Zugunglück bei Riedlingen: Bahnstrecke bleibt noch länger gesperrt

Dieser Hangrutsch hat das schwere Zugunglück bei Riedlingen verursacht.
Jason Tschepljakow/dpa- Bahnstrecke Sigmaringen-Ulm nach Zugunglück bei Riedlingen weiter gesperrt.
- Drei Tote, 36 Verletzte – Ursache war ein Hangrutsch nach einem übergelaufenen Abwasserschacht.
- Ermittlungen laufen: Kriminaltechnik untersucht Wrackteile, Ergebnisse noch ausstehend.
- Zeugen gesucht – bisher keine Rückmeldungen von Insassen, die die Unfallstelle verlassen hatten.
- Gedenkgottesdienst in Zwiefalten mit über 500 Teilnehmern für die Opfer abgehalten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Bahnstrecke zwischen Sigmaringen und Ulm bleibt für unbestimmte Zeit gesperrt. Das haben die Staatsanwaltschaft Ravensburg, die Landespolizei und die Bundespolizei am Dienstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärt. Sie riefen außerdem erneut dazu auf, dass sich Zeugen des schweren Bahnunglücks Ende Juli nahe Riedlingen bei der Polizei melden. Bereits vergangene Woche hatte die Polizei erklärt, dass sich offenbar Insassen des Unfallzugs von der Unglücksstelle entfernt hatten. Nun heißt es: „Bislang meldete sich noch keine der gesuchten Personen bei der Polizei.“
Bei dem schweren Bahnunglück am letzten Juli-Sonntag waren drei Menschen ums Leben gekommen, 36 Personen wurden verletzt, teilweise schwer. Ausgelöst wurde das Unglück nach bisherigem Ermittlungsstand durch einen Hangrutsch an den Gleisen. Zuvor war ein Abwasserschacht oberhalb des Hangs übergelaufen.
Seit vergangenen Donnerstag ist die Bergung des Unfallzugs abgeschlossen. „Eine Begehung der Zugwrackteile konnte nun von der Kriminaltechnik, der Bundespolizei und der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung durchgeführt werden“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung. „Hierbei wurden die Zugwrackteile durch die Kriminaltechnik nach Auffälligkeiten besichtigt und dokumentiert.“
Bahnunfall: Ergebnisse von Untersuchungen sind noch nicht öffentlich
Zu den Ergebnissen dieser Untersuchungen äußern sich Polizei und Staatsanwaltschaft in der Mittelung nicht. Auch zu dem geologischen Gutachten, das in Auftrag gegeben worden war, können demnach „noch keine Aussagen getroffen werden“. Zurzeit werden unter anderem noch Videosequenzen aus dem Zug ausgewertet. Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) arbeitet das Unglück ebenfalls auf, mit Ergebnissen dieser Ermittlungen ist wohl frühestens in einigen Monaten zu rechnen.
Vergangenen Freitag hatten sich mehr als 500 Menschen in Zwiefalten (Kreis Reutlingen) zu einem Gedenkgottesdienst für die Opfer des Zugunglücks versammelt. „Die Fassungslosigkeit über die Ereignisse verbindet uns über Konfessions- und Glaubensgrenzen hinweg, über Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg und so suchen wir gemeinsam Trost und Unterstützung“, sagte der Rottenburger Bischof Klaus Krämer. Schmerz wolle ausgehalten werden, er lasse sich nicht einfach wegwischen.

