Internationaler Museumstag Ulm/Neu-Ulm
: Was alles bei freiem Eintritt geboten wird

Am Pfingstsonntag bieten die Museen in Ulm und der Region viele Führungen und Extras. Mit dabei sind auch „Die Einsteins“. Und im DZM gibt es Sachertorte.
Von
Jürgen Kanold
Ulm
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Beim Internationalen Museumstag ist auch das neue Museum Die Einsteins dabei.

Beim Internationalen Museumstag ist auch das neue Ulmer Museum „Die Einsteins“ dabei. Es grüßt teddybärig der Nobelpreisträger.

Nadja Wollinsky/Stadtarchiv.

Es packt ja nicht jeder die Urlaubskoffer. Und Touristen wiederum erwartet ein tolles Extra, das in keinem Reiseführer steht. Am Pfingstsonntag also ist der Internationale Museumstag, der  – weil eben international – keine Rücksicht nimmt auf baden-württembergische oder bayerische Ferien. Egal, Ulm, Neu-Ulm und die (bayerische) Region sind mit einem gemeinsamen Auftritt dabei: mit einem Riesenprogramm bei freiem Eintritt.

Selbst ein Museum, das erst am 4. Juli eröffnet wird, lädt Besucherinnen und Besucher ein. Eine Preview geradezu am Ulmer Weinhof: „Die Einsteins“ sind auf der Zielgeraden, die Handwerker vor Ort, die Ausstellung über Albert Einstein bald aufgebaut. Und Sabine Presuhn, die Leiterin, bietet zwei Führungen an, um 10 und um 14 Uhr, um schon mal die Publikumsreaktionen zu testen (wegen begrenzten Platzangebots bitte anmelden per Mail unter: einstein@ulm.de).

„Museum, Bildung und Forschung“, lautet das Motto des 47. Internationalen Museumstags: Museen als „Orte lebendiger Wissensvermittlung, der Erkundung und Verbreitung neuer Ideen“. Und so wollen die Museum, klar, „auch kritisches Denken, Neugier und Kreativität“ fördern. Da findet sich lokal, regional viel: ob im Naturmuseum Ulm, im Museum Brot und Kunst, wo das Duo Honey & Bunny in einer Ausstellung sich mit unserer Esskultur, den Ressourcen dieser Erde beschäftigt, oder in der KZ-Gedenkstätte Fort Oberer Kuhberg. Dort lässt sich in Rundgängen das politische Bewusstsein schärfen: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt ein Thema. Auch im Stadthaus spielt die Zeitgeschichte eine große Rolle: Karla Nieraad und Daniela Baumann führen durch die Ausstellungen „Die Mordserie des NSU“ und „Ich werde deutsch“, die Fotografin Katharina Eglau selbst zeigt dem Publikum ihre Bilder aus dem Orient.

Ein großes Vermittlungsangebot überall, zahlreiche Führungen. Ein gute Gelegenheit, nicht zuletzt aktuelle Kunstausstellungen zu besuchen, etwa im Edwin Scharff Museum das „Gemischte Doppel“, die farbstarken Werke der Künstlerpaare Moll und Purrmann. Oder in der Kunsthalle Weishaupt die bestaunenswerte „Überwindung der Schwerkraft“ von Wolfram Ullrich.

Sachertorte im Kaffeehaus

Was dann sicher auch Spaß macht: „Halbstundenkonzerte“ mit dem Duo Rodionov im Stadthaus und eine Weinverkostung im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM). Dort geht's allemal um eine Erkundung der Geschmackswelten entlang der Donau. Von 14-17 Uhr öffnet in der Oberen Donaubastion das „Budapester Kaffeehaus“: DZM-Direktor Tamás Szalay möchte die mondäne Kaffeehauskultur der Donaumonarchie aufleben lassen – mit Dobos- und Sachertorte, mit Salonmusik von Tamás Füzesi (der Philharmoniker als Stehgeiger).

Apropos entdecken: Die Ulmer, Neu-Ulmer könnten auch in den ländlichen Raum fahren.  „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE) heißen in Bayern gemeinsame Gemeinde-Konzepte, und die ILA Iller-Roth-Biber präsentiert ihre verschiedenen Museen. „Alles Bohne“ etwa heißt es im Museum der Gartenkultur in Illertissen, eine „Römer-Rallye“ veranstaltet der Archäologische Park Kellmünz.

Stempel fürs Gewinnspiel

Ein vielfältiges Angebot, also drei Museen könnte man Pfingstsonntag allemal schaffen: Wer mindestens drei Stempel abholt für sein Museumstag-Büchlein, kann wieder an einer Verlosung teilnehmen und Bücher, Kataloge, Stadthaus-Tassen, Führungen, eine Grafik oder auch ein Blaufärber-Küchenschürze gewinnen.

Wer alles dabei ist

Beim Internationalen Museumstag Ulm/Neu-Ulm sind dabei: Stadthaus Ulm, Kunsthalle Weishaupt, Museum Ulm, HfG-Archiv, Edwin Scharff Museum, KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg, Donauschwäbisches Zentralmuseum, Museum Brot und Kunst, Galerie Sebastianskapelle, Bege-Galerien – Galerie am Saumarkt, Naturmuseum Ulm, Künstlerhaus Ulm, Die Einsteins, Museum für bildende Kunst im Landkreis Neu-Ulm sowie die Museum der ILE Iller-Roth-Biber (Museum Illertissen, Museum der Gartenkultur Illertissen, Bayerisches Bienenmuseum, Klostermuseum Roggenburg, Archäologischer Park Kellmünz).