Peter Magyar liegt in den Umfragen vor den Wahlen in Ungarn vorn.

Peter Magyar liegt in den Umfragen vor den Wahlen in Ungarn vorn.

Denes Erdos/AP/dpa

Schicksalswahl für Ungarn und die EU

10. April 2026

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

während die Welt gespannt auf die Iran-Verhandlungen am Wochenende in Pakistan blickt, steht am Sonntag noch ein weiteres Ereignis mit weitreichenden Folgen an: In Ungarn wird gewählt – und es ist eine Schicksalswahl für das Land und die Europäische Union. Derzeit liegt Oppositionskandidat Peter Magyar in Umfragen deutlich in Führung, allerdings gelten die Befragungen im Land als sehr unzuverlässig. Wenn sie sich bewahrten, könnte Magyar den Putin-Freund Viktor Orbán als Ministerpräsident ablösen.

Das ist das optimistischste Szenario. Doch wie es in Ungarn nach der Wahl weitergeht, ist offen: Viel hängt davon ab, ob es die rechtsextreme Partei Mi Hazank ins Parlament schafft. In diesem Fall könnte Orbán mit ihr koalieren, Magyar hätte unter Umständen trotz eines Wahlsiegs keine Mehrheit. Noch ungemütlicher würde es für die EU, wenn Orbán die Wahl durch Manipulation für sich entschiede und als illegitimes Mitglied im Rat mit am Tisch säße – auch das ist Experten zufolge denkbar. Das Bündnis hätte seine nächste Krise und müsste um den richtigen Umgang mit dieser unmöglichen Konstellation ringen. Mehr zur Wahl in Ungarn und ihren Folgen lesen Sie hier.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Herzliche Grüße aus der Chefredaktion

Ihre Judith Conrady