Wieviel Trinkgeld darf es sein? Viele Gastronomiebetriebe unterbreiten ihren Gästen bei der Kartenzahlung inzwischen Vorschläge.

Wieviel Trinkgeld darf es sein? Viele Gastronomiebetriebe unterbreiten ihren Gästen bei der Kartenzahlung inzwischen Vorschläge.

Gregor Tholl/dpa-tmn/dpa

Trinkgeld-Druck am Display

1. Juni 2026

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

zum Glück haben wir noch keine amerikanischen Verhältnisse: Trinkgeld gehört hierzulande zwar zum guten Ton – und, wenn Sie mich fragen: Wer kann, sollte auf jeden Fall welches geben. Es bleibt aber letztlich optional. Anders als in den USA, wo 20 Prozent „Tip“ auf einen ohnehin meist sündhaft teuren Restaurantbesuch im Grunde Pflicht sind, auch weil Servicekräfte ohne die Extra-Zahlung überhaupt nicht über die Runden kämen.

Eine Trinkgeld-Sitte aus den USA schwappt jedoch langsam, aber sicher zu uns herüber: Wer im Restaurant, im Café oder in einer Bar mit Karte zahlt, dem werden inzwischen auch in Deutschland häufig direkt auf dem Display Vorschläge gemacht: 10 Prozent? 15 Prozent? Oder doch gleich 20? Das ist praktisch für alle, die sich für Kopfrechnen unter Zeitdruck schon in der Grundschule nicht  begeistern konnten. Aber: Die Betreiber machen sich dabei auch die menschliche Psychologie zunutze: Wir haben das beste Gefühl, wenn wir uns für die goldene Mitte entscheiden, und geben dadurch vielleicht mehr, als wir es sonst getan hätten. Für manche ist diese Trinkgeld-Politik deshalb ein echter Aufreger. Mein Kollege Thomas Veitinger hat zum Thema recherchiert.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag!

Herzliche Grüße aus der Chefredaktion

Ihre Judith Conrady