Kunstfreiheit: Christoph Peters erhält den Schubart-Literaturpreis

Der Schriftsteller Christoph Peters erhält den Schubert-Literaturpreis 2025
Peter von Felbert- Christoph Peters erhält den Schubart-Literaturpreis 2025.
- Peters' Roman "Innerstädtischer Tod" bleibt erlaubt; Hamburger Landgericht weist Verbotsantrag ab.
- Preisverleihung am 3. Mai in Aalen.
- Roman beleuchtet Berliner Kunstszene und aktuelle Diskurse.
- Jury lobt Peters' kritischen und provokanten Blick.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. Ein Berliner Galeristen-Ehepaar hatte beim Landgericht Hamburg den Antrag gestellt, den Roman „Innerstädtischer Tod“ von Christoph Peters verbieten zu lassen, weil es seine Persönlichkeitsrechte verletzt sieht. In diesem Gesellschaftsroman spielen auch die Berliner Kunstszene und ein Galerist, der sich mit #MeToo-Vorwürfen auseinandersetzen muss, eine Rolle (wir berichteten). Jetzt hat das Landgericht den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückgewiesen.
Die Begründung der Richter: Die Kammer gehe zwar davon aus, dass „jedenfalls für einen Teil des Leserkreises“ verschiedene Überstimmungen zwischen den Antragsstellern und den Romanfiguren Konrad und Eva-Kristin Raspe erkennbar sind. „Allein dies reicht indes für die Annahme einer Persönlichkeitsverletzung nicht aus.“
Die Abwägung zwischen den Persönlichkeitsrechten des Galeristen-Ehepaars und der Kunstfreiheit (nach Artikel 5 des Grundgesetzes) falle zugunsten des Autors, also der verklagten Verlagsgruppe Penguin Random House aus. Gegen diese Entscheidung kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde eingelegt werden.
Streiter für das freie Wort
Just am Mittwoch hat die Stadt Aalen bekanntgegeben, dass der mit 20.000 Euro dotierte Schubart-Literaturpreis – benannt nach Christian Friedrich Daniel Schubart, einem Streiter für das freie Wort – in diesem Jahr an den 1966 in Kalkar geborenen Christoph Peters geht.
„Nichts weniger als den Roman zur Stunde“ habe Peters geschrieben, so die Jury in ihrer Begründung: „Innerstädtischer Tod“ sei der dritte Teil einer Trilogie, „die unserer Gegenwart in all ihrer Widersprüchlichkeit einen literarischen Spiegel vorhält“. Ausgehend von einem jungen Künstler, einem erfolgreichen Galeristen und einem Vertreter der Neuen Rechten entfalte Peters ein spannungsreiches Ensemble, das in seiner Vielstimmigkeit „wie eine meisterhafte synkopische Symphonie der Großstadt Berlin und der erhitzten Diskurse der Zeit klingt“.
Der Roman sei eine „hinreißende Neuvermessung der Gegenwart, die trotz des großen Phantasiereichtums einen durchaus dokumentarischen Charakter hat – getragen von einem kritischen und provokanten Blick, ganz im Geiste des Namensgebers des Preises“.
Die Preisverleihung findet am 3. Mai 2025 im Kulturbahnhof Aalen statt. Den mit 7500 dotierten Förderpreis erhält Grit Krüger für ihr Debüt „Tunnel“.
Der Schubart-Literaturpreis wird seit 1956 im zweijährigen Turnus verliehen. Unter den früheren Preisträgern sind Julia Schoch, Daniel Kehlmann, Robert Gernhardt, Alice Schwarzer, Ralph Giordano und Peter Härtling. (mit epd)
