Die Blutrachetat am Erbacher Anglersee im April 2017 war ein kaltblütiger Mord. Zu dieser Erkenntnis ist jetzt auch der Bundesgerichtshof gekommen. Der Haupttäter, Mittvierziger aus Göppingen, hatte das Opfer Xhoi M. unter dem Vorwand eines Drogengeschäfts an den Tatort gelockt. Der Mann wurde dann mit mindestens acht Hammerschlägen gegen den Kopf getötet und im Wasser versenkt.

Revier eines Eislinger Fischereivereins

Der Anglersee, in dem der Leichnam etwa einen Monat später entdeckt wurde, gehörte einem Eislinger Fischereiverein. In diesem Verein war der angeklagte deutsch-albanische Geschäftsmann aus Göppingen Mitglied. Das Motiv für den Mord war laut dem nun bestätigten Urteil des Landgerichts Ulm eine Blutrache-Fehde zwischen zwei verfeindeten albanischen Familien gewesen, die sich schon über viele Jahre hinzieht und schon mehrere Todesopfer gefordert hat.

Begonnen hatte die Kette von Ereignissen mit einem Mord in der albanischen Stadt Elbasan am 19. November 2000. Eine weitere Revisionsmöglichkeit besteht nicht. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

Erbach/Ulm