Freundeskreis Kultur im Schloss
: Fritz Unglert hat die Stars der Klassik nach Illertissen geholt

„A bissle Visionen, das gehört dazu.“ Nach 24 Jahren hat der 85-jährige Unglert jetzt den Vereinsvorsitz abgegeben.
Von
Jürgen Kanold
Illertissen
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Fritz Unglert hat den Vereinsvorsitz an Gabriele Rüger abgegeben.

Fritz Unglert hat den Vereinsvorsitz an Gabriele Rüger abgegeben.

Werner Konrad
  • Führungswechsel im Freundeskreis „Kultur im Schloss“: Fritz Unglert übergibt an Gabriele Rüger.
  • Unglert gründete den Verein 2002, es gab seither 279 Konzerte und „Stars von morgen“.
  • Stars wie Sabine Meyer, Diana Damrau, Rolando Villazón und Xavier de Maistre traten auf.
  • Erfolgsrezept laut Unglert: familiäre Künstlerbetreuung und Kontakte etwa beim ARD-Wettbewerb.
  • Anekdote um Christian Tetzlaff zeigt Unglerts Hartnäckigkeit – „A bissle Visionen“ gehörten dazu.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Er hat sie alle nach Illertissen geholt, die Stars der Klassik: die Klarinettistin Sabine Meyer, die Sopranistin Diana Damrau, den Tenor Rolando Villazón und viele andere. Und immer wieder, in großer Freundschaft, auch „den Xavier“, den Harfenisten Xavier de Maistre. Im Jahre 2002 gründete Fritz Unglert den Freundeskreis „Kultur im Schloss“, der seither 279 Konzerte bot und zehn Jahre lang auch das Festival „Stars von morgen“. Aber jetzt hat Unglert, mittlerweile 85, auf der Jahresversammlung den Vereinsvorsitz abgegeben: an eine Mitstreiterin der ersten Stunde, an seine Stellvertreterin Gabriele Rüger.

„Es war eine schöne Zeit“, sagt Unglert, der pensionierte Bankdirektor, über die vergangenen 24 Jahre. Klein hatte es angefangen im Barocksaal des Vöhlinschlosses, es kamen auch größere Bühnen hinzu, vor allem der Festsaal des Kollegs der Schulbrüder. Man kann sich diese Konzertreihe, die einen großen Einzugsbereich hat, ohne den umtriebigen Unglert kaum vorstellen. Aber er sei ganz froh, jetzt die Verantwortung los zu sein, sagt er. Seine Nachfolgerin werde es sehr gut machen – „und ich bin ja auch nicht weg“. Zudem zählt der Illertisser Freundeskreis stolze 314 Mitglieder – was immer eine starke Basis war.

Wie hat er es geschafft, große Namen der Klassik nach Illertissen zu holen, und zwar zu bezahlbaren Eintrittspreisen? Und dass sie gerne wiedergekommen sind? „Wir haben die Künstlerinnen und Künstler total umsorgt, sehr familiär, das ist das oberste Gebot.“ Unglert hat eine liebenswert-direkte Art, ohne Impresario-Allüren. Neugierig, spontan und auch hartnäckig ist er vorgegangen, um seinem Publikum Hochkarätiges zu bieten. So hat er jahrelang den ARD-Wettbewerb in München besucht und gleich vor Ort mit den preisgekrönten Musikerinnen und Musikern Kontakt aufgenommen. ​

Oder so eine typische Unglert-Anekdote: Es war im März 2025, als der Weltklasse-Geiger Christian Tetzlaff sämtliche Auftritte in den USA absagte aus Protest gegen die Politik von Donald Trump. Als Unglert davon hörte, sagte er sich:  „Der hat jetzt nichts mehr zu tun, dem ist vielleicht langweilig, braucht Geld, ich lade ihn nach Illertissen ein!“ Die Managerin habe schallend gelacht am Telefon, erzählt Unglert, aber es habe keine Woche gedauert, bis Tetzlaff ein Konzert zusagte. „A bissle Visionen, das gehört dazu.“