PEN Berlin im Roxy: Was ist Heimat? Autoren diskutieren mit Ulmerinnen und Ulmern

Das Podium im Ulmer Roxy: (von links) Mesale Tolu, Imran Ayata und Michel Abdollahi.
Volkmar Könneke/Roxy/Christian Charisius, dpa- PEN Berlin diskutiert im Roxy Ulm: „Hallo Ulm, reden wir über Heimat“
- Termin: Dienstag, 10. Februar, Beginn 18.30 Uhr, Eintritt frei, keine Anmeldung
- Podium: Imran Ayata, Michel Abdollahi, Moderatorin Meşale Tolu
- Besonderheit: Alle drei Gäste mit Migrationshintergrund, zwei aus Ulm
- Reihe an 22 Orten vor Landtagswahl am 8. März 2026; Publikum diskutiert mit
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit gut einer Woche ist der PEN Berlin unterwegs durch Baden-Württemberg, um mit Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren – und mit Prominenten auf den Podien: Michel Friedman, Thea Dorn, Ijoma Mangold oder Julia Ruhs. Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Heimat: „Ist das noch/schon mein Land?“, steht über der Reihe mit Veranstaltungen an 22 Orten, die die Autorenvereinigung im Vorfeld der Landtagswahl am 8. März 2026 organisiert. Am Dienstag, 10. Februar, heißt es im Roxy „Hallo Ulm, reden wir über Heimat“ – mit einer besonderen Konstellation: Laut PEN-Berlin-Sprecher Deniz Yücel ist es der einzige Abend der Reihe, an dem alle drei Podiumsgäste einen Migrationshintergrund haben.
Vor allem aber sind sie Menschen mit besonderen Geschichten: Imran Ayata, ein gebürtiger Ulmer, ist Schriftsteller („Mein Name ist Revolution“), Perlentaucher migrantischer Musikkultur („Songs of Gastarbeiter“), Chef einer Berliner Kampagnen-Agentur und ein langjähriger Freund des „Welt“-Journalisten Yücel. Ayata steckte auch hinter der „Free Deniz“-Kampagne für dessen Freilassung, als dieser 2017/18 wegen angeblicher Terrorpropaganda fast ein Jahr in türkischer Haft saß.
Der Begriff wurde bislang wenig hinterfragt
Wie er selbst, komme Ayata aus dem linken Milieu der 90er-Jahre, „wo man mit dem Begriff Heimat nichts zu tun haben wollte“, sagt der PEN-Sprecher. Klar, lange her, aber auch interessant: Bei den ersten Abenden der Reihe sei der Begriff in den Diskussionen kaum grundsätzlich hinterfragt worden, so Yücel.
Der zweite „sehr interessante Gesprächspartner“ ist Michel Abdollahi, geboren in Teheran, aufgewachsen in Hamburg, Fernsehmoderator, Poetry-Slammer, bildender Künstler und Autor. Sein Dokumentarfilm „Im Nazidorf“ wurde 2016 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Sein jüngstes Buch „Es ist unser Land. Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen“ wurde 2025 veröffentlicht. „Das war eine Bewerbung für unsere Reihe“, sagt Yücel. Er sei froh, dass Abdollahi gleich zugesagt habe.
Moderatorin ist die Journalistin Meşale Tolu, die als Tochter kurdischer Eltern in Ulm aufgewachsen ist. Wie Yücel saß sie mehrere Monate in türkischer Haft: Der deutschen Staatsbürgerin wurden Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Ende 2017 wurde sie freigelassen, nach Deutschland durfte sie aber erst im August 2018 ausreisen. Tolu arbeitet heute als Lokaljournalistin bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Biberach.
Beginn der Veranstaltung im Roxy ist um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mitdiskutieren kann und soll jeder: Das Podium gibt nur Impulse, dann ist das Publikum gefragt.

