Ziemlich unbeliebtes Gespann: Finanzminister Lars Klingbeil und Bundeskanzler Friedrich Merz.

Ziemlich unbeliebtes Gespann: Finanzminister Lars Klingbeil und Bundeskanzler Friedrich Merz.

Christoph Soeder/dpa

Merz-Schmerz

8. Mai 2026

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

„Warum berichtet ihr immer bloß so negativ? Kein Wunder, dass niemand mehr der Politik vertraut.“ Diesen Vorwurf gegenüber den Medien höre ich ziemlich häufig. Eine Kritik, an der durchaus etwas dran ist. Denn inzwischen kann jedes Nasenbohren Politikern zum Verhängnis werden. Also muss mehr Optimismus her. Doch – wo soll der herkommen? Ein wunderbares Beispiel für dieses Dilemma ist die Tankprämie, die Arbeitgeber steuerfrei an ihre Arbeitnehmer zahlen sollten. Bis zu 1000 Euro sollten es nach der Idee von Finanzminister Lars Klingbeil als Ausgleich für die hohen Energiepreise sein. Schon bei der Veröffentlichung der Pläne hagelte es Kritik. Denn warum sollten die Unternehmen den Ausgleich für die hohen Benzinkosten zahlen? Und was war mit den Steuerausfällen bei Ländern und Kommunen? Gestern zog der Bundesrat die Notbremse und wies die Pläne der Bundesregierung zurück. Die nächste Klatsche für Merz&Co. Gerne hätte ich an dieser Stelle also über glückliche Arbeitnehmer geschrieben, die sich über zusätzliche 1000 Euro freuen. Die gibt es aber nicht. Stattdessen nur betroffene Ministergesichter und einen Bundeskanzler, dessen Zustimmungswerte auf historische Tiefstwerte rauschen. Mit der politischen Arbeit von Friedrich Merz sind nur noch 16 Prozent der Menschen in Deutschland zufrieden, 83 Prozent sind unzufrieden. Das ist der schlechteste Wert, der im „Deutschlandtrend“ der ARD jemals für einen Bundeskanzler gemessen wurde. Es fällt in diesen Tagen wirklich schwer, gute Laune zu verbreiten. Hier lesen Sie mehr.

Genießen Sie trotz allem Ihr Wochenende!

Ihr Ulrich Becker