klassisch! in Ulm
: Goldmund Quartett trifft auf Miss Marple und spielt krachend alpenländisch

Wunderschön und deftig volksmusikalisch: Das Goldmund Quartett, das auf Stradivaris spielt, begeistert im Ulmer Stadthaus.
Von
Jürgen Kanold
Ulm
Jetzt in der App anhören
Stadthaus: klassisch! Das 50. Konzert: Goldmund Quartett

Begeisternd: das Goldmund Quartett in Ulm mit (v.l.) Raphael Paratore, Christoph Vandory, Pinchas Adt und Florian Schötz.

Matthias Kessler
  • Goldmund Quartett mit Stradivaris begeistert in Ulm; Mitglieder: Schötz, Adt, Vandory, Paratore.
  • Aufführung am 23. Oktober 2024; Stücke von Borodin, Finzi, Jani, Schumann.
  • Miss Marple-Titelmusik bei Borodins 2. Streichquartett entdeckt.
  • Emotionales Spiel, romantisches Programm, Standing Ovations.
  • Alpenländische Zugaben: Dreiviertler, Samerberger Marsch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mord und Totschlag im Stadthaus beim 50. Konzert der Kammermusik-Reihe „klassisch!“ – jedenfalls staunten manche Zuhörerinnen und Zuhörer nicht schlecht, als das Goldmund Quartett Alexander Borodins 2. Streichquartett spielte. Dieses Triolen-Triller-Motiv im 3. Satz, ja klar, das tönt sehr verdächtig nach der Titelmusik der Krimis mit der schrulligen Miss Marple. Überführt: Da hatte Filmkomponist Ron Goodwin beim russischen Spätromantiker geklaut.

Nein, es ging sehr friedlich zu am Mittwochabend (23. Oktober 2024) beim Auftritt der herausragenden Münchner, es war sicher eines der lyrischsten, klangschönsten „klassisch!“-Abende. Und auch keine teure Stradivari ging verloren. Bekanntlich agiert das Goldmund Quartett auf Instrumenten aus der Werkstatt des Cremoneser Meisters: Florian Schötz, Pinchas Adt (Violinen), Christoph Vandory (Viola) und Raphael Paratore (Cello). Betäubt der Stradivari-Mythos, oder klingt das tatsächlich außergewöhnlich bis magisch?

Nun, zunächst mal saß ein virtuos eingespieltes, sehr empfindsames Quartett auf der Bühne. Und, ja, die Brillanz im Klang, der Obertonreichtum, war tatsächlich evident. Das zeigten die Musiker in einem romantischen Programm, angefangen mit der „Romance“ des Engländers Gerald Finzi. Elegischer Zauber und auch dramatische Überraschungen bei Borodin. Dazu ein modernes Werk der jungen Münchner Komponistin Sophia Jani: „Fall, Glow, Dissolve“. Ein Fallen, ein Glühen, sich Auflösen – hörbar, wenn in einer minimalistischen Struktur leise Atonalität rumort. War das jetzt fast zu schön, um wahr zu sein? In Robert Schumanns Streichquartett op. 41,3 zeigten die Goldmunds emotionale, mitreißende Attacke.

Standing Ovations. Und dann wurde mitgeklatscht: alpenländisch volksmusikalische Zugaben, sensationell, auf Stradivaris! Herbert Pixners „Vierteljahrhundert Dreiviertler“ und der „Samerberger Marsch“ samt Jodel-Juchzer aus dem Chiemgau.