Wengenkirche Ulm
: Wie Marianne Hollenstein Lumpen in einen Kreuzweg verwandelt

Die Ulmer Künstlerin zeigt in der Wengenkirche während der Fastenzeit „14 Tücher“. Die Installation hat ihren Ursprung in einer Theaterperformance.
Von
Marcus Golling
Ulm
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 Tücher - Kunst in der WengenkircheInstallation von Marianne Hollenstein

Aus Putzlumpen wird Kunst: Einige der „14 Tücher“ in der Wengenkirche.

Volkmar Könneke
  • Wengenkirche Ulm zeigt in der Fastenzeit „14 Tücher“ von Marianne Hollenstein
  • Installation entstand aus Putzlumpen einer Theater-Action-Painting-Performance
  • KEB Ulm kaufte 14 Tücher und 14 Papierarbeiten; Leiter: Oliver Schütz
  • Bezug zu Fastentüchern und den 14 Stationen des Kreuzwegs
  • Führungen: 8. und 25. März, 14 Uhr; 17. März, 17 Uhr; Finissage am 2. April 2026, 18 Uhr

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein bisschen wundert sich Marianne Hollenstein selbst über ihre künstlerische Transformation: dass sie inzwischen nur noch selten in Theatern, dafür oft in Kirchen arbeitet. Als Bühnenbildnerin habe sie gelernt, mit Räumen umzugehen, zumal mit solchen mit großen Dimensionen. „Die Kirchen sind leer. Dabei sind das Superräume.“ Gerade für die Kunst.

Da passt die Ulmer Wengenkirche bestens in die Reihe: Die ist so groß, dass die geschrumpfte Gemeinde sie nicht mehr füllen kann. Die gebürtige Schweizerin Hollenstein hat schon mehrfach dort ausgestellt. Am Aschermittwoch wurde dort „14 Tücher“ eröffnet, eine Installation zur Fastenzeit, in der es ebenfalls um Transformation geht.

Angekauft von der KEB Ulm

Alle Arbeiten – die 14 Tücher und ebenso viele gestisch-abstrakte Kompositionen auf Papier – sind schon verkauft. Erworben hat sie die Katholische Erwachsenenbildung (KEB), namentlich deren Leiter Oliver Schütz. Weil die Werkgruppe in die Fastenzeit passt: Zum einen erinnert sie an die Fastentücher, mit denen mancherorts Altäre verhüllt werden, zum anderen an die 14 Stationen des Kreuzwegs. Die wie an einer Leine präsentierten Tücher können also, so die Idee der Ausstellung, die Grundlage für eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit der Passion Christi sein.

Davor aber, und das ist die aufregendste Verwandlung, waren sie: Putzlumpen. Vor einem Jahr steuerte Hollenstein zur Theater-Produktion „Das heroische Leben des Evgenij Sokolov“ im Museum Ulm Action-Painting bei. Die verkleckerte Farbe wischte sie mit den Tüchern auf. Als diese dann getrocknet waren, hatten sie der Künstlerin zufolge eine überraschende skulpturale Qualität. Was der Künstlerin auch gefällt: Ein Tuch ist der Rest einer Tischdecke aus ihrem Elternhaus.

Das Ziel, über die Kunst neue Menschen in die Wengenkirche zu bringen, hat bei der Vernissage bereits funktioniert. Weitere Veranstaltungen sind geplant, darunter Führungen mit Oliver Schütz (8. und 25. März, 14 Uhr, 17.März, 17 Uhr) – und die Finissage mit Musik, Tanz, spirituellen Impulsen und Live-Painting am Gründonnerstag, 2. April 2026, 18 Uhr.