Interview mit Yasi Hofer: „Talent allein reicht nicht“

Yasi Hofer im Interview mit dem Stadtmagazin acht.neun.
Atelier Schlieper- Yasi Hofer, 32, ist eine der besten Gitarristinnen Deutschlands und tritt mit ihrem Trio auf.
- Sie spielte u.a. mit Helene Fischer, Robbie Williams und den No Angels.
- Hofer brach für die Musikschule ab und studierte später in Stuttgart.
- Ihr aktuelles Projekt ist "Aquarium 85" am Theater Ulm.
- Ihr Traum: In der Royal Albert Hall in London auftreten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Yasi Hofer heißt eigentlich Yasmin Ines Hofer und ist 32 Jahre alt. Sie gilt als eine der besten deutschen Gitarristinnen, die bereits mit Helene Fischer, den No Angels und Robbie Williams auf der Bühne stand. Wie sie zur Musik kam, warum sie dafür sogar die Schule abbrach und warum Nena sie zuletzt überrascht hat.
Wenn deine Gitarre sprechen könnte, was würde sie über dich erzählen?
Yasi Hofer: Dass ich sie öfter putzen sollte. Und, dass sie sich freut, weil sie ausgiebig gespielt wird. Vielleicht würde sie sich sogar ab und zu mal eine kleine Pause wünschen.
Wir befinden uns gerade im Theater in Ulm – kannst du uns etwas über dein neues Projekt erzählen?
Ich bin ein Teil von Aquarium 85 – eine spannende Produktion über das legendäre Nachtlokal der 80er Jahre, bei der ich mitwirken darf.
Erzähl uns: Wer ist Yasi Hofer und ihre Band?
Ich bin Musikerin. Ich schreibe eigene Lieder, singe – aber in erster Linie bin ich Gitarristin. Seit 2014 habe ich ein Trio, mit dem ich hauptsächlich unterwegs bin, auch dieses Jahr.
Worauf kann man sich bei eurer Tour dieses Jahr freuen?
Wir sind seit zehn Jahren ein eingespieltes Trio. Ich habe zwei Menschen an meiner Seite, die hinter meiner Musik stehen, und das spürt man. Ich finde auch, dieses Album ist mit Abstand mein stärkstes, deswegen freue ich mich darauf, die Lieder live zu spielen. Außerdem habe ich mir meine Traumgitarre bei Ibanez in L.A. exakt nach meinen Wünschen bauen lassen, mit der wir dann auf Tour sind. Ich möchte die Gitarre allerdings richtig präsentieren, deswegen erscheint dafür ein neuer Song und wir drehen hier in Ulm ein Musikvideo.
Seit Juni 2024 am Start: acht.neun
Dieser Text erschien zuerst im Stadtmagazin acht.neun. Es ging im Juni 2024 an den Start. Jeden Monat gibt es darin Geschichten rund um Leute, Lifestyle, Kultur, Gastronomie und Stadtgeschehen. Den Link zur Online-Ausgabe gibt es hier.
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Kannst du uns von deinem Weg in die Musikkarriere erzählen?
Ich habe klassisch mit Blockflöte angefangen und dann Geige gespielt. Als Jugendliche wollte ich aber eigentlich Fußballerin oder Kfz-Mechatronikerin werden. Irgendwann habe ich dann den Song „Eye of the Tiger“ gehört und auf einmal wollte ich meine eigene Band. Ich habe Gitarrenunterricht genommen und von da an gab es nichts anderes mehr für mich. Meine Schulnoten haben darunter gelitten und ich traf die Entscheidung die Schule abzubrechen. Das war riskant. Ich habe mich in Stuttgart für ein Musikstudium beworben, und wurde genommen. Letztendlich ist alles möglich, wenn man es wirklich will. Und es gibt immer Wege zum Ziel. Mein Traum war aber immer das Berkeley College of Music in den USA. Mit 19 bin ich dann in die große, weite Welt. Nach einem Jahr wollte ich aber endlich Musik machen und kam zurück, um mein erstes Album zu produzieren. Darauf folgte das erste Konzert im Roxy mit knapp 600 Menschen im Publikum.
Und wie sieht dein Alltag als Musikerin aus?
Unterschiedlich. Ich habe Phasen, in denen ich auf Tour bin und wenn ich neue Musik produziere, verbringe ich teilweise 15 Stunden im Studio. Mein Tag startet immer mit Yoga und einem Spaziergang mit meinem Hund. Es gibt aber auch immer viel Arbeit am Computer, denn mein Management machen mein Vater und ich noch selbst. Ich bin definitiv ein perfektionistisches Arbeitstier.
Und wie gestaltet sich ein freier Tag bei dir?
Ich hab das Laufen für mich entdeckt und bin letztes Jahr den Einstein-Marathon gelaufen. Ansonsten gehe ich auch gerne ins Kino und verbringe viel Zeit in der Natur.
Was glaubst du, macht einen Künstler aus?
Vor allem fleißig und mutig sein. Talent allein reicht nicht, man muss diszipliniert sein. Es geht um das Gesamtbild, nicht nur darum, wie gut jemand ein Instrument beherrscht.

Yasi Hofer ist Teil der Produktion„ Aquarium 85“ am Theater Ulm. Dabei geht es um den legendären Ulmer Nachtclub.
Atelier SchlieperBei welcher berühmten Person hattest du selbst einen kleinen Fan-Moment?
Also mein erster echter Fan-Moment war damals bei Steve Vait, meine größte Inspiration. Aber auch Robbie Williams und Lucy von den No Angels zu treffen war eine große Sache.
Gab es jemanden, den du getroffen hast, der irgendwie unfreundlich war?
Nena ist ziemlich uncool, wobei sie jetzt bei der Helene Fischer-Show eigentlich doch überrascht hat. Aber jeder hat auch einfach mal einen schlechten Tag.
Wer ist die berühmteste Person, die in deinem Handy eingespeichert ist?
Wahrscheinlich ist es Holly Knight, aber sie ist halt eher indirekt berühmt. Die Nummer von Robbie habe ich leider nicht, zumindest noch nicht. (lacht)
Und wer wäre dein Traum-Duettpartner, lebend oder tot?
Ganz klar Jeff Beck, der leider schon verstorben ist. Aber das war immer mein großer Traum.
Stehst du lieber auf der Bühne oder kreativ im Studio?
Der Mix macht es aus. Wenn ich zu viel unterwegs bin, bekomme ich Heimweh. Wenn ich zu viel im Studio bin, fällt mir die Decke auf den Kopf.
„Nena ist ziemlich uncool“
Welche Highlights gab es bisher in deiner Karriere?
Also das aktuellste Highlight war natürlich der Auftritt mit Robbie Williams. Und gemeinsam mit den No Angels auf Tour zu sein, war ein Kindheitstraum. Ganz besonders war aber auch der Auftritt mit den Berliner Philharmonikern. Die Tour mit Helene Fischer war auch ein großes Highlight. Nicht durch das Musikalische, sondern durch die Show und die Chance, vor 130.000 Menschen auf der Bühne zu stehen. Und das, obwohl ich es zu Beginn gar nicht machen wollte.
Warum nicht?
Schlager ist nicht mein Bereich gewesen. Und es war auch nie mein Gedanke, Gitarristin für andere zu sein. Ich habe am Anfang ein völlig falsches Bild gehabt. Als es dann losging, war der Start schwierig für mich. Ich kam aus einer Love Peace Harmonie-Blase und dort waren die Besten der Besten und jeder hat nur für sich selbst gekämpft. Die Tour hat dann aber unglaublich Spaß gemacht und war eine der krassesten Erfahrungen, ich habe sehr viel gelernt dadurch. Mittlerweile mag ich die Musik und Helene ist einfach toll, sehr menschlich. Ich bin stolz, ihre Gitarristin zu sein.
Bist du auch auf der nächsten Tour wieder mit dabei?
Ja. Als nächstes steht Helenes Stadion-Tour an. Das wird dann auf jeden Fall auch noch mal eine neue, riesige Erfahrung.
Was würdest du denn deinem jüngeren Ich für einen Ratschlag geben? Oder auch jungen Leuten, die gerne eine Musikkarriere starten wollen?
Glaube an dich selbst! Es kommen ganz viele Menschen, die meinen, sie wissen alles besser. Am besten alles komplett ausblenden. Man muss natürlich etwas dafür tun, aber am besten keine Angst haben und sich immer die Freude behalten.

Eigentlich sei sie extrem introvertiert und eher schüchtern, sagt die Frau, die regelmäßig auf großen Bühnen steht.
Atelier SchlieperGibt es einen Fun Fact über dich?
Ich glaube, die meisten würden nicht denken, dass ich extrem introvertiert bin. Und dass ich mich oft unwohl fühle, wenn ich im Mittelpunkt stehe und eher schüchtern bin.
Und was für Ziele stehen noch auf deiner Liste?
Mit meinem Trio in der Royal Albert Hall in London zu spielen. Generell ist es ein Ziel, noch in England zu spielen und in den USA. Wir wollen einfach noch größer werden und unsere Musik verbreiten.
Was bedeutet Ulm denn für dich?
Ulm ist meine Heimat und ich habe es lieben gelernt. Aber ich bin tatsächlich kein Stadtmensch. Ich bin froh, dass ich jetzt auf dem Land lebe.
Wie verbringst du einen Tag in Ulm?
Ich würde im „Virtshaus“ etwas Leckeres essen gehen und dann einen Spaziergang machen. Und mir zum Abschluss gerne einen leckeren Drink in der Blaupause gönnen oder mir ein Konzert im Roxy anhören.
Wenn Ulm ein Song wäre, welches Genre oder welches Lied wäre die Stadt?
Wenn es ein Song von mir wäre, dann wäre Ulm „Moments“ oder „City of Green Fields“. Die Songs haben eine extrem positive, spaßige Energie, so sehe ich Ulm. Auf jeden Fall muss es ein Lied mit einer positiven, nach vorne gehenden Energie sein. Ein Happy Pop Rock-Song.
Wenn du irgendwann auf dein Leben zurückblickst, was soll deine Musik über dich erzählen? Welche Spuren möchtest du hinterlassen?
In meinem Song „Painting My Own World“ drücke ich aus, wie schlimm ich es finde, wie wir teilweise mit den Tieren und unserer Umwelt umgehen. Ich möchte etwas mitteilen, ein Statement setzen. Und wenn meine Musik es schafft, jemandem in einer schwierigen Zeit ein gutes Gefühl zu geben, ist das ein großes Geschenk für mich. Und es gibt kaum etwas Wertvolleres für einen Künstler.


