Sinti-Familie: Rolf Eckstein ist gestorben – ein Förderer musikalischer Talente

Rolf Eckstein (rechts) mit Matthias Honeck von den Wiener Symphonikern vor dem Geigenbauatelier Ulm.
Jürgen Kanold- Unternehmer Rolf Eckstein (81) starb am 16. Februar 2026; Träger des Bundesverdienstkreuzes.
- Er gründete 2005 die Albert-Eckstein-Stiftung – „Instrumente für Talente“.
- Stiftung verleiht kostbare Geigen, Bratschen, Celli an junge Musikerinnen und Musiker.
- Führte Geigenhandel des Vaters fort; 2007 Aufbau des Geigenbauatelier Ulm.
- Werkstatt listet Spitzeninstrumente, z. B. Guadagnini von 1758 für 1,3 Mio. Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was für eine Familiengeschichte! Albert Eckstein war ein Sinti-Musiker aus Mannheim, der als Wunderkind schon mit sieben Jahren in der „Zigeunerkapelle“ seines Vaters auftreten musste. Die Familie zog 1935 nach Vöhringen; die Eltern und neun Geschwister wurden von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg handelte Albert Eckstein mit Vieh und Pferden, brachte aber von seinen Reisen nach Italien wertvolle Streichinstrumente mit und baute eine Sammlung auf. Nach seinem Tod 1992 ging dieser Schatz an seinen Sohn Rolf Eckstein über – und der verkaufte die Sammlung nicht, im Gegenteil: Er gründete 2005 die „Albert-Eckstein-Stiftung“, die unter dem Motto „Instrumente für Talente“ die kostbaren Geigen, Bratschen, Celli an junge Musikerinnen und Musiker verleiht.
Rolf Eckstein war Unternehmer, gründete in Elchingen die Firma Meneks (Autobranche, Garantiesysteme für Neu- und Gebrauchtfahrzeug). Aber mit Leidenschaft führte er auch den Geigenhandel seines Vaters fort und baute 2007 in Ulm (Auf dem Kreuz) eine Werkstatt auf. Zunächst sollten dort die Instrumente der Stiftung gepflegt werden, mittlerweile spielt das „Geigenbauatelier Ulm“ aber in der ersten Liga und listet auf seiner Internetseite auch mal eine Guadagnini aus Cremona von 1758 für 1,3 Millionen Euro auf.
Im Geigenbauatelier präsent
Bis zuletzt war Rolf Eckstein im Geigenbauatelier präsent, um Freunde und Kunden zu empfangen: Als etwa 2024 die Wiener Symphoniker auf dem Münsterplatz die „Donau-Symphonie“ spielten, luden sein Sohn Andrew und er Matthias Honeck, den Stimmführer der 2. Violinen, und Orchesterkollegen zum Imbiss in die Werkstatt ein.
Vergangene Woche (16. Februar 2026) ist Rolf Eckstein, Träger des Bundesverdienstkreuzes, geehrt für seine Förderung musikalischer Talente, im Alter von 81 Jahren gestorben. „Mit Herz und Großzügigkeit“: Die Stipendiaten und das Team der Albert-Eckstein-Stiftung erinnern „in großer Dankbarkeit“ an ihn, mit bewegenden Worten in einer Traueranzeige: „Sein Wunsch, Menschen durch Musik zu verbinden und damit zur Völkerverständigung beizutragen, wird uns immer leiten.“
