Studio Ulmer Musikfreunde: Das vorgezogene Beethoven-Jahr

Viel vor mit Beethoven: Das Studio Ulmer Musikfreunde – hier bei einem Familienkonzert in der Ulmer Pauluskirche.
Dave Stonies- Studio Ulmer Musikfreunde feiert 70 Jahre und plant ein vorgezogenes Beethoven-Jahr.
- Konzert am 15. März 2026, 18 Uhr, Pauluskirche: „Egmont“-Ouvertüre, 1. Sinfonie.
- Jaan Ots aus Tallinn spielt als Solist Beethovens 3. Klavierkonzert in c-Moll.
- Weitere Termine 2026: 12. Juli Schloss Erbach (Violinkonzert, 5. Sinfonie); 8. Nov., 7. Sinfonie.
- Dirigent Albrecht Schmid: „Beethoven ist die Champions League“, Orchester mit ca. 35 Mitgliedern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
70 Jahre Studio Ulmer Musikfreunde, seit zehn Jahren von Albrecht Schmid dirigiert – und Ludwig van Beethoven feiert 250. Geburtstag. Das heißt, er wird jetzt erst 249. „Aber bevor die ganze Welt 2027 mit dem Beethoven-Jahr herauskommt, sind wir schon durch“, sagt der Dirigent und frühere Wiblinger Kantor. Am Sonntag, 15. März 2026, 18 Uhr, spielt das „Studio“ in der Pauluskirche die Ouvertüre zu „Egmont“ und die 1. Sinfonie. Und der estnische Pianist Jaan Ots, bekannt in Ulm als beliebter Gast der Wiblinger Bachtage, reist extra aus Tallinn an und ist der Solist im 3. Klavierkonzert.
1946, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, gegründet als Streichorchester, gehört das „Studio“ zu den prägenden Liebhaberorchestern in der Doppelstadt, wobei es für seine Konzerte Bläser „aus dem Profi-Lager“ dazukauft. Das Programm im Jubiläumsjahr? Der vorgefeierte Beethoven, und zwar mit „Titanenstücken“, wie Schmid erzählt: Bei der Serenade auf Schloss Erbach (12. Juli) werden das Violinkonzert und die 5. Sinfonie erklingen, im Herbstkonzert am 8. November (wieder in der Pauluskirche) die 7. Sinfonie.
„Beethoven ist die Champions League“
Mutig? „Beethoven, klar, ist die Champions League“, sagt Schmid, aber das Studio Ulmer Musikfreunde habe sich nach dem „Corona-Loch“ prächtig entwickelt, klanglich und substanziell. Er sehe „feinen Zeiten“ entgegen. Rund 35 Mitglieder zählt das Orchester aktuell, es sind auch Akteure mit musikalischer Ausbildung darunter. Und eben „Liebhaber“, nicht zuletzt 40-, 50-jährige Menschen „im Zenit ihrer Berufskarriere, die sich die Zeit für die Proben herausschnitzen müssen“. Aber mit einer „großen Ernsthaftigkeit“ seien alle dabei, im Vertrauen auf die Gemeinschaft und auf den Dirigenten.
Was bedeutet es, mit Amateuren zu arbeiten? Künstlerisch, so kennt man Albrecht Schmid, macht er gewiss keine Abstriche. „Man muss wissen, was funktioniert. Man darf das System nicht überfordern, die Werke dürfen nicht zu schwer, aber auch nicht zu leicht sein. Es werden einzelne Passagen intensiver geprobt, mit mehr Zeit, und natürlich müsse es allen Spaß machen.“ Das soll auch fürs Publikum gelten: Die 1. Sinfonie, die am Sonntag erklingt, sei ideal dafür, in die Beethoven-Welt einzusteigen. Und dass Jaan Ots das c-Moll-Klavierkonzert spiele, sei sowieso in Glückfall.

