Deutscher Buchhandlungspreis
: Unter den Top drei – Riesenerfolg und 25.000 Euro für Aegis in Ulm

Die Gala hat Kulturstaatsminister Weimer in Leipzig abgesagt – aber Aegis in Ulm darf jubeln: als eine der drei besten Buchhandlungen Deutschlands.
Von
Jürgen Kanold
Ulm
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Buntes Treiben wie an Schwörmontag: elektronische Musik mit Kabeltrommel vor der Aegis Buchhandlung

Erfolg auch mit einem großen Kulturprogramm: Die Aegis Buchhandlung, jetzt ausgezeichnet als eine der drei besten Buchhandlungen Deutschlands.

Samuel Tschaffon
  • Aegis in Ulm zählt zu den drei „besten Buchhandlungen“ Deutschlands.
  • Preis: Gütesiegel plus 25.000 Euro Prämie, Mitteilung am 20. März 2026.
  • Kulturstaatsminister Weimer sagte die Leipziger Gala ab, nannte Sicherheitsgründe.
  • Drei linksorientierte Läden wurden gestrichen – „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“.
  • Aegis-Chef Schöll: nimmt Preis „aus Respekt vor der Jury“; nutzt Geld fürs Kulturprogramm.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dieser Deutsche Buchhandlungspreis 2025 hat in den letzten Tagen für Empörung, ja für Skandal gesorgt, weil Kulturstaatsminister Wolfram Weimer drei linksorientierte Läden von der Liste der Nominierten gestrichen hatte, wegen nicht benannter „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ – und dann die Gala auf der Leipziger Buchmesse absagte, aus Furcht vor einem Live-Eklat. Für die Ulmer Aegis Buchhandlung aber gibt es ein Happy End. Sie wurde als eine der drei „besten Buchhandlungen“ Deutschlands mit dem Spitzenpreis ausgezeichnet: Das Gütesiegel ist verbunden mit einer Prämie in Höhe von 25.000 Euro. Am Freitagnachmittag (20. März 2026) verbreitete das Kulturstaatsministerium des Bundes die Namen der Gewinner – per Pressemitteilung.

Auch Aegis-Inhaber Rasmus Schöll hat es nur per Mail erfahren, auf dem Rückweg mit dem Auto aus Leipzig nach Ulm, beim Stopp auf einer Raststätte: „eine große Ehre, grandios!“, kommentierte er am Telefon den Erfolg. Auch das ist typisch Weimer: Die Preisverleihung war für Donnerstag geplant gewesen, viele nominierte Buchhandlungen hatten teure Unterkünfte in der sächsischen Messestadt gebucht, erzählt Schöll. Auch beim Umtrunk des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels oder bei der Party des Hanser Verlags, als auch viele Medienvertreter vor Ort waren, das Fernsehen: keine Verlautbarungen aus dem Kulturstaatsministerium, keine Feier. Erst anderntags: per Mail die Namen der Ausgezeichneten.

Rasmus Schöll kritisiert Vorgehen Weimers

„Das ist eine brandgefährliche Kulturpolitik, der Buchhandlungspreis ist schwer beschädigt“, hatte Rasmus Schöll Weimers Vorgehen im Vorfeld der Buchmesse kommentiert. Den Preis nehme er an „aus Respekt vor der Jury“, die ihre Entscheidungen unabhängig getroffen habe, schon vor Weimers Eingreifen. Schöll war am Mittwochabend im Leipziger Gewandhaus dabeigewesen, als Weimer die Buchmesse mit einer Rede eröffnet hatte: „Es war befriedigend, wie wir ihn alle ausbuhten. Sein Rücktritt als Kulturstaatsminister ist überfällig.“

Wie er das Preisgeld verwenden wolle? „Wir machen mit viel Herzblut ein großes Kulturprogramm, wollen weiterhin Verlage, die Autorinnen und Autoren sichtbar machen.“

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