„Roberto Devereux“ am Theater Ulm: Die Gemäldegalerie der Queen kommt unter den Hammer

„Roberto Devereux“ mit Gemäldegalerie – die Bilder werden jetzt verkauft.
Jochen Quast- Theater Ulm zeigt „Roberto Devereux“ nur noch zweimal: am Donnerstag, 26. März, und am Samstag.
- Premiere war am 26. Februar, nach zwölf Vorstellungen ist die Produktion bereits abgespielt.
- Grund ist die anstehende Großproduktion „Die Meistersinger von Nürnberg“ mit Probenbedarf.
- Bühnenbild zeigte eine üppige Gemäldegalerie mit Landschaftsrepliken im Wohnzimmer.
- Diese handgemalten Bilder aus dem Malsaal sind nach der letzten Vorstellung für 120 Euro zu kaufen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ jubelte Lotte Thaler unter der Schlagzeile „Ganz große Oper“ über die Aufführung von „Roberto Devereux“ am Theater Ulm und rühmte, dass es Klára Kolonits als Königin Elisabeth mit den Legenden Edita Gruberová und Montserrat Caballé aufnehmen könnte. Im Fachblatt „Opernwelt“ befand Götz Thieme unter der Überschrift „Immer diese Kronleuchter“, das die Lesart von Regisseurin Annette Wolf immerhin dem unbefangenen Zuschauer „nicht mit irgendwelchen Konzepten im Wege“ stehe – und die Sopranistin aus Ungarn mit „einigen feinen Pianophrasen aufwarte“. Na ja, die Wahrheit liegt ungefähr in der Mitte. Aber dass der Tenor Joshua Spink in der Titelpartie ein „Glücksfall“ ist, das hörte auch Thieme.
Wer aber nun selbst ein Urteil fällen möchte beziehungsweise seinen neu aufgeflammten Belcanto-Appetit ein weiteres Mal stillen möchte, der muss sich beeilen: In rekordverdächtiger Kürze ist die Donizetti-Oper nämlich abgespielt. Am 26. Februar 2026 war Premiere im Großen Haus – und schon an diesem Donnerstag, 26. März, 20 Uhr, und am Samstag, 28. März, 19 Uhr, finden die beiden letzten Aufführungen statt. Zwölf Vorstellungen in einem Monat – und vorbei!
Bald abgespielt
Der Grund für diese nicht unbedingt publikumsfreundliche Disposition? Die Riesenproduktion der „Meistersinger von Nürnberg“ wirft ihre Schatten voraus: eine Wagner-Oper mit viereinhalb Stunden reiner Spielzeit (Premiere am 4. Juni 2026). Die muss geprobt werden. Und etwa Dae-Hin Shin, der als Hans Sachs eine monströse Partie vor sich hat, kann nicht nebenher auch noch den Herzog von Nottingham in „Robert Devereux“ singen. Das Ulmer Musiktheater-Ensemble ist klein.
„Immer diese Kronleuchter“? Ja, aber im ersten Akt von „Roberto Devereux“ beeindruckt das Bühnenbild von Petra Mollérus mit einer üppig gehängten Wohnzimmer-Gemäldegalerie: mit gerahmter Landschaftsmalerei aus dem 18. und 19. Jahrhundert, vor allem von John Constable, auch von Thomas Gainsborough oder Thomas Creswick. Egal, dass die englische Königin Elizabeth I. schon 1601 ihren Geliebten Devereux hinrichten ließ und selbst 1603 starb – es ist ja Oper, eine Inszenierung.
Diese handgemalten Landschaftsbilder aber stammen von den begabten Mitarbeiterinnen aus dem Malsaal des Theaters und können nach der letzten Vorstellung käuflich erworben werden, für je 120 Euro: Der Erlös kommt dem Theaterfundus zugute. Schöne Aktion. Wobei das Theater Ulm auf seiner Interseite darauf hinweist, dass die Reproduktionen „keine detailgetreuen Kopien der Originale sind, sondern vereinfachte Versionen“. Natürlich, bei dem Preis.

