Verlag aus Elchingen: Böse Alice, gute Bücher – das plant die Edition Hibana 2026

Ein Märchen wird zur Politsatire: „Alice im verwundeten Land“ von Robert W. Segel erscheint voraussichtlich im März.
Edition Hibana- Edition Hibana setzt weniger auf Klassiker, mehr auf „lebendige“ Autor:innen.
- Daniel Mylow: Erzählungsband erschienen; zweites Buch für Herbst geplant.
- „Alice im verwundeten Land“ von Robert W. Segel soll zur Leipziger Buchmesse kommen.
- März: Zweite, erweiterte Auflage von Valentin L. Krocka fast fertig.
- „Schwallungen“ von Gottfried Müller lieferbar; Anthologie „Ruinenbewohner“ geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Bücherland Deutschland befindet sich im Umbruch. Büchermensch Florian L. Arnold – Schriftsteller, Illustrator und Verleger – weiß es nur zu gut. Inzwischen übernehme immer häufiger die KI die Buchgestaltung, sagt er. In den Buchhandlungen vollziehe sich ein Wechsel: Manche werden von größeren geschluckt, in manchen übernehme eine neue Generation mit anderen Interessen. Das spüre er: Die bibliophilen Ausgaben von Klassikern, die in den vergangenen Jahren ein Schwerpunkt seiner Edition Hibana waren, seien im Handel kaum noch gefragt. „Seit zwei Jahren ist die Nachfrage wie abgeschnitten.“
Ja, auch er müsse mit seinem Verlag neue Wege gehen, sagt der Elchinger. Aber das bereite ihm durchaus Freude, zumal er gerade „zwei Autoren lebendiger Art“ gewonnen habe, von denen er sich viel verspreche. Zwei Autoren auch, die sich reinhängten, für Lesungen und Veranstaltungen zur Verfügung stünden, etwas bewegen wollten.
Daniel Mylow schlüpft in seine Figuren
Der eine ist Daniel Mylow, der in seinem bereits erschienenen Erzählungsband „Das Weiß zerrissenen Papiers“ (88 Seiten, illustriert von Walter Rockenbauch, 22 Euro) an vergessene Autoren wie Christian Dietrich Grabbe oder Jacob Picard erinnert. Mylow, der am Bodensee lebt, habe eine „tolle Tonalität“ und könne in seine Figuren „hineinschlüpfen wie in einen Handschuh“. Für Herbst ist bereits das zweite Buch von Mylow geplant – dann geht es um vergessene Autorinnen.
Zur Leipziger Buchmesse (19. bis 22. März) soll der nächste Titel fertig sein: „Alice im verwundeten Land“ von Robert W. Segel. Der Nürnberger hat Lewis Carrolls Märchen in eine politische Satire verwandelt: Alice ist darin eine Demagogin, die eine Schar (vermeintlich) Verwundeter um sich schart, für den Kampf gegen die Herzkönigin, die hier aber zu den Guten gehört. „Ein Sinnbild für die populistische Masche der AfD“, sagt der Verleger.
Ebenfalls im März vorliegen soll die zweite, erweiterte Auflage von „Alles, worüber wir nichts sagen müssen“ mit Grotesken und Miniaturen von Valentin L. Krocka. Die erste sei binnen kürzester Zeit ausverkauft gewesen, deswegen habe er sich entschieden, die Auswahl nahezu zu verdoppeln, sagt Arnold.
„Ruinenbewohner“ von bekannten Autoren
Schon lieferbar ist „Schwallungen“ (180 Seiten, 35 Euro) von Gottfried Müller, eine verschrobene Persiflage auf das Genre Künstlerkatalog. Später im Jahr soll eine von Müller gestaltete Anthologie erscheinen: „Ruinenbewohner“ wird Texte unter anderem von Wolfgang Hildesheimer, Jules Verne und Arnold selbst enthalten.
Ebenfalls fertig ist der Katalog zur Ausstellung „Und wenn sie es dir sagen“ von Ferdinand Dölberg und Sarah Neumann im Kunstverein Ulm (48 Seiten, 20 Euro). Arnold würde sich freuen, das Geschehen im Schuhhaussaal häufiger mit Publikationen zu begleiten. „Der Kunstverein ist auf einem richtig tollen Weg.“

