Kurzfristiger Abschied: Dirigent verlässt Theater Ulm in Richtung Niedersachsen

Panagiotis Papadopoulos dirigierte am Theater Ulm zuletzt die Britten-Oper „The Turn of the Screw“.
Armin Buhl- Der 1. Kapellmeister Panagiotis Papadopoulos wechselt ans Staatstheater Oldenburg.
- In Ulm leitete er u. a. Brittens „The Turn of the Screw“ und Benjamins „Lessons in Love and Violence“.
- In Oldenburg fungiert er faktisch als leitender Musiktheater-Dirigent – ein Karriereschritt.
- Der Abschied erfolgt kurzfristig, er sucht bereits eine Wohnung für sich und seine Familie.
- Theater Ulm spricht von Verlust, plant aber zügig eine Nachfolgeregelung für kommende Produktionen.
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Das Theater Ulm braucht einen neuen 1. Kapellmeister: Wie das Haus nun mitteilte, verlässt Panagiotis Papadopoulos das Haus nach vier Jahren in Richtung Oldenburg. Am Staatstheater in der niedersächsischen Großstadt wird der deutsch-griechische Dirigent in gleicher Funktion tätig sein. Weil dort aber nach dem Abgang von Hendrik Vestmann nach der vergangenen Spielzeit und einem gescheiterten Neubesetzungsversuch vermutlich erst 2028 ein neuer Generalmusikdirektor installiert werden kann, wird Papadopoulos de facto als leitender Musiktheater-Dirigent fungieren: ein wichtiger Karriereschritt für den 47-Jährigen.
Der Abgang ist sehr kurzfristig, laut Papadopoulos hat sich die Gelegenheit erst vor wenigen Wochen aufgetan; nun befinde er sich bereits auf Wohnungssuche für sich und seine Familie in Oldenburg. In Ulm hatte der Experte für zeitgenössische Musik ein breites Repertoire abgedeckt und laut Pressemitteilung des Theaters mit seinen Einstudierungen von George Benjamins Oper „Lessons in Love and Violence“ und Benjamin Brittens Oper „The Turn of the Screw“ überregionale Aufmerksamkeit erfahren. Seine Vielseitigkeit bewies er unter anderem bei den Musicals „Anatevka“ und „Sister Act“.
„Vier sehr schöne Jahre“
„Es waren vier sehr schöne Jahre“, sagt Papadopoulos, der zuvor in Lübeck, Neustrelitz und Hildesheim tätig war, über seine Zeit in Ulm. „Ich danke dem Theater und dem Kollegen für das Vertrauen. Ich gehe als Freund.“ Er glaube, dass er dem Theater einige künstlerische Erfolge und dem Publikum manch schöne Erinnerung hinterlasse.
Intendant Kay Metzger und Generalmusikdirektor Felix Bender würdigten in der Pressemitteilung den scheidenden 1. Kapellmeister als einen leidenschaftlichen Musiker mit vorzüglichem Handwerk und Sachverstand: Der unvermittelte und rasche Abschied sei ein herber Verlust, aber man ermögliche Papadopoulos, „das reizvolle Angebot dieses renommierten Staatstheaters anzunehmen“.
Für GMD Felix Bender ist die kurzfristige Vakanz eine Herausforderung, er zeigt sich aber zuversichtlich, bald eine gute Nachfolgeregelung finden zu können. Papadopoulos sollte in der kommenden Spielzeit unter anderem die Produktionen „Ball im Savoy“ und „Endstation Sehnsucht“ leiten, auch an den großen Opern „La Juive“ und „Eugen Onegin“ sollte er mitarbeiten.

