Bayerische Staatsoper: "Die Liebe der Danae" erklingt in München im Goldstandard

Verführerisches Gold: "Die Liebe der Danae" an der Bayerischen Staatsoper.
Monika Rittershaus- "Die Liebe der Danae" von Richard Strauss in München, inszeniert von Claus Guth.
- Aufführung im Münchner Nationaltheater endet mit historischen Videobildern.
- Geschichte: Firmenboss will Tochter teuer verheiraten, erinnert an Trump.
- Herausragende Darsteller: Christopher Maltman als Jupiter, Manuela Uhl sprang kurzfristig ein.
- Sebastian Weigle dirigiert das Bayerische Staatsorchester meisterhaft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die silberne Rose kennt man von Richard Strauss, aus dem „Rosenkavalier“. In dieser Oper fantasierte er, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, walzerselig und silberglänzend heilig eine ganz alte Zeit herbei. „Die Liebe der Danae“ wiederum komponierte er zwischen 1938 und 1940, im Nationalsozialismus, den er zunächst naiv begrüßt hatte: im Zeichen einer goldenen Rose. Es soll eine „heitere Mythologie in drei Akten“ sein, es ist eine Menschheits- und Götterdämmerung, selbstkritisch, aber prunkvoll pathetisch klingend, als ob es gelte, noch einmal alle Schönheit zu fassen.
1944 war es in Salzburg nur noch zu einer öffentlichen Generalprobe gekommen, Hitler hatten den „totalen Kriegseinsatz“ verordnet, Goebbels alle Theater geschlossen. Strauss, 81 Jahre alt, verabschiedete sich von den Wiener Philharmonikern mit den Worten: „Vielleicht sehen wir uns in einer besseren Welt wieder.“ Ein schwieriges Werk also, äußerst selten aufgeführt: jetzt aber neu an der Bayerischen Staatsoper, in der Regie von Claus Guth. Und im Münchner Nationaltheater endet „Die Liebe der Danae“ mit historischen Videobildern, die Strauss zu seiner Verklärungsmusik im Garten seiner Garmisch Villa zeigen – aber dann wird auch das kriegszerstörte München eingeblendet. Ein Kommentar zur Weltfremdheit.
Ansonsten zeigt Guth eine heutig verortete Geschichte: ein Büro, Glasfenster zeigen Wolkenkratzer. Firmenboss Pollux (Vincent Wolfsteiner), der aufgeregt rücksichtslos seine Tochter Danae teuer verheiraten will, weil er pleite ist, ähnelt, mit Haartolle und roter Krawatte, Donald Trump. Es konkurrieren dann, kurz gesagt, der Gott Jupiter und Midas, sein Strohmann als Verführer, dem alles zu Gold wird, was er anfasst, um Danae. Die aber steht dann doch auf innere Werte und gibt sich auch einem verarmten Midas hin. Im Bankenviertel bricht dazu Feuer aus, ein Crash. Der Gott gibt sich menschlich geschlagen
Unsentimental und sinnlich
Wobei man sagen muss: Christopher Maltman ist ein grandios kraftvoller Jupiter – und Andreas Schager als Midas oft eher enervierend laut, ganz Wagner-Held; nicht alles ist Gold, was stimmlich glänzen soll. Manuela Uhl macht das als Danae gut, wenngleich das Publikum überhaupt glücklich war, dass sie die Premiere und die zweite Aufführung rettete, weil sie äußerst kurzfristig einsprang für die erkrankte Malin Byström. Am Dirigentenpult des wunderbaren Bayerischen Staatsorchesters: Sebastian Weigle – zupackend, souverän eine kolossale Partitur ausbreitend, unsentimental und doch sinnlich. Strauss in München, der Goldstandard.
