Installation im Kunstverein Ulm: Alan Hilario und das katastrophale Schweigen einer Gesellschaft

Riesiges Instrumentarium: Alan Hilario (rechts) und seine Musiker im Ulmer Kunstverein proben die Uraufführung von "Kara_woke-pieces".
Jürgen Kanold- Alan Hilarios Installation „Kara_woke-pieces“ wird im Kunstverein Ulm vom 8. bis 28. November gezeigt.
- Die Multimediakunst thematisiert die Rolle der Musik in der Gesellschaft in zwölf Kapiteln.
- Uraufführung mit Konzert am Freitag, 19 Uhr, im Schuhhaussaal – Improvisation inklusive.
- Songs basieren auf John Cages 4'33''-Stille, thematisieren genozidale Verbrechen und gesellschaftliches Schweigen.
- Letzter Song endet in Stille vor weißer Wand, um zum Nachdenken anzuregen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Er hat im Münster ein Werk für Smartphones uraufgeführt, um für die „Grundrechte der Natur“ zu protestieren, auch eine multikulturelle Messe, um an den tragischen Schneider von Ulm zu erinnern: „Berblingers Pro-These“. Im Stadthaus war seine Video-Textoper „Schöner Götterfunken! Bilder einer Ausstellung eine Ausstellung“ zu hören, in der er die rassistischen „Völkerschauen“ der Kolonialzeit mit der humanistischen Botschaft aus Beethovens „Neunter“ kombinierte. Alan Hilario, der in Ulm lebende Komponist, 1967 in Manila geboren, ist ein Vertreter der kompromisslosen Neutöner-Szene – und war schon in Donaueschingen vertreten.
Er hat in Freiburg bei Mathias Spalinger Komposition und elektronische Musik bei Mesias Maiguashca studiert. Von diesen Professoren, sagte Hilario einmal, habe er enorm viel gelernt: das kritische Denken, die politische Haltung. Entsprechend experimentiert er. Sein neues Werk, an dem er ein Jahr lang gearbeitet hat, heißt „Kara_wOke-pieces“: eine vom deutschen Musikfonds geförderte Film-und-Ton-Installation, deren Uraufführung im Ulmer Kunstverein vom 8. bis 28. November zu erleben ist (bei freiem Eintritt). An diesem Freitag, 19 Uhr, improvisieren Mark Lorenz Kysela (Ad-hoc-Instrumente, Stimme), Pascal Pons (Schlagzeug), Andrew Digby (Posaune) und Hilario selbst (Bassklarinette) ein „Vernissage“-Konzert zur Installation: aufheizend, free, laut, groovend.
Mit den „Kara_wOke-pieces“, schon im Titel stecken jede Menge Assoziationen, möchte Hilario in zwölf Kapiteln die facettenreiche wie widersprüchliche Rolle der Musik in der Gesellschaft thematisieren. Es geht um „Musik gegen heuchlerische Fassaden“. Oder „Anti-antiwoke Musik“ – dazu wird Gemüse im Wok gebruzzelt. Ironie gehört immer dazu. Alle zwölf Songs, so Multimediakünstler Hilario, basieren auf der 4'33''-Stille von John Cage, aber konterkarierend: Er möchte mit Musik im Gegenteil das „gegenwärtige katastrophale Schweigen einer Gesellschaft gegenüber genozidalen Verbrechen“ übertönen. Der letzte „Song“ heißt „Politische Musik gegen Genozide“ – aber jetzt herrscht tatsächlich Stille, vor weißer Wand. Der Zuhörer/Zuschauer ist allein: wird zum Nachdenken gezwungen. Erschütternd.

