland Kaiser unbedingt für unsere Wiley-Open-Air-Reihe haben.“
Schließlich gelte er, unter anderem ausgelöst durch seine „Kaisermania“-Open-Air-Konzerte, die er alljährlich am Dresdner Elbufer vor 20 000 bis 25 000 Besucherinnen und Besuchern gibt, „wegen seiner Präsenz in den Charts über Jahrzehnte hinweg und wegen seines Charismas als der deutsche Schlager-Kultstar schlechthin“. In Ulm oder Neu-Ulm sei er bisher noch nie aufgetreten. „Daher haben wir uns riesig gefreut, dass es geklappt hat, ihn zu uns an die Donau zu holen“, sagt Gern. „Wir“, das ist die Veranstaltergemeinschaft Allgäu Concerts, Donau 3 FM und gernGeschehen, mit Gern als Geschäftsführer.
Hinsichtlich des Termins für das Konzert in Neu-Ulm habe man sich nach Kaisers Tournee-Plan gerichtet und dann versucht, passende Acts drumherum zu buchen. Für Sonntag, 13. August, 20 Uhr, haben die Veranstalter die 31-jährige Popsängerin Lea verpflichten können. „Wir hätten gerne zwischen den beiden Konzerten noch einen Pop-Act gehabt“, sagt Gern. Denn bei dem Aufwand, den die Organisation eines Open Airs mit sich bringe, alleine durch den Aufbau der Bühne, der Technik und der Bestuhlung, sei es geschickter, gleich drei oder vier Acts hintereinander zu haben, anstatt nur zwei. Aber Mitte August sei es viel schwieriger, Künstler für Open Airs zu gewinnen als im Juni oder Juli, erläutert Gern.
Die Konzerte sprechen ein jeweils anderes Publikum an: Roland Kaiser bewegt Schlager-Fans mehrerer Generationen. Die Kassler Singer-Songwriterin Lea („Leiser“, „Immer wenn wir uns sehn“, „110“) hingegen spreche mit ihrer „modernen Popmusik“ ein ganz anderes Publikum an, weiß der Co-Organisator: die 14- bis 35-Jährigen. Sie liebten Lea für ihre Stimme, die zart-zerbrechlich, aber auch kraftvoll und fast rau klingen könne, und für ihre Lieder, die wie Tagebucheinträge aus ihrem Leben erzählen.
Und wie läuft der Vorverkauf? „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Gern. „Für Roland Kaiser sind schon 8500 Tickets verkauft und wir werden sicherlich auf 9000 kommen. Das ist gut.“ Die Konzeption sei auf 12 000 Karten ausgelegt, „aber das werden wir nicht schaffen und das ist auch nicht schlimm.“ Die 4500 Sitzmöglichkeiten für das Konzert von Roland Kaiser waren laut Gern bereits im Februar ausverkauft. Nun gibt es nur noch Stehplätze.
Hoffen auf gutes Wetter
Für den Abend mit Lea, deren Konzert nicht bestuhlt ist, seien im Vorverkauf 3500 Karten abgesetzt worden. „Wir hoffen, dass nochmals 500 dazukommen“, sagt Gern. Ein Großteil der Tickets sei vor Weihnachten verkauft worden. „Das Weihnachtsgeschäft ist bei Open Airs, die im Sommer des folgenden Jahres stattfinden, immer immens wichtig“, weiß der Konzertveranstalter aus Erfahrung.
Trotz des seit zehn Tagen eher regnerischen Wetters ziehe der Kartenvorverkauf gerade wieder deutlich an. Der stationäre Kartenvorverkauf spiele branchenüblich mittlerweile kaum mehr eine Rolle. „90 Prozent läuft online.“ Jeder, der sich entschließe, spontan zu einem der beiden Konzerte zu kommen, werde ab der Abendkasse noch ein Stehticket bekommen. Die Besucher, die Tickets für das Roland-Kaiser-Konzert gekauft haben, kämen Auswertungen zufolge aus einem Umkreis von 150 Kilometern. 70 Prozent kämen aus dem Raum Donau-Iller, der Rest aus Ulm oder Neu-Ulm.
Und was passiert, wenn es an den Konzertabenden regnet? Dann wird trotzdem gespielt. Denn die Bühne ist regensicher. Der Publikumsbereich freilich nicht. „Nur wenn die Behörden wegen einer Unwetterwarnung entscheiden, dass die Konzerte nicht stattfinden dürfen, was ja auch schon vorgekommen ist, fallen sie aus und die Besucher bekommen das Geld für ihre Tickets zurückerstattet“, sagt Gern. „Aber wir hoffen jetzt einfach mal darauf, dass das nicht passiert und das Wetter gut ist.“
Ausreichend Parkplätze
Parkplätze sind in der Nähe des Wiley-Sportparks ausreichend vorhanden: auf Flächen bei der Ratiopharm-Arena, an der Wegener- und an der Europastraße.
Im nächsten Jahr sollen die Open Airs auf dem Wiley-Areal Gerns Worten nach bereits im Juni oder Juli stattfinden. „Wir versuchen gerade, Top-Acts dafür zu gewinnen.“
Außerdem ist die Veranstaltergemeinschaft im kommenden Jahr verantwortlich für die Events auf dem Ulmer Münstlerplatz, zu denen unter anderem die Aufführung der Donau Symphonie am 14. Juli zählt. „Wir versuchen, für den Freitag davor noch einen Pop-Act herzubekommen“, sagt Gern. Mehr wolle er jedoch erst verraten, „wenn alles in trockenen Tüchern ist.“
Karten sind unter allgaeu-concerts.de oder donau3fm.de erhältlich.

