Verlag aus Elchingen
: Die Edition Hibana setzt in harten Zeiten auf Humor

Verleger Florian L. Arnold plant 2025 vier Veröffentlichungen. Der Top-Titel im Frühjahr ist eine Sammlung mit Texten des vergessenen Hermann Harry Schmitz.
Von
Marcus Golling
Elchingen
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"Wundersame Katastrophen" von Hermann Harry Schmitz erscheint Ende März 2025.

"Wundersame Katastrophen" von Hermann Harry Schmitz erscheint Ende März 2025.

Edition Hibana
  • Edition Hibana plant 2025 vier Neuerscheinungen, Schwerpunkt Humor.
  • Top-Titel im Frühjahr: "Wunderbare Katastrophen" von Hermann Harry Schmitz.
  • "Sieh, ich schreibe" von Hans Therre erscheint etwas früher.
  • Weitere Bücher von L. Valentin Krocka und Gion Mathias Cavelty folgen im Juni und Herbst.
  • Verleger Arnold möchte mit Humor gegen schlechte Laune angehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Man braucht derzeit einen sehr rüstigen Humor, dass einem bei der Betrachtung der politischen und wirtschaftlichen Lage nicht das Lachen vergeht. Es seien auch schwierige Zeiten für unabhängige Verlage, sagt der Elchinger Florian L. Arnold. Aber er will mit seiner Edition Hibana der schlechten Laune wieder gute und schöne Bücher entgegensetzen: „Dieses Jahr wird für uns im Zeichen des Humors stehen.“

Vier Neuerscheinungen sind bis zum Jahresende 2025 geplant, der wichtigste Titel im Frühjahr ist „Wunderbare Katastrophen“ mit Grotesken und Miniaturen von Hermann Harry Schmitz (1880-1913). Der nahezu vergessene Autor, von dem laut Arnold vor dem Zweiten Weltkrieg rund 160.000 Bücher verkauft wurden, sei mit seinen Spitzen gegen Spießbürger und Neureiche „unheimlich aktuell“. Der Verleger sieht in dem Düsseldorfer einen Vorreiter von Stand-up-Comedy und Slam-Poetry. Das Buch erscheint Ende März, mit Illustrationen von Arnold selbst.

Schon etwas früher kommt „Sieh, ich schreibe“ von Hans Therre, inhaltlich ein Ausreißer im Humor-Jahr. Mit dem Saarländer war Arnold durch die Arbeit am Rimbaud-Band „Der trunkene Schiff“ in Kontakt gekommen. Der Kurzroman erzähle die Geschichte eines radikalen Künstlers – mit einem „krassen Ende“: „Therre hat eine Sprache, die am Leben geschult ist und nicht am Literaturinstitut.“ Abstrakt illustriert wurde das Buch von der Bamberger Künstlerin Christine Krejci.

Voraussichtlich im Juni geht es im Programm mit „Alles, worüber es nichts zu sagen gibt“ von L. Valentin Krocka weiter, dann wieder humoristisch. Der unter Pseudonym schreibende Autor aus dem Bayerischen Wald bewegt sich laut Arnold mit seinen Kurzgrotesken auf den Spuren von Karl Valentin. Ermöglicht werde dieser Titel durch die 8000 Euro, die der Verlag 2024 aus der Bayerischen Verlagsförderung erhalten hat.

Im Herbst freut sich der Verleger auf den Schweizer Gion Mathias Cavelty: „Ein fantastischer Autor, den man momentan mit fast niemandem vergleichen kann.“ Die Edition Hibana veröffentlicht die Neuausgabe von dessen 2000 bei Suhrkamp erschienenen Roman „Endlich Nichtleser“, in dem ein von seiner Literatursucht schwer geschädigter Protagonist sich und die Welt vom Laster des Lesens befreien will. Arnold: „Das ist urkomisch.“