Abschluss in Ulm
: Kunstprojekt am Ehinger Tor hofft auf eine Fortsetzung

Dienstende im „Büro für nicht-effiziente Entwicklung“: Nicht alle Ideen konnten realisiert werden, aber das Team um Martin Leibinger will 2027 weitermachen.
Von
Marcus Golling
Ulm
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Behördengang in der Neuen 8: Die Künstlerinnen Janina Schmid (Mitte) und Johanna Mangold (rechts)  erteilten im "Büro für nicht-effiziente Entwicklung" Genehmigungen für alltägliche Handlungen.

Behördengang in der Neuen 8: Die Künstlerinnen Janina Schmid (Mitte) und Johanna Mangold (rechts) erteilten im „Büro für nicht-effiziente Entwicklung“ Genehmigungen für alltägliche Handlungen.

Adela Knajzl
  • Ulmer Kunstprojekt am Ehinger Tor endet – das Team hofft auf eine Fortsetzung 2027.
  • Im „Büro für nicht-effiziente Entwicklung“ entstanden Ideen, teils blieben sie Entwürfe.
  • Geplant war ein Tauben-Denkmal; die Skizzen existieren, die Umsetzung steht noch aus.
  • Sichtbarkeit war schwierig, doch Workshops und satirische Formulare kamen gut an.
  • Genehmigungen per QR-Code sind weiter abrufbar, Förderzusagen für eine zweite Runde werden gesucht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Ulmer Tauben werden noch warten müssen auf ihr Denkmal. Aber die Entwürfe gibt es schon: eine schwungvoll verschlungene Konstruktion, die von den Konturen her an einen der Vögel erinnert – und diesen gleichzeitig Platz zum Niederlassen bietet. So unbeliebt die Tiere bei vielen Menschen auch sind, sie gehören zum Ehinger Tor wie die gestressten Umsteiger an der Haltestelle. Daran wird sich wahrscheinlich auch nach dem Umbau des Platzes nichts ändern.

Ausgedacht haben sich das Denkmal Johanna Mangold und Janina Schmid, zwei Ulmer Vertreterinnen im deutsch-nordirischen Künstlerteam des Projekts „Büro für nicht-effiziente Entwicklung“, das von Mitte Juni bis diesen Sonntag (19. Juli 2026) von der „Neuen 8“ am Ehinger Tor aus mit künstlerischem Blick auf die sich verändernde Stadt blickte. „Fünf Wochen sind schnell vorbei“, sagt Initiator und Co-Kurator Martin Leibinger. Man habe Ideen sammeln, Konzepte entwickeln können, aber manches sei Entwurf geblieben. So wie das Tauben-Monument.

Toller Blick, schlecht einsehbar

Und es sei nicht immer leicht gewesen, vor Ort sichtbar zu sein: Die „Neue 8“, ein von der Stadt an Kunst- und Kulturschaffende vermieteter Betonbau, bietet aus dem Obergeschoss zwar einen tollen Blick über die Umgebung, ist aber selbst von außen kaum als öffentlicher Veranstaltungsort erkennbar.

Trotz solcher Herausforderungen: Leibingers Bilanz ist positiv. Vieles sei gut angenommen worden: die Workshops mit Schülerinnen und Schülern, die sich Gedanken darüber machten, was eine Stadt wie Ulm brauche; auch die ebenfalls von Schmid und Mangold entwickelten satirischen Formulare, die an den berühmten „Passierschein A38“ aus „Asterix erobert Rom“ erinnern.

Im „Büro“ konnte man unter anderem eine Ansprech- oder eine Niederlassungsgenehmigung beantragen, zu Letzterer gab es am Abschlusswochenende noch ein Erkundungsset, ein Snackpaket und eine Leih-Picknickdecke dazu. Die Idee: Plätze – etwa im Ehinger Tor – zu aktivieren, die sonst nur leerer Stadtraum sind, wie bei der von Musiker Marty Coyle aus Belfast erarbeiteten Performance an der B10.

Die Genehmigungsformulare kann man an den vorgesehenen Orten immer noch per QR-Code herunterladen. Was sonst bleiben wird vom Kunstprojekt? Leibinger und seine Mitstreiterinnen hoffen auf eine zweite Runde im kommenden Jahr, von der Stadt habe man bereits positive Signale bekommen, beim deutsch-britischen Programm „Cultural Bridge“ könne man sich erneut um Zuschüsse bewerben, man bemühe sich um weitere Förderungen. „Wir haben jetzt viele Ideen, wie das Thema funktioniert.“ Die Tauben wird es freuen.