Schauspieltalent aus Langenau
: Glücksgefühle auf der Bühne und vor der Kamera

Greta Röscheisen studiert an einer renommierten Theaterakademie in München Schauspiel. Als Gymnasiastin ist sie mehrfach im Theater Ulm aufgetreten.
Von
Kristina Schmidl
Langenau
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Greta Röscheisen

Greta Röscheisen hat einen der begehrten Plätze an der Theaterakademie August Everding in München ergattert.

Andreas Cielanga
  • Greta Röscheisen studiert Schauspiel an der Theaterakademie August Everding in München.
  • Sie setzte sich in drei Runden gegen 700 Bewerber durch und gewann einen von zehn Plätzen.
  • Erste Bühnenerfahrungen sammelte sie bei der Jungen Ulmer Bühne und im Theater Ulm.
  • Filmrollen folgten: kleine Parts in „Drei Kameradinnen“ und „Oase“ sowie eine Hauptrolle im Kurzfilm.
  • Projekte sind noch in Entwicklung – zuletzt drehte sie einen Werbespot mit Awesome Pixels.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Greta Röscheisen kann ihr Glück noch immer kaum fassen. Seit März studiert die Langenauerin an der renommierten Theaterakademie August Everding im Münchner Prinzregententheater Schauspiel. Der Weg dorthin war hürdenreich. Die 20-Jährige ist eine von zehn jungen Frauen und Männern, die sich in einem dreistufigen Verfahren gegen 700 Mitbewerberinnen und -bewerber durchgesetzt haben und sich so einen Platz an der größten Ausbildungsstätte für Bühnenberufe in ganz Deutschland gesichert haben.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe“, sagt Greta Röscheisen. „Als ich dann tatsächlich die Zusage bekam, war das so absurd. Ich habe mich riesig gefreut.“ Schließlich schwelt ihre Leidenschaft für die Bühne schon seit fünf Jahren in ihr. Damals besuchte sie einen Workshop bei der Jungen Ulmer Bühne (JUB), in dem sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen unter Anleitung von Theaterpädagogen ein Stück erarbeitete. Jeder schrieb einen Monolog. Der von Greta Röscheisen handelte von einer Erfahrung, die viele Heranwachsende kennen: vom Nichtverstandenwerden durch Erwachsene. Am Ende brachten die Teenager ihr Stück im Sommer 2022 im Alten Theater zur Aufführung. Für Greta Röscheisen war das wie ein Erweckungserlebnis. „In den Gruppenszenen erlebte ich ein großes Gefühl echter Verbundenheit. Ich wusste, es hängt nicht alles von mir ab. Sollte ich nicht mehr weiter wissen, retten die anderen mich.“ Das sei „großartig“ gewesen.

Das junge Mädchen hatte Blut geleckt. Also wagte sie den nächsten Schritt auf eine noch größere Bühne und in ein ihr bis dato neues Fach, das Musiktheater. Unter der Regie von Benjamin Künzel, dem designierten Operndirektor am Theater Ulm, wirkte sie in der Spielzeit 2022/2023 an Heinz Bolten-Baeckers witziger, etwas absurder Revue-Operette „Frau Luna“ mit. Und glänzte dabei gleich in der Titelpartie. „Ich war eine Mondelfe und durfte mit absonderlicher Krächzestimme sprechen“, erinnert sich die 20-Jährige. Dabei habe sie die Bühne als eine Welt erkannt, in der alles erlaubt ist und sie sich für nichts schämen muss. So habe sich eine ganz neue Greta entwickeln können.

Chaotischer Reigen zwischen Schein und Sein

In der folgenden Spielzeit studierte die Bürgerbühne des Theaters Ulm die Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Camillo Walzel und Richard Genée ein. Ein chaotischer Reigen zwischen Schein und Sein zu Walzer- und Polkaklängen von Johann Strauß – mit Greta Röscheisen als Ciboletta, durchaus eine wichtige Rolle. In dieser Verkleidungs- und Verwechslungskomödie mit Liebesverwirrungen mitzuspielen, habe wahnsinnig Spaß gemacht. Sie sei froh gewesen, ein so erfüllendes Hobby gefunden zu haben. Dass sie es zu ihrem Beruf machen könnte, darauf habe sie erst eine Freundin gebracht, die sich damals auf ein Vorsprechen an einer Schauspielschule vorbereitet habe. „Also wollte auch ich es probieren“, erinnert sich Greta Röscheisen. Insbesondere nach einem Gespräch mit Benjamin Künzel, der sie dazu ermutigt habe.

Aber zunächst konzentrierte sich die junge Frau auf ihr Abitur, das sie 2025 an der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule erfolgreich ablegte. Erst danach hatte sie wieder Zeit zum Theaterspielen und tanzte im Sommer beim Open-Air-Musical „Saturday Night Fever“ auf der Wilhelmsburg als Statistin. Gemeinsam mit Profis vor einem so großen Publikum und in dieser besonderen Kulisse auf der Bühne zu stehen, habe sie als sehr bereichernd empfunden. Dass sie als Kind jahrelang Showtanz beim TSV Langenau trainiert habe, sei ihr dabei sehr zugutegekommen. Genau wie jetzt an der Theaterakademie. „Da haben wir auch Tanzunterricht, und dafür ist es durchaus von Vorteil, wenn man seinen Körper gut kennt.“ Für Greta Röscheisen kein Problem. Sie hat schon immer gerne und viel Sport getrieben.

An ihrer Schauspielschule liegt der Schwerpunkt auf Theater. Doch die 20-Jährige interessiert sich auch für Film und Fernsehen. Anfang letzten Jahres folgte sie einem Castingaufruf für den Kinofilm „Drei Kameradinnen“ unter der Regie von Milena Aboyan und bekam prompt eine kleine Rolle. In einer Feierszene tritt sie als eine Freundin des Hauptdarstellers auf. Gedreht wurde in Stuttgart. „Spannend, wie jeder seinen Platz am Set hat“, findet Greta Röscheisen. Im April 2025 spielte sie in einem weiteren Kinofilm. Jannis Lenz' „Oase“ handelt von drei Jugendlichen, die in der Schule Außenseiter sind und sich auf gefährliche Weise eine eigene Welt schaffen. Die Langenauerin mimt eine Mobberin. „Das war ganz schön schwierig für mich, da ich im echten Leben ein Sonnenschein bin.“ Aber mal eine ganz andere Facette aus sich herauszukitzeln und den Bösewicht zu geben, sei für sie äußerst gewinnbringend gewesen.

Zum ersten Mal in einer Hauptrolle vor der Kamera gestanden hat Greta Röscheisen in Mirjam Koloskas Kurzfilm „Second(s)“, den diese im Rahmen ihres Mediendesignstudiums an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Ravensburg realisiert hat. Als der Film dort im Kino Premiere hatte, saß natürlich auch Greta Röscheisen im Publikum. Sich selbst zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen, in überdimensionaler Größe, sei verrückt gewesen.

Filmprojekte in der Entwicklung

Bis die Kinofilme, an denen Greta Röscheisen mitgewirkt hat, über die große Leinwand flimmern, kann es noch etwas dauern. Denn sie sind noch in der Entwicklung. Genau wie ein Werbespot der Blaubeurer Filmproduktionsfirma Awesome Pixels, für den die junge Frau vor zwei Wochen vor der Kamera stand.