Grigory Sokolov: Mit unerschütterlichem Ernst spielt er Byrd und Brahms

Grigory Sokolov –von Ochsenhausen nach Salzburg: Am 8. August 2025 spielt er im Großen Festspielhaus.
Vico Chamla- Pianist Grigory Sokolov gab ein Konzert im Bibliothekssaal des Klosters Ochsenhausen.
- Er spielte Werke von William Byrd und Johannes Brahms, begleitet von sechs Zugaben.
- Sokolov, 75, ist ein weltberühmter Pianist und früherer Tschaikowsky-Preisträger.
- Auftritt war Teil des Musiksommers Ochsenhausen, gefördert von Siegfried Weishaupt.
- Nächstes Konzert: 8. August 2025 bei den Salzburger Festspielen mit gleichem Programm.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Bibliothekssaal des Klosters Ochsenhausen von 1783: ein lichtdurchfluteter, weißer Klassizismus. Und dann gut 400 Jahre alte Tastenmusik des Shakespeare-Zeitgenossen William Byrd (1543-1623) – aber nicht auf einem historischen Virginal dargeboten, sondern auf einem modernen Steinway-Konzertflügel: nichts An- und Hingezupftes, sondern Anschläge. Trillerketten in farbiger Kraftentfaltung. Töne, die wundersam explodieren. Klavierspiel, wie gemeißelt. Eine Zeitreise mit Grigory Sokolov.
Den darf man getrost als eine aktive Legende bezeichnen: Mit 16 gewann der Russe aus St. Petersburg den Tschaikowsky-Wettbewerb, das war 1966 gewesen. Sokolov war lange ein Geheimtipp, aber er zählt zu den Superstars unter den Pianisten. Wobei der 75-Jährige als das maximale Gegenteil auftritt: völlig in sich gekehrt, ohne das kleinste Charmeangebot ans Publikum, als hätte man ihn böse gezwungen.
Aber es ist Konzentration, heiliger Ernst der alten Schule. Es wirkt fast, als spulte Sokolov widerwillig sein Programm ab: in der ersten Hälfte verschiedene Stücke von Byrd, nach der Pause Johannes Brahms, die vier Balladen op. 10, die zwei Rhapsodien op. 79. Aber er spielt virtuos und entschieden mit fesselnder Überzeugungsmacht: Es geht nur um die Musik. Und zwar auf seine Weise, so, als gäbe es darüber nichts zu diskutieren. Aber warum auch? Sokolov holt wunderbar den Byrd in die Gegenwart und verdeutlicht klassisch klar den romantischen Brahms. In Perfektion vor Kameras und Mikrofonen für einen Live-Mitschnitt.
Sechs Zugaben
Auf dem Weg zu den Salzburger Festspiele, wo er am 8. August dasselbe Programm spielt, hat Sokolov in Oberschwaben einen Halt gemacht, in der Landesakademie für die musizierende Jugend in Baden-Württemberg: beim Musiksommer Ochsenhausen. Dort fördert der Unternehmer und Kunstsammler Siegfried Weishaupt nicht nur einen Klavierwettbewerb der International Summer Academy of Music (ISAM), sondern ermöglichte auch den Auftritt des Russen. Ovationen. Die Sokolov-Fans aber wussten, dass jetzt der dritte Teil des Konzerts beginnt. Doppeltes Verbeugen nach vorne, nach hinten. Kein Lächeln, nicht im Ansatz. Raus aus dem Saal und wieder rein: Zugabe um Zugabe. Sechs waren es, von Chopin und Rameau.
